Kriminalität: Polizeipräsident zieht positive Bilanz für 2009

Von: Udo Kals
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Städteregion. An Tagen wie diesen tritt Klaus Oelze gerne vor die Presse. Denn der Aachener Polizeipräsident kann nicht nur verkünden, dass mit 51,1 Prozent mehr als jede zweite Straftat in der Städteregion im vergangenen Jahr aufgeklärt werden konnte (2008: 49,6 Prozent) und dass es mit 50.714 fast 1000 Straftaten weniger gab als im Jahr 2008.

Vielmehr sind die Sorgenfalten in puncto Gewaltkriminalität nicht mehr so tief. Die Gewaltspirale scheint nicht nur wie in den beiden Vorjahren gestoppt - „sie konnte zum ersten Mal seit 1999 zurückgedreht werden”, sieht Oelze intensive Bemühungen belohnt. Wenngleich sich die Fallzahlen mit 2206 (2008: 2298 Fälle) noch auf recht hohem Niveau bewegen.

Wurden im Jahr 2001 noch 1582 Fälle von Raub, Körperverletzung, Vergewaltigung, Mord oder Totschlag registriert, schnellte die Zahl bis 2006 auf 2273 hoch. Steigende Gewaltbereitschaft und höhere Gewaltintensität oftmals auch bei jungen Tätern unter 21 Jahren machte die Polizei aus - und reagierte. Unter anderem mit der „Allianz gegen Jugendgewalt,” bei der Polizei - auch mit einem eigens gegründeten Kommissariat -, Staatsanwaltschaft, kommunale Stellen, Gerichte und Bewährungshilfe an einem Strang ziehen.

Es war ein hartes Stück Arbeit, die sich gelohnt habe, meint Oelze. So sank etwa bei der Gewaltkriminalität der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren von 45 Prozent im Jahr 2005 auf jetzt 39 Prozent. Zudem sei bei den Delikten Mord und Totschlag zu berücksichtigen, dass es sich bei den 26 Fällen um 22 Versuche handele, sagt Oelze.

Ansonsten verkündet Oelze viele erfreuliche Tendenzen: So wurde die Zahl der Kellereinbrüche auf 834 halbiert, die Straßenkriminalität sank um 428 auf 14072 Fälle (minus drei Prozent), 30 Prozent weniger Autos wurden gestohlen, zudem wurden weniger Navi-Geräte oder Handtaschen aus Autos geraubt (minus 17 Prozent). Wobei Oelze nicht verschweigt, dass es mehr Wohnungseinbrüche, mehr Computerdelikte und mehr Fälle von EC-Karten-Betrug gab. Dennoch zieht er eine positive Bilanz: „Wir sind ganz sicher, dass diese Entwicklung mit unserer Präsenz und mit guter Polizeiarbeit zu tun hat”, sagt Oelze und verbindet dies mit einem „dicken Dankeschön an alle Kollegen”.

Natürlich werde sich die Polizei jetzt nicht darauf ausruhen, ergänzt Helmut Wälter, Leiter Direktion Kriminalität: „Auch in Zukunft werden unsere Mitarbeiter schnell und flexibel an den Brennpunkten vor Ort sein, wo sie gebraucht werden - ob in Uniform oder mit verdeckten Ermittlern.”

Einen Schwerpunkt polizeilicher Arbeit - wie es im Vorjahr Alsdorf war - werde es indes nicht geben. Insgesamt hat sich die Kriminalitätsstatistik in der Städteregion unterschiedlich entwickelt: Während die Zahl der Straftaten in Aachen um 1,49 Prozent auf 28917 stieg, war sie im ehemaligen Kreisgebiet - mit Ausnahme Stolbergs - rückläufig (5,89 Prozent auf 21797 Fälle).
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