Krankenhaus Simmerath: Millionendefizit wird nicht übernommen

Von: Udo Kals
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Simmerath/Aachen. Mit der Übernahme des Simmerather St.-Brigida-Krankenhauses von der Malteser-Trägergesellschaft lässt sich die Städteregion nach Einschätzung von Städteregionsrat Helmut Etschenberg nicht auf ein finanzielles Abenteuer ein.

„Eine wichtige Rahmenbedingung ist, dass wir ohne jegliche Vorbelastung starten”, betonte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Aachen. So seien die Malteser bereit, die Immobilie zu einem symbolischen Preis von einem Euro zu verkaufen. Zudem übernimmt die Städteregion nicht das angehäufte Defizit, das sich im höheren einstelligen Millionenbereich bewegt.

Und auch das von den Maltesern für 2010 prognostizierte Minus von rund einer Million Euro sei für die Städteregion als künftiger Trägerin des Hauses zu korrigieren. „Nach einer ersten Einschätzung können wir bis Ende 2010 eine schwarze Null schreiben”, sagte Etschenberg. Möglich sei dies, weil man unter anderem durch Kooperationen mit Krankenhäusern in der Region Synergien nutzen wolle.

Alle Träger an einen Tisch holen

Aus diesem Grund will Etschenberg sämtliche Krankenhausträger in der Städteregion Anfang Januar an einen Tisch holen, um mögliche Formen der Kooperation zu erörtern. „Vielleicht finden wir in dieser Runde neue Modelle der Zusammenarbeit”, zeigte er sich optimistisch. Seit rund zwei Jahren arbeitet das Simmerather Haus bereits eng mit dem Medizinischen Zentrum in Würselen zusammen, an dem die Städteregion zu 50 Prozent beteiligt ist.

Dabei betonte Etschenberg auch mit Blick auf die kritischen Verhandlungen mit den (Ober-)Bürgermeistern über den Städteregions-Etat 2010, dass den Kommunen keine etwaigen Kosten beispielsweise über die Regionsumlage auferlegt würden.

Dass sich die Städteregion nun auch in Simmerath engagiert, liegt in der finanziellen Schieflage der Malteser begründet. Da es keinen anderen Interessenten für das Krankenhaus gibt, ist der Träger des öffentlichen Gesundheitswesens - in diesem Fall die Städteregion - laut NRW-Krankenhausgesetz verpflichtet, das Haus zu betreiben. Zumal Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann den Standort in der Nordeifel als bedarfsnotwendig einstuft.

Karl Prinz von Löwenstein zeigte sich als Geschäftsführer der Malteser ebenso froh über die Lösung wie der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns: „Mit dem klaren Bekenntnis zum Krankenhaus Simmerath hat die Städteregion ihre Nagelprobe bestanden.” Wobei die städteregionale Politik, die sich am 28. Januar mit dem Thema befasst, der Lösung noch zustimmen muss. Daran gibt es jedoch keinen Zweifel, so dass die Städteregion spätestens zum 30. Juni 2010 die Trägerschaft übernehmen wird.
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