Infos zu Sodbrennen: „Wenn die Speiseröhre feuert“

Von: ath
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Dr. Butz steht für Fragen zur Verfügung. Foto: Fotostudio Strauch

Eschweiler. Es hat mal wieder zu gut geschmeckt, das Essen war etwas zu fett und zu schwer und prompt stößt einem das auch schon sauer auf – und zwar wortwörtlich. Sodbrennen, das unangenehme Gefühl, wenn Magensäure die Speiseröhre hinaufsteigt, hat jeder irgendwann mal.

Bleibt es bei gelegentlichen Beschwerden und gehen diese von alleine wieder weg, ist das kein Grund zur Sorge. Anders ist es, wenn Sodbrennen regelmäßig auftritt, dann spricht der Mediziner von Refluxkrankheit („reflux“ lateinisch für Rückfluss). Betroffen sind rund 15 Prozent der Erwachsenen in Industrieländern. Tendenz steigend. Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ informiert am Mittwoch, 18. November, Dr. Nick Butz, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler, darüber, was Betroffene tun können, „wenn die Speiseröhre feuert“.

Ursache für die Refluxkrankheit ist wie so oft der Lebenswandel: Übergewicht, Alkohol- und Nikotinkonsum, unregelmäßiges Essen und Stress. Aber auch Veranlagung gehört zu den Auslösern dieser Krankheit. „Die typischen Beschwerden verschwinden meist mit der Einnahme von Medikamenten wie Säureblockern. Es gibt aber Menschen, die müssen diese Medikamente immer nehmen und die Dosis über die Jahre steigern, um einigermaßen beschwerdefrei zu sein“, erläutert Dr. Butz.

Dauerhaftes Sodbrennen müsse in jedem Fall ärztlich behandelt werden. Geschieht dies nicht, können sich die Beschwerden verschlimmern und ernstere Störungen nach sich ziehen. So kann es beispielsweise zu chronischen Entzündungen der Speiseröhre mit Komplikationen kommen, mit negativen Folgen für den Kehlkopf und die Lunge. Im schlimmsten Fall entstehen aus einer chronischen Entzündung der Speiseröhre Vorstufen zum Speiseröhrenkrebs, sagt Dr. Butz. Bei den meisten Patienten ist die Refluxkrankheit seiner Erfahrung nach außerdem mit einem Zwerchfellbruch kombiniert, sodass der Ventilmechanismus am Übergang der Speiseröhre zum Magen nicht richtig schließt und Säure nach oben steigt.

Helfen kann neben einer medikamentösen Therapie auch ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Ursache der Refluxkrankheit behoben wird. Er wird, so der Oberarzt, heute erfolgreich in minimalinvasiver Technik durchgeführt, ist für den Patienten also weniger belastend.

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