Städteregion - „Junges Ehrenamt“: Mehr als eine symbolische Unterstützung

„Junges Ehrenamt“: Mehr als eine symbolische Unterstützung

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Freuen sich über das „Stipendium für das junge Ehrenamt“: Cindy Gehrt (v.l.), Judith Patzke, Christine Pauls und Julian Huppertz vom Regiosportbund. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Bis vor wenigen Monaten hatten sie nichts miteinander zu tun und kannten sich nicht einmal. Das mag man kaum glauben, wenn man Christine Pauls, Cindy Gehrt und Judith Patzke so zusammensitzen, reden, diskutieren und lachen sieht.

Was die drei jungen Frauen verbindet, ist die Liebe zu ihrem Sport, für den sie einen großen Teil ihrer Freizeit zur Verfügung stellen. Und seit Februar haben sie noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind die ersten Stipendiatinnen des Regiosportbundes Aachen (RSB).

Mit den „neuen Richtlinien zur Förderung des Sports“ hat sich zu Beginn des Jahres für die Vereine in der Städteregion nicht nur einiges bei der Bewilligung von Zuschüssen geändert. Darüber hinaus gibt es auch neue Ansätze, die vor allem auf junge Sportler abzielen. Die „Talentförderung“, mit der junge Athleten bei der Teilnahme überregionaler Wettkämpfe unterstützt werden sollen, zählt dazu. Und auch das „Stipendium für das junge Ehrenamt“, das erstmals an drei junge Menschen vergeben worden ist, die sich in ihrem Verein in besonderem Maße engagieren und „in einer Schlüsselposition“ Verantwortung übernehmen.

Auf Christine Pauls, Cindy Gehrt und Judith Patzke trifft das zweifellos zu. Letztgenannte, mit 19 Jahren die Jüngste des Trios, engagiert sich seit vielen Jahren als Trainerin und mittlerweile auch als stellvertretende Jugendwartin beim Segelklub Eschweiler See. Beruflich macht sie derzeit eine Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin. Christine Pauls (26) ist Jugendwartin und Kindertrainerin bei den Wasserfreunden Delphin Eschweiler im Bereich Synchronschwimmen und zudem Geografie-Masterstudentin an der Uni Köln. Und Cindy Gehrt (27)lässt sich trotz ihres Lehramtsstudiums in Wuppertal (Sport und Deutsch) nicht davon abhalten, für den Herzogenrather TV weiterhin als Turntrainerin und seit wenigen Tagen auch als Kampfrichterin aktiv zu sein.

Das hat auch die Jury des Regiosportbundes beeindruckt und überzeugt, als es Anfang des Jahres um die Vergabe der Stipendien ging. „Ihr habt unter den zahlreichen Interessenten wirklich die besten Bewerbungen vorgelegt“, ist Julian Huppertz immer noch voll des Lobes. Und dass die Drei bei ihren Präsentationen nicht übertrieben haben, das kann der Vorsitzende der RSB-Sportjugend ebenfalls nur unterstreichen: „Ihr setzt euch im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern mit euren Vereinen für ein Angebot ein, das sich an alle Menschen richtet. Ihr bietet einen sozialen Mehrwert und schafft Bindungen.“

Was für die drei jungen Frauen völlig selbstverständlich ist, gelte in der heutigen Gesellschaft längst nicht mehr als „Normalität“, bedauert Huppertz: „Es wird immer schwieriger, ehrenamtlich Engagierte zu finden.“ Viele Leute begründeten ihre ablehnende Haltung mit fehlender Zeit. „Und genau hier wollen wir mit unserem Stipendium ansetzen.“

Ein Jahr lang 100 Euro pro Monat

Für den Zeitraum von einem Jahr erhalten die Stipendiatinnen monatlich 100 Euro. Das mag auf den ersten Blick nicht sonderlich viel sein und eher symbolisch wirken, doch diesem Eindruck treten die so Unterstützten entgegen. „Jede Stunde, die man weniger für einen Nebenjob aufbringen muss, ist eine Erleichterung“, stellen Judith Patzke und Christine Pauls unisono fest. „Und ich kann das Geld gut gebrauchen, um meine hohen Fahrtkosten zu stemmen“, betont Cindy Gehrt.

Allerdings ist mit dem Stipendium auch ein gewisser Mehraufwand verbunden. Denn die Vergabe ist an die Auflage geknüpft, innerhalb der zwölf Monate ein Projekt zu entwickeln und umzusetzen. Judith Patzke hat sich für die Organisation einer Spaßregatta für die jüngsten Mitglieder auf dem Blausteinsee entschieden, Christine Pauls hat ein Wasser-Kinder-Bewegungsabzeichen ins Leben gerufen, das vor allem auf die Kitas abzielt. Und Cindy Gehrt organisiert ein großes Schauturnen, das den Rahmen für eine zum Familiennachmittag erweiterte Weihnachtsfeier bieten soll.

Unterstützt wurden und werden die Stipendiatinnen dabei vom Regiosportbund. Einzel, und auch in der Gruppe. Das klappt offenbar so gut, dass aus den angestrebten ersten Anfängen eines Netzwerkes für die jungen Leute über die Grenzen ihres Vereins und ihrer Sportart hinaus mittlerweile noch mehr geworden ist: Freundschaft.

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