Jeder Klick im Netz sollte gut überlegt sein

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Was im echten Leben geht, ist im Web unmöglich, denn niemand ist im Netz unsichtbar: Insgesamt 15 Jugendliche aus der Städteregion sind jetzt zum „Smart-User“ ausgebildet worden und wollen ihr Wissen zukünftig vor allem an jüngere Mitschüler weitergeben. Foto: Städteregion

Städteregion. „Think before you post! Denk nach, bevor Du schreibst!“. Dies ist eine zentrale Botschaft der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Städteregion. In Stolberg haben sich unter diesem Gesichtspunkt insgesamt 15 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren mit dem Thema „Gefahren durch sexuelle Übergriffe“ im Internet auseinandergesetzt.

Die Fachstelle „Sexueller Missbrauch“ hatte das Thema bereits im Frühjahr anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens zahlreichen Fachleuten vorgestellt. Nun waren die Jugendlichen selbst gefragt.

Die zukünftigen „Smart User“ („clevere Nutzer“) aus Stolberg, Eschweiler, Monschau, Simmerath und Roetgen sollen an ihrer Schule jüngere Mitschüler vor den Gefahren durch allzu leichtfertigen Umgang mit sensiblen Daten und Bildern schützen. Das Projekt soll Stück für Stück auf die gesamte Städteregion ausgeweitet werden.

Leichtfertig mit einem Klick

Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. spielen in der Lebenswelt der Jugendlichen eine zentrale Rolle. Verabredungen treffen, sich über Erlebtes austauschen, seinen Kummer teilen, aber auch, sich über andere lustig machen oder sie sogar öffentlich bloßstellen – das alles geht am besten online. „Ohne Internet müsste ich allen Leuten alles ins Gesicht sagen, anstatt es ihnen zu schreiben“, berichtet einen Teilnehmerin.

Darin liegt allerdings gleichzeitig die große Gefahr: Allzu leichtfertig werden mit einem Klick Kommentare versendet, die verletzend sein können, sowie persönliche Fotos von Freunden ins Netz gestellt, die ohne das Einverständnis der betreffenden Person das höchstpersönliche Recht am eigenen Bild verletzen.

Wesentlich dramatischer sind die Folgen für die Betroffenen, wenn Nacktbilder, die während einer Beziehung an den Partner versendet wurden, plötzlich aus Gefühlen der Enttäuschung oder der Rache an völlig Unbeteiligte geschickt werden. Die Scham, die das Opfer dann empfindet, war auch für die Projektteilnehmer nachvollziehbar. Ebenso wie der Appell der Referenten, am besten keine persönlichen Fotos über das Internet zu verschicken. Denn grundsätzlich gelte: „Einmal im Netz – immer im Netz“.

Neben grundlegenden Infos zum Thema „Sexualisierte Gewalt durch digitale Medien“ wurden die Jugendlichen auch zu „Täterstrategien“ geschult und wie man sich gegen diese zur Wehr setzen kann. Außerdem konnten sich die Schüler in ihrer zukünftigen Rolle als „Smart User“–Berater ausprobieren. Sie leiteten Aufwärmübungen und teambildende Spiele und entwickelten konkrete Ideen, wie sie ihre Kenntnisse vor Ort an andere Schüler weitergeben können.

Im nächsten Schritt werden die an den beteiligten Schulen tätigen Schulsozialarbeiter und Vertrauenslehrer geschult, um möglichst zeitnah die ersten „Smart User“-Experten in Aktion zu unterstützen. Denn, so fasste der 15-jährige Jonathan seine neue Aufgabe zusammen: „Als ältere Schüler haben wir eine Verantwortung den Jüngeren gegenüber!“

Weitere Infos zum Thema „Smart User – Clever im Netz unterwegs sein“ und zu den nächsten Schulungen gibt es bei Angelika Degen von der Fachstelle Sexuelle Gewalt der Städteregion. Sie ist erreichbar unter Telefon 0241/5198-2240 und angelika.degen@staedteregion-aachen.de.

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