Jugendlichen Alternativen zur Parteipolitik bieten

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Die Liebfrauenschule Eschweiler hat in diesem Jahr die beste Schülervertretung: Die Siegerehrung nahmen der städteregionale Bildungsdezernent Markus Treodde (r.) und Yannik Folsche und Pascal Jonek (v.l.) vom Bildungsbüro vor. Christian Dickmeis, Marius Kaiser und Miriam Siegers nahmen den Preis entgegen. Foto: Herrmann

Städteregion. Manchmal macht Schule richtig Spaß. Vor allem dann, wenn es um Inhalte geht, die man nicht nur im Unterricht, sondern auch im Leben brauchen kann. Genau darüber wurden jetzt rund 150 Schülerinnen und Schüler beim städteregionalen Schülervertretungstag (SV-Tag) im Aachener Tivoli in verschiedenen Workshops ausführlich informiert.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bildungsbüro und der Koordinationsstelle Jugendpartizipation (JUPA) der Städteregion Aachen. „Unser Ziel ist, dass sich die jungen Menschen in politischen und gesellschaftlichen Fragen, insbesondere zur Zukunft Europas, einbringen. Die Vernetzung spielt dabei eine große Rolle, und das beginnt in den Schulen und damit in der SV“, sagt Yannick Folsche von JUPA. „Wir wollen den Jugendlichen eine Alternative zur herkömmlichen Parteipolitik bieten.“

Der SV-Tag richtete sich an die Vertretungen aller weiterführenden Schulen und Berufskollegs in der gesamten Städteregion. Dass Jugendliche in der Schule mitbestimmen dürfen, ist zwar im Schulgesetz fest verankert und war den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch bekannt. Dass damit ganz viele weitere Aspekte einhergehen, war aber nicht allen klar. Im Workshop „Rhetorik“ lernten die Jugendlichen beispielsweise, wie sich eine Nachricht unter bestimmten Kommunikationsbedingungen verändert.

Eine weitere Station, in der es auch um Kommunikation ging, war die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Kurs „Projektmanagement“ erfuhren die Schüler, wie sie ihre SV ins rechte Licht rücken können.Dass eine SV nicht nur viele Rechte hat, sondern auch Pflichten, wurde in einem weiteren Workshop deutlich.

In einem eigenen Workshop hatten Lehrkräfte beim SV-Tag die Chance, sich über ihre Erfahrungen mit der Schülerverterung auszutauschen und zu überlegen, wie man die Zusammenarbeit weiter verbessern kann. Einen kompakten Überblick erhielten die Schüler im Workshop „SV-Allround“, bei dem Florian Weyand vom Bildungsbüro verdeutlichte, wie man mit der passenden Rhetorik und angemessener Argumentation zum Ziel kommen kann.

Mit dem Titel „Beste Schülervertretung der Städteregion 2015“ wurde das SV-Team der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler ausgezeichnet . „An unserer Schule hat die Schülervertretung einen ganz besonderen Stellenwert“, erläuterte Miriam Siegers. „Denn uns ist es enorm wichtig, dass jeder weiß, dass er die Möglichkeit hat, mitzubestimmen und in Entscheidungen einbezogen wird.“

Über die zahlreichen Aktivitäten wurde ein Video gedreht, das Siegers und ihren Mitschülern letztlich den Sieg brachte. „Wir engagieren uns nicht nur schulintern, sondern auch außerhalb. So sammeln wir auf Schulfesten Geld für soziale Projekte in der eigenen Stadt“, berichtete die 18-Jährige bei der Ehrung. Seit Jahren schon organisiere die SV zudem regelmäßige Nachhilfestunden von älteren Schülern für jüngere sowie ein Jahresabschlussgrillen.

Miriam Siegers ist bereits seit der fünften Klasse in der SV tätig, seit der elften Klasse ist sie stellvertretende Schülersprecherin. Warum sie das macht? „Ich möchte vor allem das Schulleben mitgestalten, denn schließlich verbringen wir hier viel Zeit“, sagt sie. „Außerdem möchte ich zeigen, dass man etwas ändern kann und dass jeder eine Stimme hat.“

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