KuK startet mit List-Ausstellung in die Saison 2017

Von: P. St.
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Start ins Ausstellungsjahr: Bei der Vernissage begrüßten Städteregionsrat Helmut Etschenberg (re.) und Kuk-Leiterin Nina-Mika Helfmeier den List-Nachlassverwalter Peer-Olaf Richter und Andréa Holzherr (li.) von Magnum Photos, Paris. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Mit fünf Ausstellungen möchte das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen in Monschau auch im Jahr 2017 seine herausragende Position als Ausstellungsforum für internationale Fotografie unterstreichen.

Zum Start des Ausstellungsjahres werden noch bis zum 24. April etwa 120 schwarz-weiß Fotografien des deutschen Lichtbildners Herbert List (1903 – 1975) gezeigt, der auch als „Magier der modernen Fotografie“ bezeichnet wird. Die in Monschau mit Perfektion präsentierte Sammlung unter dem Titel „The Magical in Passing“ umfasst fünf Themenschwerpunkte, was schon deutlich macht, dass sich das fotografische Werk von Herbert List, der sich gerne augenzwinkernd als Amateur bezeichnete, nicht unter einen Sammelbegriff einordnen lässt. Ob Architektur, Porträt oder Surrealismus: Der weltoffene Fotokünstler lässt sich nicht auf eine Blickrichtung festlegen.

In seiner Reisefotografie gestaltet er Alltagsmotive zu gekonnten Bildkompostionen, bei seinen streng reduzierten Stillleben erweist er sich als Meister der Lichtführung ohne die damals noch nicht vorhandenen technischen Möglichkeiten. List lässt allein das natürliche Licht sprechen, was seinen Aufnahmen Ästhetik und die Kraft klarer Kompositionen verleiht. Sein Ausflug in die Surrealität öffnet den Blick in unterbewusste Fantasien. Während er hier seiner Zeit voraus ist, wirken die nahezu idealisierten Akte des männlichen Körpers wie ein gewagter Blick in die Privatsammlung Lists. Die Tabuisierung dieser Thematik Mitte des vorigen Jahrhunderts führte dazu, dass diese Aufnahmen erst 1988, 13 Jahre nach dem Tod des Fotografen, den Weg in die Öffentlichkeit fanden.

Bei der Vernissage im KuK freute sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg darüber, den Startschuss für die neue Ausstellungssaison zu geben. Wohl niemand habe im Jahre 2002 bei der Eröffnung des Atelierhauses in Monschau ahnen können, dass das KuK eine so rasante Entwicklung nehmen würde. Die Positionierung des Hauses als bedeutendes Ausstellungszentrum sei in erster Linie das Verdienst von KuK-Leiterin Nina-Mika Helfmeier, die kürzlich ihr 25. Dienstjubiläum bei Städteregion feierte und als einstige Gleichstellungsbeauftragte nun ihre Berufung gefunden habe.

Im Zwiegespräch betrachteten dann Peer-Olaf Richter, der Leiter des Herbert List-Nachlasses aus Hamburg und Nina Mika-Helfmeier, die Ausstellungskuratorin und Leiterin des KuK Monschau, das fotografische Werk. Viel zu erfahren gab es dabei auch über die Person des Künstlers, der nach dem Krieg zwar als einer der höchst bezahlten Fotografen in Deutschland galt, andrerseits aber nur in Fachkreisen populär blieb. Der Fotograf habe zwar seine eigene Handschrift prägen wollen, aber nicht um jeden Preis, und er habe auch nicht in letzter Konsequenz sein fotografisches Werk zur Vollendung bringen wollen.

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