Radarfallen Bltzen Freisteller

KuK Monschau: Spontane Initiative für bessere Unterstützung

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
11868153.jpg
Das Kunst- und Kulturzentrum in Monschau genießt überregional einen herausragenden Ruf. „Aber der Kampf um die Fördermittel wird immer härter“, berichtet Leiterin Nina Mika-Helfmeier. Foto: Peter Stollenwerk
KuK
In dem 150 Jahre alten Gebäude sollen kurzfristig und zunächst provisorisch zusätzliche Ausstellungsflächen geschaffen werden. Foto: Peter Stollenwerk

Städteregion. Der plötzlich entstandenen Aufregung konnte Dr. Nina Mika-Helfmeier mit einigen deutlichen Worten ein schnelles Ende setzen: „Nein, es ist nicht zutreffend, dass die Zahl der Ausstellungen aus finanziellen Gründen reduziert worden ist“, beruhigte die Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) in Monschau anlässlich der Präsentation des Jahresprogramms 2016 die Mitglieder des städteregionalen Kulturausschusses.

Die waren in ihrer großen Mehrheit kurzzeitig doch ziemlich irritiert gewesen, nachdem Margret Vallot als sachkundige Bürgerin der Piraten kritisiert hatte, „dass das KuK immer weniger Mittel erhält, obwohl die Ausstellungen immer besser werden“.

Dieser Darstellung trat Mika-Helfmeier entschieden entgegen. „Wir haben die Öffnungszeiten von zehn auf acht Monate und die Zahl der Expositionen schrittweise von neun auf vier heruntergefahren, weil die Ausstellungen komplexer geworden sind und der Aufwand deshalb entsprechend gestiegen ist.“

Das erfordere längere Pausen zwischen den Schauen und habe rein gar nichts mit der Unterstützung durch die Städteregion zu tun. Auf diese Feststellung legte auch Werner Krickel großen Wert: „Wir haben gemeinsam mit der CDU die Mittel nicht gekürzt, sondern im Gegenteil für die Jahre 2015 und 2016 deutlich erhöht“, stellte der Grünen-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf den laufenden Doppelhaushalt fest.

In der Tat sind die städteregionalen Zuwendungen aufgestockt worden – von einstmals 5000 auf nunmehr 30.000 Euro pro Jahr. Gleichwohl wird es offenbar immer schwieriger, das überregional und sogar international hoch geschätzte Programm des Kunst- und Kulturzentrums auf diesem Niveau sicherzustellen und fortzusetzen.

„Der Kampf um die Fördermittel wird härter“, berichtete Nina Mika-Helfmeier im Ausschuss. Und im Gespräch mit unserer Zeitung ergänzt sie kritisch: „Kultur ist gerne gesehen. Aber wenn es um die Finanzierung geht, entziehen sich immer mehr Leute der Verantwortung.“

Das wiegt auch in Monschau schwer: „Denn wir müssen pro Jahr zwischen 250.000 und 320.000 Euro an Fördermitteln und Spenden akquirieren.“ Rund 65.000 Euro davon entfallen alleine auf den Betrieb des Gebäudes, das der Förderverein des KuK von der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Städteregion gemietet hat.

„Außerdem muss man bedenken, dass die Einrichtung ehrenamtlich getragen wird – inklusive der Leitung.“ Sich selbst sieht Mika-Helfmeier „ausschließlich als Kunstvermittlerin. Aber es ist kaum vorstellbar, welche Arbeit hinter dieser Aufgabe steckt.“

Kollektive Würdigung

Im Kulturausschuss gab es dennoch eine kollektive Würdigung des Geleisteten – in durchweg höchsten Lobestönen und verbunden mit einer spontanen Idee, die dem Verein und seinen engagierten Mitgliedern das Leben in Zukunft etwas erleichtern könnte.

„Das KuK ist eine Erleuchtung für die Städteregion. Wir sollten uns mal im kleinen Rahmen über zusätzliche Möglichkeiten des Sponsorings unterhalten“, schlug Georg Helg vor. Und der FDP-Fraktionsvorsitzende sagte gleich zu, „dass ich zu diesem Sponsoring etwas beitragen werde“. Dem schloss sich der Ausschussvorsitzende Hans-Josef Hilsenbeck umgehend an, und auch sein CDU-Kollege Leo Pontzen versprach: „Ich bin dabei.“

Nina Mika-Helfmeier käme diese unerwartete Hilfe sehr gelegen. Denn um die Ausstellungen im weiteren Verlauf des Jahres (siehe Box) noch besser präsentieren und die Rahmenbedingungen mit Blick auf 2017 weiter verbessern zu können, sind nach Aussage der Leiterin einige Arbeiten erforderlich.

„Wir haben bisher keinen Platz für große Werke“, zeigt sie einen wesentlichen Mangel auf. Das liege nicht nur an den überschaubaren Maßen der einzelnen Räume, sondern auch an der Lage der Fenster. Der Einbau von (provisorischen) Vorwänden soll Abhilfe in Form von zusätzlichen Ausstellungsflächen schaffen. „Außerdem müssen einige Wände neu gestrichen werden. An der ein oder anderen Stelle braucht das Haus nach 13 Jahren Nutzung langsam eine Erfrischungskur.“

Derzeit sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt, weil die Auflagen, die das Land Nordrhein-Westfalen 2003 mit seiner Zuschussgewährung für die Sanierung des Gebäudes verknüpft hat, noch gelten. „Aber“, so die Leiterin, „in zwei Jahren endet diese Bindung, danach werden auch Eingriffe in die Bausubstanz möglich sein.“ Vielleicht kann dann auch der neue Förderkreis einen Beitrag leisten. Die spontanen „Gründer“ haben in jedem Fall zugesagt, dass ihren Worten Taten folgen werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.