Initiative „Render“: Neue Impulse für die Energiewende

Von: nvw
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Energie, Landwirtschaft, Naherholung: Bei der Energiewende müssen viele Interessengruppen beachtet werden. Die Initiative „Render“ will alle Akteure in einen Dialog bringen, Foto: Peter Stollenwerk
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Engagierte Diskussion: Elmar Wiezorek , Uwe Zink, René Benden, Christian Becker und Franz-Josef Türck Hövener bei der Auftaktveranstaltung der Initiative „Render“. Foto: Harald Krömer

Aachen. Energiewende? Na klar, aber bitte nicht vor meiner Haustür: Die Wende zu erneuerbaren Energien genießt zwar grundsätzlich breite Akzeptanz. Wenn es aber darum geht, neue Windräder, neue Stromtrassen oder neue Speichermedien für die Energiewende zu bauen, trifft sie vor Ort nicht selten auf erheblichen Widerstand.

Um die Interessen aller Menschen in der Städteregion Aachen bei der Energiewende zu wahren, soll die Projektinitiative „Render – Regionalen Dialog Energiewende“, neue Ebenen der Kommunikation und Zusammenarbeit finden, um die Energiewende in der Städteregion auch praktisch umsetzen zu können. Über interkommunale Zusammenarbeit und die Einbindung von Forschung und regionalen Energieunternehmen sollen die Weichen für die „Energie Region Aachen 2030“ gestellt werden. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2018 mit 3,5 Millionen Euro unterstützt.

Render bildet die Plattform für eine Verbundpartnerschaft von Städteregion, der Energie- und Wasserversorgung (EWV), den Stadtwerken Aachen (STAWAG), der RWTH, der Stadt Aachen und weiteren Partnern. So sollen Innovation und Praxisnähe zusammengebracht werden. Um lokalen Konflikten bereits im Vorfeld entgegentreten zu können sollen über „Render“ Bürger, Politik, Unternehmen und gesellschaftliche Gruppen frühzeitig an einen Tisch gebracht werden. Projektinitiator Jens Schneider vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen sagte bei der „Render“-Auftaktveranstaltung: „Die Umsetzung der Energiewende ist aus unserer Sicht keine Frage des ob. Die Art und Weise der Umsetzung ist dann die Kür und da sehen wir durch das Projekt und den Regionalen Dialog eine Chance für die Projektregion Aachen.“

Kommunale Konzepte erneuerbarer Energien sollen auf ihre Anwendbarkeit hin geprüft und schließlich als Blaupause für die ganze Region angepasst werden. „Die interkommunale Zusammenarbeit ist wichtig, nicht nur um die Blaupausen zu erstellen, auch damit die Kommunen sich gegenseitig bei der Energieerzeugung unterstützen können“, sagte Uwe Zink, Dezernent für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz der Städteregion im Rahmen einer Podiumsdiskussion

Die Umstellung auf erneuerbare Energien bedeutet deutliche Veränderungen der regionalen Energieversorgungssysteme. Nicht nur was die Energiegewinnung, sondern auch was den Transport anbelangt. „Man kann neuen Wein nicht in alten Schläuchen servieren“, sprach NRW-Umweltminister Johannes Remmel bildhaft von dem Problem, dass die heutigen Stromtrassen nicht mit den zukünftigen Stromerzeugungsorten kompatibel sind. „Dieses Problem ist noch gar nicht richtig auf dem Schirm.“

Trotzdem soll der Schutz der Anwohner in Bezug auf Gesundheit und Lebensqualität gewährleistet bleiben. Auch Natur- und Landschaftsschutz sind zu beachten. In der Bevölkerung sind nach einer Akzeptanzumfrage 2014 etwa 92 Prozent der deutschen Bevölkerung für die Energiewende. „Aber oft nur, wenn das Windrad nicht vor der eigenen Haustür steht“, sagt Christian Becker von der Stawag, und diese Interessen müssten ernst genommen werden. „Oft finden keine Abstimmungen und zu wenig Kommunikation mit der Bevölkerung vor Ort statt“, sagt Becker. Desto wichtiger sei die Einbindung der Betroffenen, sagt auch Elmar Wiezorek, Fachbereichsleiter für Umwelt der Stadt Aachen, „gerade deshalb ist es wichtig, den Prozess der Wende transparent zu machen.“

„Render“ soll diese Transparenz und die fachliche Begegnung auf allen Ebenen gewährleisten. „Innovative regionale Ansätze zur Energiewende und die Bedenken und Anliegen der einzelnen Regionen sollen in einem interkommunalen Arbeitskreis ausgearbeitet werden“, sagt Zink.

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