KuK Monschau: Fotografische Reisen um die Welt

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
11570182.jpg
In vier Ausstellungen durch ein Jahrhundert und um die Welt: Im KuK werden in diesem Jahr Fotografien von Ken Heyman, Will McBride und Berenice Abbott zu sehen sein. Die Veranstaltungsreihe wird komplettiert durch die Gruppenausstellung „Magnum’s First“, die unter anderem Aufnahmen von Henri Cartier-Bresson wie die Dokumentation der letzten Tage Mahatma Gandhis zeigt. Foto: Veranstalter

Städteregion. Berlin, Monschau, Madrid: Das sind die ersten Stationen der Ausstellung „Topographies“ der Fotografin Berenice Abbott. Im KuK feiert diese ihre NRW-Premiere. Ebenso wie „Magnum‘s First“ mit Schwarz-Weiß-Fotografien der ersten Gruppenausstellung von Fotografen der 1947 in Paris gegründeten unabhängigen Agentur „Magnum Photo“.

Diese gilt laut Dr. Nina Mika-Helfmeier als „weltweit wichtigste und progressivste Kooperative für Kamera-Künstler“. Im Sommer 1955 war die Ausstellung mit dem Titel „Gesicht der Zeit“ zum ersten Mal zu sehen. Mehr als 50 Jahre lag sie dann vergessen im Keller des französischen Kulturinstituts in Innsbruck, berichtet die Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) der Städteregion in Monschau. Doch dann hat der Kunsthistoriker Christoph Schaden die Ausstellung aufgearbeitet – und Mika-Helfmeier ist es gelungen, sie ins KuK zu holen.

„Magnum‘s First“ ist eine von vier Fotoausstellungen, die in diesem Jahr im KuK zu sehen sein werden. Und auf die freut sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der das Jahresprogramm am Donnerstag zusammen mit Mika-Helfmeier vorgestellt hat, am meisten. „Nah dran sein, Dinge aus neuen Perspektiven sehen, am Puls der Zeit bleiben oder ihr sogar voraus sein, Empathie und Anteilnahme: All das prägt die Philosophie der Agentur“, sagt er.

Und all das sei in der Ausstellung greifbar. Gezeigt werden acht Reportagen der besten Fotografen, unter anderem von den letzten Tagen Mahatma Gandhis, von Wiener Kindern, Bilder aus einer London-Reportage und von den Dreharbeiten zu Howard Hawks Monumentalfilm „Land der Pharaonen“. Der Katalog der ersten Magnum-Ausstellung ist schon lange vergriffen. Doch zur „Wiederauflage“ im KuK, bei der der Zeitungsverlag Aachen Medienpartner ist und die vom Landschaftsverband Rheinland gefördert wird, wird ein Bildband mit allen 83 ausgestellten Schwarz-Weiß-Fotografien herausgegeben.

„Fotografie hat sich im Laufe der vergangenen Jahre zum Schwerpunkt im KuK entwickelt“, stellt Etschenberg fest. Und nicht zuletzt deswegen kommen Kunstinteressierte aus dem ganzen Land nach Monschau, sagt er. „Nur noch selten kommt es vor, dass sich Kunstliebhaber zufällig nach Monschau verirren“, sagt er. Das KuK habe mittlerweile einen hervorragenden Ruf, habe sich einen Namen gemacht in der Kunstszene, stellt Etschenberg fest: „Das liegt an der Person Mika-Helfmeier, das muss man so deutlich sagen.“

Mehr als 35 000 Besucher zählte das KuK im vergangenen Jahr bei fünf Ausstellungen. „60 Prozent kamen aus der Städteregion und umliegenden Kreisen, 15 Prozent aus Nordrhein-Westfalen, 13 Prozent aus anderen Bundesländern und zwölf Prozent aus dem Ausland“, berichtet Mika-Helfmeier. In diesem Jahr werden nur vier Ausstellungen zu sehen sein, und alle widmen sich der Fotografie. Die Besucher dürfen sich dabei auf zwei Deutschland-Premieren und zwei NRW-Premiere freuen.

Eine letztere ist neben „Magnum‘s First“ die Berenice Abbott-Ausstellung, die zunächst im Berliner Gropiusbau zu sehen ist und im Oktober nach Monschau kommen wird. Dass sie in diesem Jahr die Fotografin Abbott zeigen kann, freut Mika-Helfmeier ganz besonders, denn: „Es hat zwei Jahre gedauert, sie nach Monschau zu holen.“ Abbotts Erfolgsgeschichte begann als Porträtfotografin, und sie dokumentierte in den 30er Jahren den rasanten Wandel der Metropole New York. „Sie revolutionierte die Architekturaufnahmen, fing mit Straßenszenen den Zeitgeist ihrer Ära ein, portraitierte Menschen und dokumentierte Reisen“, sagt Mika-Helfmeier. „Sie zeigt mit ihren Schwarz-Weiß-Bildern die sich verändernde Welt zwischen zwei Weltkriegen.“

Zum Auftakt des Ausstellungsjahres gibt es mit Ken Heyman „Most important photographer“ gleich die erste Deutschlandpremier mit Werken des Fotografen, von dem wohl jeder zumindest die legendären Marilyn-Monroe-Fotos kennt. Er hat die Pop-Art-Bewegung in den frühen 60er Jahren in den USA dokumentiert, hat aber auch bei Reisen in über 60 Länder der Welt soziale Themen aufgegriffen. Das KuK zeigt 130 seiner Werke, die in dieser Zusammenstellung in Deutschland noch nicht zu sehen waren.

Das gilt auch für die Ausstellung „Will McBride: Ein sensibler Realist“. Der im vergangenen Jahr im Alter von 84 Jahren gestorbene McBride war fasziniert von der Aufbruchstimmung und dem Lebensgefühl im Berlin der 50er und 60er Jahre. Gezeigt werden im KuK aber auch Bilder, die er für die Zeitschrift Twen aufgenommen hat, und die 1964 in Paris aufgenommene Romy-Schneider-Serie.

Mit diesem Ausstellungsprogramm, davon ist Städteregionsrat Etschenberg überzeugt, wird das KuK auch in diesem Jahr wieder Tausende Besucher begeistern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.