Immobilienmarkt erzielt Rekordumsatz

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Begehrt: Die Nachfrage nach Grundstücken wie hier im Kapellenfeldchen in Würselen ist hoch, deshalb sind auch die Preise hoch. Foto: J. Geese

Städteregion. Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt in der Städteregion: Im vergangenen Jahr stiegen die gezahlten Kaufpreise auf den Höchstwert von insgesamt fast 1,4 Milliarden Euro. 1678 Ein- und Zweifamilienhäuser wurden verkauft, zudem wurden 2262 Kaufverträge für Wohnungs- und Teileigentum abgeschlossen.

Damit lag das Vertragsaufkommen mit 5771 Fällen nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (5914 Vertragsabschlüsse). Die Summe der gezahlten Kaufpreise lag hingegen deutlich über den schon hohen 2015er Zahlen – um zwölf Prozent. Als Ursache vermutet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Städteregion, dass das niedrige Zinsniveau die Anlage in „Betongold“ weiterhin attraktiv macht.

Der Gutachterausschuss hat jetzt unter Vorsitz von Diplom-Ingenieurin Irene Littek-Braun und dem Geschäftsführer des Gutachterausschusses, Diplom-Ingenieur Paul Harzon, die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2017 beschlossen. Der Bodenrichtwert ist der Durchschnittspreis, für den ein Quadratmeter Boden den Besitzer wechselt.

Dabei wird jedem Bodenrichtwert ein eng umgrenzter räumlicher Geltungsbereich zugeordnet, in dem die bauliche Nutzung und die Wertverhältnisse etwa gleich sind. Die weitaus meisten Werte blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Einzig im Aachener Südviertel gab es einen Anstieg der Quadratmeterpreise um bis zu fünf Prozent. Zudem stiegen die Preise für landwirtschaftlich genutzte Flächen im Nordkreis um bis zu zehn Prozent an.

Die Städteregion weist ein großes Gefälle bei den Werten für Wohnbaugrundstücke auf. In Monschau und Simmerath liegen die Werte mit 30 bis 100 Euro je Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnitt der anderen Kommunen im ehemaligen Kreisgebiet sowie in Randbereichen der Stadt Aachen. Dort muss man je nach Lage zwischen 130 und 310 Euro pro Quadratmeter zahlen.

In der Stadt Aachen blieben die Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau weitgehend konstant. Sie stiegen nur im Südviertel um zehn bis 20 Euro je Quadratmeter auf nunmehr zwischen 500 und 550 Euro. Im Bereich Hörn bleiben sie auf konstantem Niveau zwischen 360 und 430 Euro, ebenso wie in Laurensberg, wo man zwischen 360 und 400 Euro pro Quadratmeter zahlen muss.

Am teuersten waren in den ehemaligen Kreiskommunen – wie in den Vorjahren – Baugrundstücke in Würselen und in Stolberg-Breinig. Wer in guter Wohnlage bauen wollte, musste 310 Euro je Quadratmeter bezahlen, in mittlerer Lage immerhin noch 200 Euro. Die Werte für gute und mittlere Wohnlage in den anderen Kommunen: Eschweiler 205/150 Euro, Stolberg 250/150 Euro, Herzogenrath 210/180 Euro, Alsdorf 170/135 Euro, Roetgen 150 Euro, Baesweiler 160/125 Euro, Monschau 90/60 Euro und Simmerath 100/60 Euro. In Monschau-Rohren und Simmerath-Erkensruhr müssen allerdings sogar nur rund 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden.

Dem Gutachterausschuss wurden auch Kaufpreise aus besonders reizvollen Gebieten in der Städteregion vorgelegt, die deutlich über den dort üblichen Preisen lagen. Diese Spitzenpreise spiegeln aber nicht das normale Marktverhalten wider, betonte Irene Littek-Braun.

Die Bodenrichtwerte in den innerstädtischen Gebieten von Aachen mit gemischten Bauflächen blieben unverändert und liegen zwischen 300 und 800 Euro je Quadratmeter. Im Frankenberger Viertel liegt dieser Wert derzeit beispielsweise bei 650 Euro je Quadratmeter. Bei den Bodenrichtwerten für innerstädtische Geschäftslagen liegt der Spitzenwert mit 10.000 Euro je Quadratmeter im Bereich Adalbertstraße zwischen Kugelbrunnen und Peterstraße/Friedrich-Wilhelm-Platz, gefolgt von 7000 Euro im Bereich Holzgraben. Die Bodenrichtwerte für Gewerbegrundstücke blieben indes überwiegend stabil.

Der Gutachterausschuss hat auch Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen beschlossen. In die Richtwertermittlung sind nur Flächen eingeflossen, die auch in Zukunft landwirtschaftlich genutzt werden. Dabei liegen die Quadratmeterpreise in Monschau und Simmerath zwischen 1,00 und 1,20 Euro. Im Süden der Stadt Aachen sowie in Stolberg und Roetgen liegen sie zwischen 1,80 und 3,00 Euro. In Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, den nördlichen Teilen von Eschweiler und Würselen sowie im Aachener Norden stiegen diese Bodenrichtwerte binnen Jahresfrist allerdings um rund zehn Prozent an. Dort betragen sie derzeit zwischen 4,70 und 5,70 Euro.

Der Gutachterausschuss erhält als unabhängiges Gremium sämtliche Kaufverträge über Immobilien, die in der Städteregion verkauft werden. Er, wertet diese aus, veröffentlicht die Daten und trägt so zur Transparenz auf dem Grundstücksmarkt bei.

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