Kandidaten für den Städteregionsrat: Uwe Zink (SPD)

Von: Jutta Geese
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Will die Städteregion mitgestalten: Uwe Zink (SPD) kandidiert für das Amt das Städteregionsrates. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sozialarbeiter wollte er eigentlich werden. Doch Freunde und Eltern rieten ihm davon ab. Zu kantig sei er dafür, meinten sie. Also machte Uwe Zink erst mal eine Maurerlehre. Kantig wirkt der jetzt 57-jährige Kandidat der SPD für das Amt des Städteregionsrates auch heute noch hin und wieder, nicht so geschliffen wie manch ein Politiker.

Wenn ihm ein Thema wichtig sei, sagt er, „dann stehe ich dazu, auch im Wahlkampf, ich bin nicht taktisch, und ich will mich nicht verbiegen”.

Entscheidungen zu treffen und die dann auch zu vertreten, hat Zink in den vielen Jahren gelernt, die er nun schon eine Führungsposition inne hat, davon allein 15 Jahre als Bau- und Umweltdezernent des Kreises Aachen. „In einer Verwaltung muss man einfach entscheiden. Dass man es damit nicht allen recht machen kann, damit muss man leben können, auch als Städteregionsrat”, sagt Zink, der nach der Maurerlehrer sein Fachabitur machte, dann Bauingenieurwesen studierte und 1976 seine Beamtenlaufbahn bei der Stadt Düsseldorf begann.

Einer Stadt, die von der Einwohnerzahl her etwa der Städteregion entspricht. Und so selbstbewusst, wie die Landeshauptstadt auftritt, so selbstbewusst will Zink die Städteregion aufstellen. Schließlich verfüge die mit ihren Hoch- und Fachhochschulen über ein enormes Potenzial. Erst recht, wenn sie mit den Nachbarkreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen sowie der Parkstad Limburg auf niederländischer und der Deutschsprachigen Gemeinschaft auf belgischer Seite als ein Wirtschaftsraum auftrete. „Davon würde jeder profitieren”, ist er überzeugt.

Bildungspolitik spielt für Zink daher eine zentrale Rolle. Von der Betreuung unter Dreijähriger bis hin zur Uni müsse Bildung kostenfrei sein, fordert er. Wohlwissend, dass dafür nicht die Städteregion zuständig ist. Eine ihrer Aufgaben sieht er aber darin, abgestimmte Qualitätsstandards zu entwickeln. Wobei ihm wichtig ist, dass die berufliche Bildung einbezogen wird und auch diejenigen, die nicht so leicht lernen. „Für mich als Sozialdemokrat ist der Sozialbereich ganz wichtig”, betont er.

Und das sagt Zink nicht nur, weil das im Wahlkampf gut ankommen kann, sondern aus Überzeugung - und eigener Erfahrung. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern lebt seit sieben Jahren in einer Patchworkfamilie mit seiner jetzigen Partnerin und deren beiden Söhnen, und einer der beiden sitzt im Rollstuhl. „Dadurch habe ich viel gelernt”, sagt Zink. „Ich weiß, was es heißt, gehandicapt zu sein, im Straßenverkehr, im ÖPNV oder am Arbeitsplatz.” Für vieles sei er sensibler geworden, nicht nur, was Planen und Bauen betrifft, sondern auch was die Wertschätzung beziehungsweise mangelnde Wertschätzung von Menschen mit Behinderung angeht. „Ich weiß um ihre Fähigkeiten, aber auch, wie viel Arbeit und Mühe ihre Betreuung bedeutet.”

Viel gelernt hat Zink auch in den vier Jahren als persönlicher Referent des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Anfang der 90er Jahre. „Da habe ich mitbekommen, wie Politik funktioniert, wie Interessen vertreten und Projekte angestoßen werden.” Damals war er schon das, was man einen gestandenen Parteiarbeiter nennt: 1977 ist er in die SPD eingetreten und hat bis hin zum Ortsvereinsvorsitz nahezu alle Funktionen durchlaufen, die es auf der unteren Parteiebene gibt.

Mit seiner Wahl zum Kreisdezernenten im Jahr 1994 sind seine parteipolitischen Aktivitäten in den Hintergrund getreten. „Aber ein Dezernent ist ja nicht unpolitisch”, sagt er. „Man muss sich mit der Politik abstimmen und Maßnahmen erfolgreich umsetzen.” Und warum begibt er sich jetzt ins (partei-)politische Rampenlicht? „Mein Ziel war immer, vorne zu sein, weil man da mitgestalten und Neues machen kann. Vielleicht kommt da ein bisschen der Maurer in mir durch. Ein Maurer sieht abends, was er tagsüber geschaffen hat.”
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