Im Schritttempo durch die Blitz-Parade

Von: Karl Stüber
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Temposünder im Visier: Die Po
Temposünder im Visier: Die Polizei kontrollierte gestern an zahlreichen Punkten die Autofahrer in der Städteregion. Grundsätzlich haben die meisten Autofahrer Verständnis für Kontrollen. Doch die geballte Form des gestrigen Tages sorgte auch für Unmut. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Über Abenteuer ohne Ende wissen Pendler zu berichten, die per Auto morgens und nach Dienstschluss die Kaiserstadt ansteuern oder verlassen wollen. Am Mittwoch hat die Polizei in der Region ein weiteres zu der ständig wachsenden Sammlung beigetragen, meint eine Leserin aus dem Nordkreis - und zwar die „Blitzparade im Schritttempo”.

Sie ist gerne und flott mit ihrem Wagen unterwegs, aber natürlich nicht zu schnell, wie sie beteuert. Klar, sie wusste aus unserer Zeitung, dass mal wieder geblitzt und kontrolliert wird. Sie hatte sich darauf eingestellt, erzählte sie am Telefon, nachdem sie nach längerer Fahrt im Stopp-and-Go-Rhythmus doch noch ihren Arbeitsplatz in Aachen erreicht hatte. Aber unkommentiert wollte sie das flächendeckende Schau-Blitzen der blauen Freunde und Helfer am Straßenrand nun doch nicht lassen. Grund: Durch die massive Präsenz der uniformierten Blitzer am Straßenrand und das Herauswinken von Verkehrssündern sind gefährliche Situationen entstanden, betonte sie.

Richtiges Augenmaß finden

Gerade bei der morgens üblichen Stau-Schau, die sich via Autobahnkreuz auf Aachen zubewegt, sei dies problematisch. Fahrer hätten verunsichert reagiert, überhastet gebremst und unkoordinierte Lenkmanöver ausgeführt. Sie bat darum, ihren Namen nicht zu nennen, da sie fürchtet, nun im besonderen Maße die Blicke der Verkehrskontrolleure bei ihrer nächsten Tour auf sich zu vereinen. Wert legt sie indes auf die Feststellung, dass Geschwindigkeitskontrollen grundsätzlich absolut richtig sind, aber mit mehr Augenmaß für das, was dadurch ausgelöst werden kann, veranstaltet werden sollten.

Noch ein Aspekt: Unsere Leserin passierte gleich mehrere Kontrollpunkte im Schritttempo, so am Europaplatz, wo sie acht Einsatzwagen und etliche Polizisten entdeckte, und dann noch ein kleines Stück weiter auf der Jülicher Straße. Auf dieser vierspurigen Straße seien Wagen von der linken Spur herausgefischt worden, wodurch gefährliche Situationen auf der Parallelspur entstanden.

Wer hat denn das koordiniert? Im Bereich Europaplatz waren zwei Behörden am Werke, wie Werner Schneider, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aachen, auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Am Europlatz - da endet ja die Autobahn - waren Kölner Kollegen auf die Pirsch. Dort sei am Mittwoch auch der Polizeipräsident vom Rhein erschienen, sagte Schneider. Das könnte die erhöhte Präsenz der Kollegen dort erklären. Die Aachener hätten eben ihre eigenen Messstellen eingerichtet. Es sei gut, wenn so engmaschig gemessen werde. Bei jeder Kontrolle würden Fahrzeuge herausgewunken. Das wüssten die Autofahrer. Einen Auffahrunfall habe es deshalb im Bereich der Aachener Behörde nicht gegeben.

Höchstwert nach 8326 Kontrollen: Mit 93 Stundenkilometern durch die Stadt

Am Mittwochnachmittag zog die Polizei eine erste Zwischenbilanz.

Bis Mittwoch, 14 Uhr, stellten die Beamten bei insgesamt 8326 Kon­trollen 321 Geschwindigkeitsverstöße fest. Damit war etwa jedes 25. gemessene Fahrzeug zu schnell unterwegs.

In zwei Fällen droht ein Fahrverbot: Auf der Krefelder Straße in Aachen war ein Autofahrer statt mit den erlaubten 50 mit 93 Stundenkilometern unterwegs. In Eschweiler auf der Wilhelminenstraße fuhr ein Autofahrer 81 „Sachen” in einer 50er Zone.

Die Städteregion Aachen hat angekündigt, eigene Kontrollen folgen zu lassen. Heute wird in Atsch, Münsterbusch, Unterstolberg und Alsdorf „geblitzt”. Morgen folgen Kontrollen in Hücheln, Merkstein und Ritzerfeld.
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