Konzept zur Bürgerbeteiligung: dem Bürger auf allen Kanälen begegnen

Von: Angela Delonge
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Den mündigen Bürger im Blick
Den mündigen Bürger im Blick: Prof. Claudia Mayer (Mitte) und ihre Studentinnen stellten den Herren aus der Städteregion (hintere Reihe, v.l.) Manfred Eis, Helmut Etschenberg, Axel Hartmann und Rudi Bertram sowie FH-Rektor Prof. Markus Baumann ihr Konzept zur „Bürgerbeteiligung in der Städteregion” vor. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es gibt eine Idee, und dann die Frage, wie sie umzusetzen ist. Die Idee lautet „mehr Bürgerbeteiligung in der Städteregion” und stammt von Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Die Frage der Umsetzung wurde am Montag beantwortet: von sieben Studentinnen im Studiengang Communication und Multimedia Design der FH Aachen.

Unter Federführung ihrer Professorin Dr. Claudia Mayer hatten sich die jungen Frauen in einem Projekt der zentralen Frage gewidmet: Wie sieht ein zeitgemäßes Konzept zur Bürgerbeteiligung aus, das alle Generationen anspricht? Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Sie muss auf allen Kanälen stattfinden.

Das Thema Bürgerbeteiligung ist zwar zurzeit in aller Munde, aber selbst FH-Rektor Markus Baumann zeigte sich „überrascht, dass so viele wichtige Menschen erschienen” waren, um der Präsentation der Ergebnisse im Senatssaal der FH beizuwohnen. Und natürlich, „Wege und Konzepte zu finden, den mündigen Bürger zu beteiligen”, sei schwierig, gab Baumann zu und zollte der Arbeit seiner Professorin und ihrer Studentinnen Respekt.

Auch Helmut Etschenberg freute sich, dass so viele - vor allem auch die Bürgermeister aus den Kommunen - gekommen waren, um „eine Idee aufzunehmen, wie man mit den Bürgern enger auf Augenhöhe zusammenkommen kann”. Klar ist: „Das wird ein längerer Weg.” Ebenso, dass hier und jetzt nur Zwischenergebnisse präsentiert werden können, wie Claudia Mayer betonte.

„Bürgerbeteiligung löst viele Emotionen aus”, so Mayer, „dem Bedürfnis nach Engagement folgt häufig Frustration.” Gerade deshalb sei es wichtig, dem Ruf nach Transparenz zu folgen und dem Bürger Konzepte zur „Interaktivität auf Augenhöhe” anzubieten. Ihr Fazit: „Die Region der Beteiligung ist das, was in der Zukunft die funktionsfähige Gemeinschaft ausmachen wird.” Um herauszufinden, wie Bürger erreicht werden können und was Bürger wollen, haben die Studentinnen umfassende Recherchen in der Region unternommen und sich über ein überaus positives Feedback gefreut. Feedback ist überhaupt das Stichwort, das Bürgerbeteiligung erst sinnvoll macht. „Damit Beteiligung mehr ist als reiner Protest”, so Claudia Mayer, müssen Bürger sich ernst genommen fühlen und eine Rückmeldung bekommen. Das wiederum macht nur Sinn bei gestaltbaren Themen, und nicht, wenn die Entscheidung schon feststeht.” Besondern angetan waren die Interviewerinnen über das Engagement der Jugend. Alleine über 100 Fragebögen wurden bei der Veranstaltung zur Jugendpartizipation „Was geht?” ausgefüllt. „Jugendliche wissen Bescheid, engagieren sich und wollen mitgestalten, so das Fazit der Studentinnen.

Aber letztlich hängt wie immer alles am Geld. Claudia Mayer gab deshalb ihren Zuhörern mit auf den Weg: „Bürgerbeteiligung muss wohlüberlegt und kompetent sein. Da muss man Geld in die Hand nehmen. Doch Helmut Etschenberg hat schon vorgesorgt: „Wir haben ein wichtiges Thema in den Fokus genommen und müssen jetzt Prioritäten setzen. Gut, dass sich der Städteregionstag bereiterklärt hat, hierfür finanzielle Mittel bereitzustellen.”

Neue Formender Bürgerbeteiligung

Das von der Projektgruppe vorgeschlagene Konzept der Bürgerbeteiligung besteht im Wesentlichen aus drei Standbeinen:

Die Online-Plattform ist das Herzstück des Konzepts. Hier präsentiert sich zunächst die Städteregion als Ganzes, alle Kommunen und die Stadt Aachen können aber auch einzeln angeklickt werden, dann wiederum einzelne Orts- bzw. Stadtteile. Von da aus geht es in ein Forum, wo sich je ein Button für „Aktuelles” und „Diskussion” befindet. Das Forum ist natürlich mit Facebook vernetzt.

Im Hintergrund bearbeitet ein „Moderator” die Beiträge, die er zur Diskussion freigibt und an die entsprechenden Stellen weiterleitet. Ihm kommt eine zentrale Bedeutung zu, ist er doch sozusagen der „Bürgerbeteiligungsbeauftrage”.

Der Newsletter ist als zweites Standbein zur regelmäßigen Information interessierter Kreise und/oder Personen gedacht, jeweils mit eigenen Schwerpunkten für die Jugend und Ältere.

Das Bürger-Café schließlich soll der Ort für den persönlichen und generationenübergreifenden Austausch in jeder Kommune sein. Auch eine mobile Variante ist denkbar.
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