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Jecken sollen unbeschwert feiern

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Köln Karneval
Um noch präsenter zu sein, werden in diesem Jahr teilweise Polizeianwärter zum Einsatz kommen. Foto: Oliver Berg/dpa

Städteregion. Die Jecken sollen unbeschwert feiern. Dafür will die Aachener Polizei sorgen. „Es gibt keinen Grund, sich den Spaß verderben zu lassen“, so Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach zu Beginn der tollen Tage. Damit das auch klappe, hätten sich die Ordnungshüter in der gesamten Städteregion „gut aufgestellt“. Besondere Situationen erforderten besondere Maßnahmen.

Von daher gebe es in diesem Jahr eine wesentlich höhere Polizeipräsenz; im dreistelligen Bereich sei das Kräftepotenzial aufgestockt worden; zum Teil durch Polizeianwärter in ihrem zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Und nicht nur an den Spitzentagen wie Fettdonnerstag oder Rosenmontag sei die Behörde stärker präsent, auch an den anderen Tagen sei mehr Polizei da. Besonders nachts werde verstärkt patrouilliert, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung.

Die meisten Einsätze im Jahr

Die Zeit von Fettdonnerstag bis Aschermittwoch sei für die Beamten die Zeit mit den meisten Einsätzen im Jahr. Das Einsatzaufkommen sei an den tollen Tagen bis zu dreimal höher als an normalen Tagen. Vergleichbar seien nur die Silvesternacht, die Nacht zum 1. Mai und Halloween. Streitereien, Schlägereien, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen seien die typischen Einsatzanlässe zu Karneval. Hoher Alkoholkonsum lasse erfahrungsgemäß die Gewaltbereitschaft an den tollen Tagen steigen.

Auch in diesem Jahr arbeite die Polizei in der gesamten Städteregion wieder eng mit den zuständigen Ämtern in den Kommunen zusammen. Hierbei gehe es vor allem um die Themen Sicherheit und gemeinsame Jugendschutzkontrollen. Letztere würden gerade zu Karneval wieder intensiviert. Hierbei hätten die Ordnungshüter vor allem die verbotene Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche im Auge, schreibt die Polizei

19 Karnevalsverbote

Gegen 19 meist junge Erwachsene hat die Aachener Polizei ein Karnevalsverbot verhängt. Sie bekamen dieser Tage Besuch von der Polizei. Die Beamten überreichten ihnen dabei ein sogenanntes Bereichsbetretungsverbot für den Kern der Aachener Innenstadt. Diese polizeiliche Anordnung, den Innenstadtbereich nicht zu betreten, gilt bis Aschermittwoch. Wird dem nicht Folge geleistet, droht das wenig komfortable Gewahrsam im Polizeipräsidium.

Adressat dieser polizeilichen Anordnung seien vor allem Intensivtäter, die in der Vergangenheit in Verbindung mit verschiedenen Straftaten bereits einschlägig in Erscheinung getreten sind und bei denen die Gefahr bestehe, dass sie das Karnevalstreiben ausnutzen und Straftaten begehen. Hierbei denkt die Behörde besonders an Raubdelikte, Diebstahl, Trickdiebstahl und Körperverletzung.

Darüber hinaus hat die Polizei mehrere Personen als sogenannte Gefährder angesprochen, die im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Karneval polizeilich aufgefallen sind. Auch hier seien es meist junge Menschen gewesen, die Besuch von der Polizei bekamen. Die meisten von ihnen seien in der Vergangenheit an Körperverletzungsdelikten beteiligt gewesen, hätten für mächtig Ärger bei Veranstaltungen gesorgt oder aber aus dem Fenster einer Wohnung die Teilnehmer des Karnevalszuges mit Gegenständen beworfen. Ihnen sei deutlich gemacht worden, dass man sie im Auge habe. Bei Ärger, drohe ihnen das unbequeme Gewahrsam, teilt die Polizei mit.

Die Polizei will auch in diesem Jahr während der tollen Tage verstärkt Alkoholkontrollen vornehmen. Dabei gehe es aber vor allem um punktuelle Kontrollen. Von dem Bild, als mehrere Beamte vor Mannschaftswagen postiert waren und mit erhobener Kelle die „Verdächtigen“ aus dem Verkehr zogen, müsse man sich verabschieden. Stichprobenartige Kontrollen erzielten eine wesentlich höhere Effektivität. Großangelegte Kontrollstellen seien meist durch Soziale Netzwerke schnell „verbrannt“. Die Polizei appelliert noch einmal ausdrücklich an die Autofahrer: „Hände weg vom Steuer, wenn Alkohol im Spiel ist.“

Im vergangenen Jahr mussten über Karneval 249 Verkehrsteilnehmer einen Alkoholtest über sich ergehen lassen. 28 Führerscheine wurden daraufhin einbehalten.

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