IG Metall: Generationenwechsel bei den Senioren

Von: Jürgen Lange
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Gemischte Mannschaft (v.l.): Georg Moik (66), Heinrich Meuser (67) und Rudi Gradel (76) bilden das neue Führungstrio des Seniorenarbeitskreises der IG Metall Stolberg/Eschweiler. Foto: J. Lange

Stolberg. „Die A-Jugend übernimmt“, scherzen Rudi Gradel, Heinrich Meuser und Georg Moik. Es ist die jüngere Generation der Senioren, die in die Leitung des traditionsreichen Arbeitskreises innerhalb der Industriegewerkschaft Metall in Stolberg und Eschweiler eintritt.

„Wir müssen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknüpfen“, sagt Gradel, „und unser Wissen und Erfahrung weitergeben“. Gleichzeitig sollen neue Akzente den Fortbestand des Arbeitskreises in die nächsten Jahrzehnte sichern.

Immerhin besteht der Zusammenschluss für die älteren Metaller bereits seit 28 Jahren, erinnert Martin Peters an den legendären Gründer Matthias J. Breuer und seinen Nachfolger Josef Graulich. „Sie waren engagierte Gewerkschafter und Politiker“, betont der Erste Bevollmächtigte. „Sie haben stets die Interessen der Arbeitnehmerschaft in ihre Parteien getragen“. Krankheits- bzw. altersbedingt sind Graulich und sein Vize Hans-Ludwig Reinartz bei der Neuwahl des Leitungsgremiums nicht mehr angetreten.

Der 76-jährige Rudi Gradel macht weiter – quasi als Bindeglied zur jüngeren Generation mit Heinrich Meuser und Georg Moik. „Sie sind alle gestandene Betriebsräte und Gewerkschafter“, betont Sekretär Ralf Radmacher. Meuser beim früheren Stolberger Metallwerk, heute KMD, und Moik bei der Firma Dohle und 25 Jahre als Sekretär der Stolberger IGM-Verwaltungsstelle. sowie Rudi Gradel beim ESW Röhrenwerk.

Hintergrund und Engagement des Leitungsteams unterstreicht auch, dass der Seniorenarbeitskreis weniger den Kaffeeklatsch als die inhaltliche Arbeit bevorzugt. „Wir trinken zwar auch eine Tasse Kaffee“, sagt Gradel. „Aber dann geht‘s auch ans Eingemachte.“ Das hat Tradition in Stolberg und Eschweiler. Bildung, Fortbildung, Diskussionen und Geselliges haben bereits Breuer und Graulich, der nach zwölfjähriger Führungsfunktion zum Ehrenvorsitzenden des Arbeitskreises gewählt wurde, stets geschickt miteinander verwoben.

Und an diesem Strickmuster wollen auch die Drei anknüpfen. „Immerhin sind rund 1400 unserer Mitglieder Rentner“, betont Peters. Das sind gut 30 Prozent der Metaller, die in der Verwaltungsstelle 14 von 60 Delegierte stellen. Und sie bringen einen entscheidenden Vorteil mit: Sie haben die alltägliche Arbeit mit den Problemen in ihren Betrieben hinter sich gelassen und haben den Kopf frei, um nachhaltig und vorausschauend Themen anpacken zu können.

Das hat sich bereits beim Programm für das vergangene Jahr gezeigt und wird auch Leitfaden für die kommenden Monate sein. Waren es Themen wie „Fit im Alter“ oder „Testament und Patientenverfügung“, die Seminare und Klausuren bestimmten, so sollen Veränderungen im Pflegegesetz, Besteuerung von Renten und aktuelle Entwicklungen im Sozialrecht sowie im Arbeitsrecht die Debatten der Senioren als langfristige Themen für die nächste Zeit bestimmen.

Dazu zählt selbstverständlich auch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt unter dem Stichwort „Industrie 4.0“, bei dem es in den Betrieben etwa um Homeoffice und Telearbeitsplätze nebst der Problematik der Zeiterfassung geht. „Dabei sind die Erfahrungen der langjährigen Mitarbeitervertreter mehr als hilfreich“, lobt Peters.

Klar, dass die Gewerkschaftsführung auch auf die Unterstützung der aktiven Senioren bei der Organisation von Streiks und anderen Veranstaltungen setzen können, versprechen Meuser und Moik: „Und in diesem Jahr werden sicherlich auch die Landtags- und Bundestagswahl Themen sein“, kündigt Georg Moik an. Dabei werde des für viele Senioren nicht einfach sein, die Vielfalt von Medien und sozialen Netzwerken nachvollziehen und verstehen zu können, die viel zu oft „zu einfache Lösungen für eine immer kompliziertere Welt“ vermitteln würden.

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