Aachen - Kleines Team kommt Schwarzarbeit in der Städteregion auf die Schliche

Kleines Team kommt Schwarzarbeit in der Städteregion auf die Schliche

Von: Jutta Geese
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Aachen. „Schwarzarbeit ist für die Kreishandwerkerschaft ein ganz wichtiges Thema”, sagt Gregor Jansen. Doch nicht nur für sie. Schwarzarbeit richte enormen volkswirtschaftlichen Schaden an, weil dem Staat Steuern und den Sozialversicherungen Beiträge vorenthalten werden.

Deshalb seien Kontrollen richtig, betont der für Ordnungsangelegenheiten zuständige Dezernent der Städteregion. Und die „Bekämpfungsgruppe Schwarzarbeit” der Städteregion leiste neben dem Zoll und anderen Institutionen dazu einen wichtigen Beitrag.

Im vergangenen Jahr ist die kleine Gruppe mit gerade mal 1,63 Stellen in 100 Fällen aktiv geworden, hat Buß- und Verwarnungsgelder in Höhe von insgesamt rund 23.600 Euro verhängt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein drastischer Rückgangs. Denn im Jahr 2009 - da war die Gruppe noch 3,3 Stellen stark - wurden mehr als 73.000 Euro an Bußgeldern bei 130 Fällen eingenommen. Doch das ist eine Folge einer gesetzlichen Neuregelung, sagt Mario Desombre, der stellvertretende Ordnungsamtsleiter: „Wir sind nicht mehr für Kontrollen auf Großbaustellen zuständig, das macht der Zoll. Dadurch ergibt sich der Einnahmerückgang.”

Aufgabe der städteregionalen Bekämpfer der Schwarzarbeit ist vor allem, Unternehmer aufzuspüren, die nicht in die Handwerkerrolle eingetragen sind oder ihr Gewerbe nicht angemeldet haben, also gar nicht als Unternehmer agieren dürfen. „Dabei geht es nicht nur um alles rund ums Baugewerbe”, sagt Desombre „Es geht auch um den Kfz-Bereich, Friseure oder auch Fotografen.”

Auf die Schliche kommen die Kontrolleure den Schwarzarbeitern vor allem durch Anzeigen von Dritten. Immerhin zwei Drittel der gezielten Kontrollen sind auf Hinweise aus der Bevölkerung, aber auch der Jobcenter zurückzuführen. Letztere wenden sich etwa an das Team, wenn sie den Verdacht haben, dass jemand Hartz-IV-Leistungen bezieht und nebenher schwarzarbeitet. Das übrige Drittel wird bei sogenannten Initiativprüfungen - Kontrollen ohne speziellen Anlass - aufgespürt. Dabei betont Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Es geht uns nicht um die normale Nachbarschaftshilfe. Es geht darum, die professionelle Schwarzarbeit zu bekämpfen.”

Ihre Arbeit verstehen die Kontrolleure auch als Schutz für die Bürger. Denn wer etwas schwarz machen lasse, habe bei fehlerhafter Ausführung keinen Gewährleistungsanspruch, so dass es letztlich teurer werden könne, als gleich eine Firma zu beauftragen, sagt Desombre. Und so manchem Schwarzarbeiter zeige seine Gruppe auch Wege aus der Illegalität auf, betont er. Denn manch einer wisse nur nicht, wie man sich ordnungsgemäß selbstständig macht.
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