Kuk: Nach Corbijn kommen Rakete und Schadeberg

Von: Udo Kals
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Die Musikband Die Ärzte wird
Die Musikband Die Ärzte wird zwar nicht persönlich in Monschau erscheinen, aber der Fotograf dieses Bildes: Jim Rakete zeigt im KuK mehr als 80 seiner Werke und wird bei der Vernissage am 7. Juli in die Nordeifel kommen.

Monschau. Vom Geheimtipp zur angesehenen Kulturadresse hat sich das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion in Monschau innerhalb nur weniger Jahre gemausert.

Dies mögen etwa die Besucherzahlen belegen, die sich nach Angaben von KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier von 6000 im Gründungsjahr 2003 auf 26.000 im Vorjahr mehr als vervierfacht haben - „ein beachtliches Ergebnis für ein Haus in der Provinz”, meint die Hausherrin.

Diese Entwicklung macht sich aber auch unweigerlich an Namen und Projekten fest. Und so verkündete Mika-Helfmeier am Donnerstag, dass beispielsweise nach Anton Corbijn, dessen Schwarz-Weiß-Fotografien im vorigen Sommer allein 13.000 Interessierte anzogen, in diesem Jahr die nicht minder bekannter Fotografen Jim Rakete und Jürgen Schadberg ihre Werke im Haus in der Monschauer Altstadt ausstellen wollen. „Von Berlin oder Hamburg kommen die Ausstellungen direkt nach Monschau.

Inzwischen hat sich das KuK einen Namen gemacht. Wir arbeiten professionell, und die Künstler mögen die Nähe zum Besucher in unserem Haus”, sagt sie und betont zugleich, auch in Zukunft nicht das ursprüngliche Konzept aufgeben zu wollen. „Wir wollen nicht nur große Namen, sondern auch Experimentierfreude unterstützen. Deshalb bieten wir auch jungen Künstlern weiterhin eine Bühne.” Und so steht das Haus im Frühjahr im Rahmen von „Regarding Düsseldorf” zahlreichen Künstlern verschiedener Genres offen, die ihren Lebensmittelpunkt in der Landeshauptstadt haben.

Finanziert wird das KuK-Programm auch in diesem Jahr übrigens fast komplett über Dritt- und Fördermittel. Schießt die Städteregion 5000 Euro jährlich hinzu, stemmt Mika-Helfmeier die Kosten, die sie mit 160.000 Euro beziffert, über andere Quellen. Dabei sind die Ausstellungen auch künftig kostenlos für die Besucher.

Sechs Ausstellungen pro Jahr

Nach bis zu elf verschiedenen Ausstellungen pro Jahr soll es ab dieser Saison bei sechs bleiben. Ihr persönlicher Favorit ist 2012 die Schau „Connections” rund um das Werk des kanadischen Künstlers Jack Goldstein, die für die KuK-Leiter auch die größte Herausforderung bei der Organisation war. Am meisten die Massen mobilisieren wird indes Jim Rakete, der vom 7. Juli bis zum 23. September 80 bis 100 Fotos aus den Serien „Stand der Dinge” (2009 bis 2011) sowie „Vertraute Freunde” (2007) im gesamten Haus ausstellen wird.

Seine Prominentenporträts machten den Berliner Fotografen berühmt, und so werden die Besucher so manches bekanntes Gesicht in Monschau entdecken - ob in Farbe oder in Schwarz-Weiß. Nach einer einwöchigen Umbaupause folgt Ende September die Foto-Ausstellung von Jürgen Schadberg, der als einziger weißer Fotograf Nelson Mandela begleiten durfte, wie Mika-Helfmeier berichtet.

Ein Haus mit einem besonderen Foto-Schwerpunkt soll das KuK indes nicht werden. „Wir wollen weiterhin eine Mischung beibehalten, die etwa auch Cartoons sowie zeitgenössischer Kunst Raum bietet, die interssante künstlerische Positionen vermittelt”, sagt Mika-Helfmeier, die erfreut darüber ist, dass sich auch viele Aachener gezielt auf den Weg zum KuK machen.

Eine stichprobenartigen Erhebung unter 1000 Besuchern habe ergeben, dass rund 80 Prozent der Besucher aus Aachen kommen. „Die Menschen nehmen einen Weg von rund 40 Minuten auf sich - und finden uns, obwohl die Beschilderung für das KuK in Monschau eine Katatstrophe ist”, sagt Mika-Helfmeier, die bereits kräftig am KuK-Programm für 2013 feilt. Dann wird der ehemalige Geheimtipp an der Austraße zehn Jahre alt.
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