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Kooperation: Städteregion streckt Fühler nach Ansan aus

Von: Michael Grobusch
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Gute Perspektiven bietet aus Sicht der Städteregion nicht nur die Skyline von Ansan, sondern auch die angestrebte Kooperation mit der 40 Kilometer südlich von Seoul gelegenen Stadt. Foto: dpa
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Gute Perspektiven bietet aus Sicht der Städteregion nicht nur die Skyline von Ansan, sondern auch die angestrebte Kooperation mit der 40 Kilometer südlich von Seoul gelegenen Stadt. Grafik: H.-G. Foto: dpa

Städteregion. Wie wäre es denn mal mit einem Trip nach Ansan? Der tatsächliche Wortlaut der Anfrage, die Helmut Etschenberg vergangenes Jahr erreichte, ist nicht überliefert. Ziemlich sicher aber ist seit Donnerstag, dass aus dem Besuch, den der Städteregionsrat der südkoreanischen Stadt gemeinsam mit Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch und einer kleinen Delegation abgestattet hat, mehr wird als eine flüchtige Begegnung.

Denn der Städteregionsausschuss hat sich am Abend einstimmig für den Abschluss einer Wirtschafts- und Wissenschaftskooperation ausgesprochen. Vertreter aller Fraktionen gerieten regelrecht ins Schwärmen angesichts der Perspektiven, die sie dank der sich anbahnenden Partnerschaft ausgemacht haben. Beispielsweise Georg Helg: „Diese Initiative hat mich außerordentlich gefreut. Es handelt sich um eine ganz eindeutige Stärkung der Städteregion als Wissenschaftsregion“, stellte der FDP-Fraktionsvorsitzende fest.

Klaus Dieter Wolf (CDU) zog einen Vergleich zur Stadt Düsseldorf: „Die hat mit japanischen Firmen extrem gute Erfahrungen gemacht.“ Diesem Beispiel könne die Städteregion nun mit Südkorea folgen. Wobei Wolf betonte: „Es geht hier nicht um einen Schüleraustausch.“ Und auch nicht um eine Städtepartnerschaft, wie Helmut Etschenberg ergänzte. Eine solche pflege die Städteregion bereits mit dem polnischen Kreis Jelenia Góra. „Darauf wollen wir uns konzentrieren und beschränken.“

Unternehmen und Hochschulen

Mit Blick auf Ansan schwebt den Initiatoren etwas ganz Anderes vor. Hier soll eine möglichst enge Kooperation einerseits zwischen den städteregionalen und südkoreanischen Unternehmen und andererseits zwischen den Hochschulen geschaffen werden.

„Die Stadt Ansan bietet herausragende Rahmenbedingungen, die durch eine strategische Partnerschaft für die Städteregion nutzbar gemacht werden können“, zeigt sich der Städteregionsrat überzeugt und verweist auf einige Eckdaten: Die Metropole, die 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul liegt, hat 760.000 Einwohner, zählt mehr als 30.000 kleine und mittelständische Unternehmen, verfügt über zahlreiche Forschungseinrichtungen und weist die höchste Dichte an Hochschulen (derzeit gibt es vier) in Südkorea auf. „Ich war tief beeindruckt“, blickt Helmut Etschenberg auf seinen Aufenthalt zurück.

Erster „Anker“ in Herzogenrath

Einen ersten „Anker“ für diese Partnerschaft gibt es bereits: Die Firma Unitech hat im Juni 2015 einen Sitz im Technologiepark Herzogenrath eröffnet und betreibt dort seitdem eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Das entspreche genau der Zielrichtung, die die Kooperation haben soll: „In Südkorea besteht ein großes Interesse daran, vor allem mit Forschungsköpfen in die Städteregion zu kommen“, erklärt Etschenberg.

Zudem habe es erste Gespräche über die Einrichtung einer Modellklasse zur dualen Ausbildung von jungen Koreanern gegeben. Unterstützung könnte hier die deutsch-koreanische Handelskammer leisten, zudem hat das Land NRW nach Angaben der Städteregion eine Förderung in Aussicht gestellt.

Nach dem Beschluss des Städteregionsausschusses sollen die Vorbereitungen für die neue Partnerschaft zügig vorangetrieben werden. Bereits in wenigen Tagen, vom 28. Mai bis 1. Juni, wird der Bürgermeister der Stadt Ansan mit einer Delegation die Städteregion besuchen. Zum Programm gehört unter anderem ein Empfang im Städteregionshaus am 29. Mai, bei dem auch die Bürgermeister aller regionsangehörigen Kommunen vertreten sein werden. „Das ist ein klares Signal des Willkommens“, findet Helmut Etschenberg.

Anfang September macht sich dann erneut eine städteregionale Delegation auf den Weg nach Südkorea. Sie soll nicht nur an der Einweihung des neuen Technologie- und Gründerzentrums in Ansan teilnehmen, sondern vor allem erste konkrete Vereinbarungen für die Verwirklichung der angestrebten Kooperation treffen.

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