Kreative Filmprojekte zeigen, was Inklusion bedeutet

Von: Rolf Hohl
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Städteregion. Nicht nur davon reden, sondern einfach machen: Das ist der Leitspruch von „NoCase“, wenn es um die Inklusion von beeinträchtigten Menschen geht.

Bei der Filmwerkstatt mit Sitz in Eschweiler arbeiten junge Leute mit und ohne Behinderung zusammen an kreativen Filmprojekten. Begleitet werden sie dabei von Profis, was den Ergebnissen dieser gemeinsamen Arbeit durchaus anzusehen ist.

Zahlreiche dieser Werke wurden jetzt beim ersten „NoCase“-Filmfestival im Alsdorfer Cinetower vorgestellt. Insgesamt 28 Kurzfilme hatten die Jugendlichen für die Vorführung auf der großen Leinwand mitgebracht – und sie hatten es sich nicht leicht gemacht. Neben witzigen Kurzgeschichten, die meist in der Umgebung spielen, befassten sich die jungen Filmemacher auch mit den weniger schönen Seiten des Lebens. In zwei Aufklärungsfilmen zeigten sie etwa die Probleme auf, mit denen Epilepsie-Kranke im Alltag zu kämpfen haben, und wie das Umfeld am besten darauf reagieren sollte.

Der Film „Dasein Wegsein“ wiederum griff die grundsätzliche Frage auf, wann das Leben denn beginne – vor dem Hintergrund der Diskussionen um pränatale Diagnostik eine existenzielle Frage. Neben einigen heiteren Stummfilmen in Schwarz-Weiß warfen die jungen Filmemacher in fünf kurzen Episoden auch einen Blick auf die Fortschritte bei der Inklusion in der Region. Diese zeigten: Vieles ist schon auf einem guten Weg, aber häufig wird das vorhandene Geld an falscher Stelle ausgegeben.

„Mit solchen Filmen, die wir professionell erstellen, spielen wir auch Geld ein, das danach in geförderte Arbeitsplätze investiert wird“, erklärte Daniela Lukaßen, Medienpädagogin bei „NoCase“. Dazu arbeiten die Jugendlichen eng mit Filmprofis zusammen, die sie beim Schnitt, Unterlegen von Musik und beim Erarbeiten von Konzepten unterstützen.

Und die Resultate können sich sehen lassen: Die Filme wirken durchdacht, die Personen gut ausgeleuchtet, und Effekte wurden wohltuend sparsam eingesetzt. Weitaus interessanter als die technischen Aspekte sind aber letztlich die inhaltlichen Botschaften.

Jeder der gezeigten Filme bot auf seine Weise Einblicke in das Leben jener Menschen, die wegen ihrer Beeinträchtigungen oftmals noch immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden – ob in der Schule oder in der Arbeitswelt. Die Produktionen haben gezeigt, dass es bei der Inklusion nicht um die Frage gehen sollte, ob etwas für diese Menschen getan werden soll, sondern was getan werden muss.

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