Kulturfestival: Nach dem Knall geht´s mit geänderter Struktur weiter

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Wild, roh, rotzig - und immer selbstironisch: Bela B liebt die großen Posen, auch beim Festival auf Merzbrück. Foto: Stefan Schaum

Aachen. Mit einem großen Knall endete in diesem Jahr die siebte Auflage des Kulturfestivals der Städteregion.

„Der organisatorische Aufwand ist inzwischen so groß, dass ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit gekommen bin. Die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht mehr. So kann und will ich nicht weitermachen”, sagte Dr. Nina Mika-Helfmeier im Sommer, die als Initiatorin aus einem beschaulichen Straßentheater-Festival im Laufe weniger Jahre einen Veranstaltungsreigen geformt hat, dessen Renommee bei weitem nicht an den Grenzen der Städteregion Halt macht.

Höhepunkt war in diesem Jahr sicherlich das Open-Air-Festival, bei dem mehrere tausend Fans auf dem Flugplatzgelände Würselen-Merzbrück unter anderem Bela B feierten.

Nun, auch im kommenden Jahr wird es ein Kulturfestival geben, mit Mika-Helfmeier als künstlerisch verantwortlichem Kopf. Doch die Strukturen sind stark verändert. So läuft das Projekt, das wieder einen Etat nahe der 200.000-Euro-Grenze hat, nicht mehr über den Förderverein des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) in Monschau, dessen Leiterin Mika-Helfmeier ist. Vielmehr schlüpft die Städteregion in die Rolle der Veranstalterin und übernimmt etwa organisatorische und juristische Geschäfte - und Risiken.

Auch finanziell wird sich 2011 einiges verändern. Musste Mika-Helfmeier für die gesamten kulturellen Aktivitäten bislang mit 25.000 Euro seitens der Städteregion auskommen und das Programm fast gänzlich über Förder- und Sponsorengelder stemmen, wurde der Betrag nun gegen die Stimmen der Opposition von Schwarz-Grün im Städteregionstag allein für das Kulturfestival auf 50.000 Euro erhöht.

„Die veränderten Rahmenbedingungen vereinfachen das Geschäft nun erheblich”, meint die Kulturbeauftragte, die bereits zwei tragende Säulen für das Programm 2011 präsentieren kann. So wird der 2010 etablierte Burgenparcours fortgesetzt. „Auch im nächsten Jahr wollen wir professionelle Schauspieler und Walk-Acts mit den Menschen der jeweiligen Städte vernetzen.

An historischen und traditionellen Orten wollen wir wieder Neues und Kreatives schaffen”, sagt Mika-Helfmeier. So sollen etwa beim Projekt „Rückkehr der Engel”, das zur 20. Wiederkehr des Mauerfalls in Berlin aufgeführt wurde, Geschichten der Menschen in der Region erzählt werden. „Moraland” ist eine andere Produktion, bei der ein fiktives und untergegangenes Land wieder zum Leben erweckt wird.

Ein klares Profil

Wo die Projekte stattfinden, steht noch nicht fest. „Das Festival soll in allen zehn Kommunen der Städteregion stattfinden. Wir werden nun das Gespräch suchen und Angebote unterbreiten. Das Konzept wird selbstverständlich mit allen Kommunen in Kürze abgestimmt. Wir stellen aber kein Geld zur Verfügung, das die Kommunen dann nach eigenen Vorstellungen für Künstler ausgeben”, sagt Mika-Helfmeier und betont: „Das Kulturfestival hat weiterhin ein klares Profil und soll identitätsstiftend wirken.”

Wichtige Punkte sind dabei für sie, dass die Veranstaltungen kostenlos und für die ganze Familie sind. Zudem wird der Charakter als kultureller Begegnungsort beibehalten. „Daran wird sich nichts ändern.” Auch der in Teilen durchaus experimentelle Charakter der Projekte gehört dazu. Dies gelte auch für die „String Theory”, die mit großem Erfolg bereits in Göteborg und Berlin über die Bühne ging und nun in der Städteregion umgesetzt werden soll. Dabei gehen internationale und regionale Musiker über alle Genregrenzen hinweg eine Symbiose ein, die nach Proben in einem Konzert münden werden. Zudem sind Workshops für Schulbands, für bildende Künstler und im Bereich Tanz geplant.

Während weitere - namhafte - Künstler für das Festival im kommenden Jahr noch bestätigt werden müssen, ist für Mika-Helfmeier eins klar: „In Eigenregie werden wir, wie angekündigt, nicht mehr ein großes Festival auf Merzbrück veranstalten.”
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