Inklusives Filmfestival: Mit großer Begeisterung im Rampenlicht

Von: Michael Grobusch
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Während Can (vorne) sich um den Filmschnitt kümmert, steht Lisa im Rampenlicht. Seit Oktober nehmen Schüler der Viktor-Frankl-Schule in Aachen an einem inklusiven Filmprojekt teil. Das Ergebnis wird – zusammen mit anderen Produktionen – am Samstag in Alsdorf präsentiert. Foto: M. Grobusch

Städteregion. Lisa kann es kaum noch erwarten. Seit Oktober hat sich die Jugendliche mit 22 weiteren Teilnehmern jeden Donnerstag in der Viktor-Frankl-Schule in Aachen getroffen, um an einem ganz besonderen Projekt mitzuwirken: einem inklusiven Filmprojekt. Der Titel des Streifens klingt eher nüchtern und lautet „Meine berufliche Zukunft gestalten“.

Doch dahinter steckt einerseits ein sehr lebensnahes und deshalb wichtiges Thema, von dem die Schüler aus der Abschlussstufe unmittelbar betroffen sind. Und andererseits war der „Dreh“ auch mit jeder Menge Spaß verbunden, wie die jungen Leute, die zwischen 14 und 20 Jahre alt sind, im Gespräch mit unserer Zeitung berichten.

Claudia Schmoldt kann das nur bestätigen: „Das ist eine sehr nette, positive Gruppe, in der sehr viel gelacht wird. Wir haben uns von den Ideen der Teilnehmer treiben lassen“, berichtet die Projektleiterin. So sei beispielsweise auch ein Sketch entstanden, in dem es darum geht, wie man sich am Arbeitsplatz eben nicht verhalten sollte.

Diesen, den ganzen Streifen und noch eine ganze Reihe anderer Filme können Interessierte am Samstag in Alsdorf sehen. Im Cinetower findet ab 17 Uhr das erste inklusive Filmfestival in der Städteregion statt. „So etwas hat es noch nie gegeben“, schwärmt Schmoldt schon vorab von dieser Premiere. Das liegt auch daran, dass sie die Beiträge allesamt kennt und von ihnen ausnahmslos begeistert ist. Realisiert wurden sie von der gemeinnützigen inklusiven Filmproduktionsgesellschaft „NoCase“ mit Sitz in Eschweiler, die Schmoldt vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufen hat und seitdem leitet.

„Wir wollen Menschen mit Handicap ein Gesicht geben und ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten zu präsentieren“, erläutert die Initiatorin den Grundgedanken, der hinter „NoCase“ steckt. Die Filmarbeit sei sehr vielseitig, was den Teilnehmern für ihre Selbsterfahrung und ihr Selbstbewusstsein und damit für das weitere Leben sehr zugute komme.

Und bei dem außerschulischen Projekt in der Viktor-Frankl-Schule sei es zudem so, dass der Film „ganz nebenbei“ auf das vorbereite, was die Jugendlichen bald erwarte: „Vor die Kamera zu treten und sich dort zu zeigen, ist von der Situation her vergleichbar mit einem Bewerbungsgespräch“, meint Claudia Schmoldt. Und sie sieht noch einen weiteren positiven Effekt: „Die Schüler hatten schon ganz klare berufliche Vorstellungen. Durch das Projekt wurden ihnen jetzt noch andere Optionen aufgezeigt.“

Das findet auch Kerstin Klingebiel gut: „Wir sind dankbar für jede Möglichkeit, unsere Schüler auf den Übergang zum Beruf vorzubereiten“, freut sich die Konrektorin über das Engagement von „NoCase“. An dem Projekt nehmen aber nicht nur Jugendliche der Viktor-Frankl-Schule (Rheinische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung), sondern auch des benachbarten Vinzenz-von-Paul-Berufskollegs teil. „Und es sind auch externe Teilnehmer mit dabei, die an einem unserer vorherigen Projekte beteiligt waren“, freut sich Claudia Schmoldt.

Einige dieser Projekte gehören Samstag in Alsdorf ebenfalls zum Programm. Insgesamt werden fast 30 Kurzfilme im großen – und natürlich barrierefreien – Saal 7 des Cinetowers gezeigt. 500 Plätze sind für dieses außergewöhnliche Event zu vergeben.

Die Initiatorin hofft, dass nicht nur die Teilnehmer mit ihren Familien und Freunden der Einladung folgen werden, sondern auch viele Menschen aus der Region, die bis dato nichts mit den Projekten zu tun hatten. Sie können sich im Cinetower ein Bild von der Kreativität, der Begeisterung und der Leistungsfähigkeit der jungen Menschen mit Handicap machen.

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