Künstler wagen „Ausbruch aus der Provinz“

Von: Andreas Gabbert
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Beim KuK-Geburtstag in der ersten Reihe: Johanna Reich, Henk Visch, Isabelle Weykmans, Prof. Bernd Mathieu, Helmut Etschenberg, Dr. Dirk Toelke, Dr. Nina Mika-Helfmeier und Ulrike Lubeck (v. li.). Foto: Andreas Gabbert

Monschau/Städteregion. Was ist die Provinz? Wo fängt sie an? Wo hört sie auf? Was macht sie aus? Existiert sie vielleicht nur in unseren Köpfen? Die zwölf Künstler, die ihre Werke jetzt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) der Städteregion in Monschau unter dem Titel „Ausbruch aus der Provinz“ ausstellen, wollen darauf nicht unbedingt eine Antwort geben.

Es soll eher eine Aufforderung an das Publikum sein, sich neuen Betrachtungsweisen zu öffnen und ihre Wahrnehmung zu überdenken.

Der runde Geburtstag wurde am Samstag mit der Eröffnung der Ausstellung gefeiert. Kunsthistoriker Dr. Dirk Toelke aus Aachen führte die zahlreich erschienenen Gäste mit großen Sachverstand in die Werke der zwölf Künstler ein.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg begrüßte besonders die Ministerin für Kultur, Medien und Tourismus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Isabelle Weykmans, Ulrike Lubeck (Direktorin des Landschaftsverbands Rheinland), Roland Nachtigäller (Direktor des Marta-Museums Herford), Karl-Heinz Hermanns (Bürgermeister Simmerath), Georg Kaulen (Ortsvorsteher Monschau), Theo Steinröx (ehemaliger Bürgermeister) und den Chefredakteur dieser Zeitung, Professor Bernd Mathieu.

Etschenberg erinnerte an die Anfangszeit, in der das KuK heftig umstritten gewesen sei, und dankte den Förderern und Gönnern für ihre Unterstützung. Die mache es möglich, Menschen Kunst zu präsentieren, ohne dass sie dafür irgendwelche Hürden überspringen müssten. Dabei könne das KuK es inzwischen mit den bekanntesten Galerien des Landes aufnehmen. „Wir wollen, dass Kunst nach wie vor kostenlos erreichbar bleibt“, betonte Etschenberg.

In der anschließenden Talkrunde stellten sich Künstler und geladene Gäste den Fragen von Moderator Bernd Mathieu. Die Gründungsmitglieder Mele Brink und Bernd Held berichteten aus der schwierigen Anfangszeit. „Damals gab es viele lustige Kommentare der Monschauer, heute sind das Anekdoten“, erinnerte sich Brink.

Nicole Erbe und Alexander Thomas gaben Einblicke in das Projekt „Economy meets Art“, das für KuK-Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier zu den tragenden Säulen ihres Konzepts gehört.

Die Künstler Thomas Stricker, Johanna Reich, Thomas Rentmeister und Henk Visch versuchten zu erklären, warum es sie nach Ausstellungen in aller Welt auch nach Monschau gezogen hat, welche Rolle Mika-Helfmeier dabei spielte und was in Monschau anders ist. Für Johanna Reich sind eher kleinere Ausstellungshäuser wie das KuK besonders reizvoll, „da steckt eine Menge Herzblut drin“.

Der niederländische Bildhauer Henk Visch bekannte, dass ihn schon der Name der Stadt Monschau, die Mischung zwischen deutsch und französisch fasziniere. Für ihn sei es weniger wichtig, wo er ausstelle. Ob Provinz oder Metropole, solche Unterscheidungen interessierten ihn nicht, erklärte Visch. Wichtig sei die soziale Komponente einer Ausstellung, weniger das Herstellen von Kunstwerken.

Zum Abschluss gab KuK-Leiterin Mika-Helfmeier einen Ausblick auf die kommenden Ausstellungen. Im April wird sich die dritte Generation der Leipziger Schule im KuK präsentieren. Im September wird die Fotografin Dana Gluckstein Arbeiten ausstellen. Außerdem dürfen sich die Besucher auf die Objekte von Henk Visch freuen, der auch in Monschau ausstellen wird.

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