Internetspiele als Kostenfallen: Verbraucherzentrale warnt vor Gratis-Apps

Von: Claudia Heindrichs
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Städteregion. Nicht nur unter Kindern und Jugendlichen sind sie beliebt. Auch viele Erwachsene haben sie auf ihrem Smartphone: kostenlose Spiele-Apps. Doch das vermeintlich kostenfreie Spielvergnügen kann sich schnell als Kostenfalle entpuppen.

Über die Tücken und das Geschäftsmodell des „Free to Play“ informierte jetzt die Verbraucherzentrale NRW. Die sogenannten „Free-to-Play-Games“ können von Spielern kostenlos aufs Handy oder Tablet geladen werden. Umsatz erwirtschaften die Anbieter über kostenpflichtige Zusatzangebote, die das Spiel in Gang halten und den weiteren Verlauf interessanter, schneller oder leichter machen. „,Free to P(l)ay‘ kann so zur Kostenfalle werden“, warnt Ulrich Isfort von der Verbraucherzentrale.

Er und seine Kollegen haben in den vergangenen Wochen zehn umsatzstarke „Free-to-Play-Games“ für Android-Geräte getestet. „Unterm Strich animieren Spielemacher durch entsprechende Programmierung die Nutzer äußerst geschickt, den kostenlosen Sektor zu verlassen und den Spielverlauf durch den Zukauf von vielerlei Elementen voranzutreiben“, zieht Isfort als Fazit.

Rund 200 Millionen Euro haben Anbieter mit In-App-Käufen bei Gratis-Spielen im ersten Halbjahr 2016 erzielt, wie die Verbraucherzentrale in Bezug auf die Auswertungen des Bundesverbands interaktiver Unterhaltungssoftware mitteilt. Damit es erst gar nicht zu unüberschaubaren Kosten bei In-App-Käufen kommt, hat die Verbraucherzentrale einige Tipps für Spieler und Eltern zusammengestellt.

So soll beispielsweise ein Passwort im Google Play Store Kinder daran hindern, ohne Absprache mit ihren Eltern reale Käufe während des Spiels zu tätigen. Denn auch wenn keine Kreditkartendaten im App-Store hinterlegt sind, ist eine Zahlungsabwicklung über den Mobilfunkanbieter möglich. „Wer dennoch nicht auf kostenpflichtige Spielebeschleuniger verzichten möchte, dem empfehlen wir die Zahlung mit Guthabenkarten“, rät Isfort. Die im Handel erhältlichen Prepaid-Karten umfassen ein selbst gewähltes Budget, was eine bessere Kostenkontrolle ermöglicht.

Einen umfassenden Überblick mit Tipps und Antworten zu rechtlichen Fragen zum Thema „Tücken kostenloser Spiele-Apps“ bieten die Internetseite der Verbraucherzentrale und die Beratungsstelle in Aachen und Alsdorf. Darüber hinaus wollen die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale durch Verteilung von Postkarten und Infoveranstaltungen in Schulen weiter auf das Thema aufmerksam machen.

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