Städteregion - Kreisstraßen: Die Städteregion ist noch lange nicht am Ziel

Kreisstraßen: Die Städteregion ist noch lange nicht am Ziel

Von: Jutta Geese
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Deutsch-niederländisches Gemeinschaftsprojekt: Die Brücke über die Wurm an der Kreisstraße 5 zwischen Herzogenrath-Merkstein und Kerkrade-Eygelshoven wird im nächsten Jahr saniert. Dann werden auch die Radwege in einen ordentlichen Zustand versetzt. Foto: Jutta Geese

Städteregion. An Arbeit mangelt es den Fachleuten im städteregionalen Amt für Immobilienmanagement und Verkehr wahrlich nicht. An den 34 Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von rund 120 Kilometern, den 60 Brücken, Stützmauern und Unterführungen sowie dem etwa 50 Kilometer langen Radwegenetz, für deren Kontrolle, Instandhaltung und Ausbau die Städteregion zuständig ist, ist immer etwas zu tun.

Und neu geplant werden muss auch immer wieder etwas, ob Kreisverkehre oder neue Radwege.

Vor drei Jahren hat der Städterregionstag auf der Grundlage einer genauen Bestandaufnahme ein Ausbau- und Instandsetzungsprogramm (AIP) verabschiedet. Für jede der zehn Kommunen ist in dem 235 Seiten starken Werk beschrieben, in welchem Zustand die Straßen sind und in welchem Zeitraum was gemacht werden soll. Aufgelistet sind mehr als 150 Einzelmaßnahmen bis zum Jahr 2023 und darüber hinaus, 70 davon gehören zur Prioritätsstufe 1 und sollen bis 2018 umgesetzt werden. Ein Zwischenstand.

„Abgearbeitet sind bisher etwa 15 Projekte“, sagt Peter Krückels, Projektleiter Straßenbau. „An der K 6 zwischen Stolberg und Eschweiler haben wir beispielsweise den Radweg erneuert und die Fahrbahn instand gesetzt, in Alsdorf-Mariadorf haben wir die K 10 umfangreich erneuert. Aktuell wird in Aachen-Lichtenbusch an der Raerener Straße gearbeitet, und in Baesweiler wird in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt die K 27 umgebaut.“ In dem Bereich werde ein neues Baugebiet erschlossen, und das biete die Gelegenheit, ohnehin geplante Arbeiten jetzt zu erledigen und damit drei im AIP aufgelistete Maßnahmen in einem Zug umzusetzen.

Dass erst 15 von 70 Maßnahmen der Prioritätsstufe 1 umgesetzt sind, „klingt vielleicht so, als würden wir nicht in die Pötte kommen“, sagt Dirk Gobbelé, Arbeitsgruppenleiter Straßenbau und Verkehrslenkung. „Aber wir sind erst auf halber Strecke“, stellt er klar. Und auf manches habe man keinen Einfluss. Etwa darauf, wie Fördergelder fließen. „Wir bauen ja nicht auf gut Glück, sondern immer erst dann, wenn die Finanzierung steht.“

Dadurch verzögere sich der Start der einen oder anderen Maßnahmen schon mal. Beispielsweise habe es eine Weile gedauert, bis es eine Nachfolgeregelung für das ausgelaufene sogenannte Entflechtungsmittelgesetz gegeben habe, das die Verteilung von Bundes- und Landesgeldern regelte. Zudem habe es Verzögerungen durch personelle Änderungen im Amt gegeben, sagt Gobbelé. „Wir wären gerne schon einen Schritt weiter“, gesteht er. „Aber so ist es nun mal nicht.“

Unter den 70 Maßnahmen der ersten AIP-Umsetzungsphase seien zwar auch viele kleine Dinge, aber auch durchaus aufwendige, berichtet Gobbelé. „Zum Beispiel die Instandsetzung der Brücke über die Wurm zwischen Herzogenrath-Merkstein und Kerkrade-Eygelshoven inklusive Erneuerung und Ausbau des Radweges.

Das ist ein niederländisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt mit entsprechend viel Abstimmungsbedarf.“ Im kommenden Jahr soll aber gebaut werden, bekräftigt Peter Krückels. Die Planungen und die Gespräche mit den beiden Finanziers dies- und jenseits der Grenze seien weit gediehen. Rund 750.000 Euro Baukosten sind für die Instandsetzung veranschlagt, die je zur Hälfte von der Städteregion und der Gemeinde Kerkrade übernommen werden.

Aussagen über den Finanzbedarf für die einzelnen Maßnahmen enthält des AIP nicht. Aus gutem Grund, meint Gobbelé. „Wenn man ein Projekt plant, denkt man natürlich auch über einen gewissen Finanzrahmen nach. Aber bei den Voruntersuchungen kann es immer wieder vorkommen, dass Schäden entdeckt werden, die vorher nicht zu erkennen waren. Und dann muss man wieder neu planen.“

Hinzu komme, dass es seit der Bestandsaufnahme für das AIP in den Jahren 2013/2014 Veränderungen gegeben habe. Wenn Planung und Finanzierung stehen, heißt das noch lange nicht, dass die Straßenbauarbeiter anrücken. „Wir müssen Vorgaben beachten wie: Bau nur in den Sommerferien“, berichtet Gobbelé. Dann könne es vorkommen, dass die fertigen Pläne ein paar Monate lang in der Schublade blieben.

Wo Gefahr im Verzug ist, werde natürlich sofort gehandelt, betonen die beiden Fachmänner, die sich aber an keine Situation erinnern können, in der ad hoc etwa eine Brücke gesperrt werden musste wie aktuelle die Autobahnbrücke bei Duisburg. Alle Kreisstraßen werden regelmäßig kontrolliert. „In der Stadt Aachen übernimmt das die Stadt in unserem Auftrag, im Altkreis der Landesbetrieb Straßen.NRW, der auch die Brücken regelmäßig in Augenschein nimmt“, erklärt Peter Krückels.

Kleine Reparaturen erledigten die dann oft sofort, größere Schäden werden dem städteregionalen Amt gemeldet. „Und daraus leiten wir Konsequenzen ab.“ Dirk Gobbelé ergänzt: „Wir versuchen, es erst gar nicht zu größeren Schäden kommen zu lassen. Einen Riss in der Fahrbahn kann man mit kleinem Aufwand beseitigen, wenn aus dem Riss ein Loch geworden ist, ist es schon zu spät.“

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