Inklusion: Fast alle Elternwünsche werden erfüllt

Von: Margot Gasper
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Gemeinsam lernen: Immer mehr E
Gemeinsam lernen: Immer mehr Eltern wünschen sich für ihr Kind eine integrative Beschulung an einer allgemeinen Schule. Foto: imago/Steinach

Aachen. 190 Kinder, die sonderpädagogische Förderung brauchen, werden nach den Sommerferien in die fünfte Klasse einer allgemeinen Schule in der Städteregion wechseln. Hörbar zufrieden nennt Schulrat Norbert Greuel diese Zahl.

„Wir haben uns große Mühe gegeben, alle 190 Kinder unterzubringen. Und das hat geklappt.” Außerdem stellt Greuel fest: „Der Wunsch der Eltern nach integrativer Beschulung nimmt weiter zu.”

Förderschule oder integrativer Unterricht? Zum ersten Mal wurden in diesem Frühjahr die Eltern der Viertklässler aufgefordert, ihre Wünsche für den weiteren Schulweg ihres Kindes zu äußern. Das NRW-Schulministerium hatte angewiesen, dass im Vorgriff auf die zu erwartende gesetzliche Regelung zur Inklusion den Eltern bei der Schulwahl möglichst alle Wünsche erfüllt werden sollten. In der Städteregion ist dies fast immer gelungen, erläutert Greuel: „Nur in einigen wenigen Fällen wurde entschieden, dass das Kind an eine Förderschule muss.” So sei es unter Umständen schwierig, Kinder mit einer schweren Mehrfachbehinderung an allgemeinen Schulen zu unterrichten. Ausdrück­lich betont Greuel: „Es sind nicht die Kinder, die nicht in die Schulen passen.” Vielmehr seien manche Schulen noch nicht integrationsfähig. Barrieren gebe es in den Gebäuden, teils aber auch in den Köpfen.

Der Großteil der Kinder mit besonderem Förderbedarf besucht allerdings auch im nächsten Schuljahr eine der 25 Förderschulen in der Städteregion. In den Klassen 1 bis 10 gibt es insgesamt 4216 Schüler mit Förderbedarf, 2690 von ihnen besuchen eine Förderschule, 1526 eine allgemeine Schule. Die Integrationsquote wird ab August bei 36 Prozent liegen. „Eine deutliche Steigerung”, kommentiert Greuel. Im jetzt laufenden Schuljahr werden 1300 Kinder, rund 30 Prozent, integrativ beschult. Von der Zielmarke der Vereinten Nationen von 85 Prozent sei man zwar immer noch weit entfernt. „Aber wir liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt von unter 20 Prozent”, stellt Greuel fest.

Von den 800 Förderkindern in den Klassen 5 bis 10 besuchen 522 eine Hauptschule. „Es gibt immer weniger Hauptschulen”, sagt Greuel. „Aber diese Schulen leisten einen Großteil der Integrationsarbeit, bei den Kindern mit Migrationshintergrund und bei denen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.” 218 der Förderkinder gehen auf eine Gesamtschule, 80 auf eine Realschule, zehn besuchen das Gymnasium.

14 Schulen beginnen im kommenden Schuljahr erstmals mit der integrativen Beschulung. „Für sie haben wir ein Unterstützungspaket geschnürt”, erläutert der Schulrat. Aber einen Inklusionsplan für die Städteregion gibt es nach wie vor nicht. Die Kommunen warten auf eine gesetzliche Regelung zur Umsetzung der UN-Konvention und auf einen Inklusionsplan des Landes.
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