Kahlschlag schafft Platz für neue Brücke

Von: Udo Kals
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Die erste Bauphase des Umbaus des Aachener Autobahnkreuzes ist bald abgeschlossen: Noch im April soll die neue Süd-Ost-Tangente, über die Autofahrer von Belgien kommend auf die A4 in Richtung Köln gelangen, asphaltiert werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wer vor lauter Bäumen die Baustelle im Aachener Autobahnkreuz nicht sieht, dem wird derzeit geholfen: Kahlschlag ist an einigen Stellen in dem Verkehrsknoten angesagt - und das aus gutem Grund, wie Projektleiter Helmut Helzle vom Landesbetrieb Straßen.NRW betont.

„Für den anstehenden Neubau der zentralen Brücke und der zwischenzeitlich notwendigen Behelfsbrücke brauchen wir Platz.” Und der Projektleiter beeilt sich, gleich zweierlei hinzuzufügen: „Natürlich werden die Bäume nicht ersatzlos gefällt. Auf Ausgleichsflächen im und am Autobahnkreuz wird neues Grün gepflanzt.”

Und wer auf die Idee kommen sollte, preiswertes Brennholz erstehen zu können, ist auf dem Holzweg. „Anfragen gibt es zuhauf”, sagt Helzle, „aber das Holz ist bereits verkauft.”

Es geht also voran auf der größten Straßenbaustelle in der Region. Denn während mit der Fällaktion bereits die Vorbereitungen für die zweite Bauphase des Umbaus laufen, steht die erste Bauphase kurz vor dem Abschluss. Seit Oktober 2009 wird die sogenannte Süd-Ost-Tangente neu gebaut, die Autofahrer von Aachen-Brand kommend nutzen, um von der A44 auf die A4 in Richtung Köln zu wechseln.

„Diese Trasse verläuft etwas außerhalb der vorhandenen Strecke, um Platz für eine neue Brücke zu schaffen, die später den kreuzungsfreien Verkehr von Belgien in Richtung Niederlande und über die A544 nach Aachen ermöglicht”, erläutert Helzle.

Schon bald werde asphaltiert, so dass das 700 Meter lange und 1,2 Millionen Euro teure Teilstück wohl ab Ende April befahren werden könne, hofft er.

Zeit zum Zurücklehnen und Verschnaufen bleibt nach dem Abschluss der ersten Baustelle aber kaum: Schließlich stehen insgesamt sieben Bauphasen in fünf Jahren auf dem Programm. Und mit der Zentralbrücke, über die der Verkehr auf der A44 zwischen Düsseldorf und Belgien rollt, steht die erste große Herausforderung an.

Nach dem Kahlschlag und den Kanalarbeiten wird voraussichtlich im Juni mit dem Bau begonnen - und der fängt mit einem Abriss an. Zuerst wird die Hauptbrücke in Fahrtrichtung Düsseldorf abgebrochen. Wenn der dann erweiterte Brückenteil im Frühjahr 2011 fertig ist, werden die Gegenfahrbahnen abgerissen und neu gebaut. Der Verkehr läuft während der Arbeiten zum Teil über eine Behelfsbrücke. Große Verkehrsprobleme erwartet Helzle während der 19-monatigen Bauzeit nicht. „Nur die wenigsten der rund 140.000 Autos, die täglich über das Kreuz fahren, bleiben auf der A44. Die meisten fahren Richtung Aachen und Niederlande ab oder in Richtung Belgien auf.”

Auch bei den Kosten ist Helzle optimistisch. Zwar gibt es noch keine genauen Zahlen, weil die Vergabe noch aussteht. „Doch nach Ablauf des Submissionstermins können wir sagen, dass der Bau günstiger wird als die kalkulierten 21 Millionen Euro”, sagt er. Enthalten sind nicht nur der Bau der Hauptbrücke samt Vorarbeiten, sondern auch besagte Brücke über die Süd-Ost-Tangente, mit der auch in den kommenden Wochen begonnen wird.

Der Bauabschnitt verzögert sich um rund zwei Monate, weil die angedachte Betonkonstruktion vor einigen Monaten verworfen wurde. Grund: Die Spannweite der Brücke liegt über dem mit 35 Meter bezifferten Grenzwert der technischen Vorschriften. Jetzt wird die Brücke aus Stahl gebaut.
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