Aachen/Städteregion - Keiner will die „Inklusionspauschale” der Städteregion

Keiner will die „Inklusionspauschale” der Städteregion

Von: ger
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Aachen/Städteregion. Inklusion von behinderten Schülern ist für die Berufskollegs eine schwierige Aufgabe. Der Schulausschuss der Städteregion beriet in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch über die Schwierigkeiten der Berufskollegs.

Die Zahlen der Schüler mit Behinderung sind an vielen Berufskollegs der Städteregion hoch. Das Berufskolleg Alsdorf besuchen derzeit etwa 45 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Das Berufskolleg Eschweiler gibt an, dass es derzeit von gut 50 behinderten Schülern besucht wird. Für zwei Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule wurden Anträge zur „Fortsetzung sonderpädagogischer Förderung in der Sekundarstufe II” gestellt. Allerdings kamen rund 100 Schüler direkt von einer Förderschule an die Käthe-Kollwitz-Schule.

Die Situation an der Käthe-Kollwitz-Schule zeige eine Schwierigkeit beim Übergang von der Sekundarstufe I in die Berufsschule. „Die Übergabe funktioniert nicht”, erklärte Schulamtsdirektor Norbert Greuel. Beim Übergang in die Sekundarstufe II müssten die bisherigen Schulen ein „Formblatt” ausfüllen und es der neuen Schule zuschicken. Das geschehe bisher nur sehr selten.

Zudem beklagen die Berufskollegs, dass es keine Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Sonderpädagogik für die Lehrer gebe. Außerdem habe man keine Sonderschullehrer, die dem besonderen Förderbedarf der behinderten Schüler gerecht werden. Das unterstrich Roland Ebert, Sachkundiger Bürger im Schulausschuss und selber Lehrer an einem Berufskolleg: „Die Kollegen sind fachtheoretisch sehr gut, aber sie sind in keiner Weise darauf vorbereitet Schüler sonderpädagogisch zu betreuen. In diesem Bereich kriechen die Berufskollegs auf dem Zahnfleisch.”

Und aus dieser Klemme hilft ihnen bislang niemand heraus. Hans Pontzen, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, erklärte, dass man bei der Bezirksregierung bisher ohnehin keine Chance hatte, Unterstützung bei der Betreuung der Schüler mit Förderbedarf zu bekommen. Es hieß stets, dass dafür keine Ressourcen zur Verfügung stehen.

Die Städteregion stellt für das Schuljahr 2011/2012 eine „Inklusionspauschale” zur Verfügung. Diese soll dazu beitragen, dass Kinder mit Behinderung in Regelschulen unterrichtet werden können. Im Städteregionshaushalt wurden dafür für 2012 und 2013 jeweils 20.000 Euro eingestellt.

Allerdings ging der Verwaltung kein einziger Antrag zu, der die Förderkriterien erfüllte. Man will nun die Schulträger gezielt ansprechen, damit sie die Förderung gegebenenfalls in der Zukunft wahrnehmen.
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