Städteregion - Hilfe bieten in den kritischsten Momenten des Lebens

Hilfe bieten in den kritischsten Momenten des Lebens

Von: Maximilian Grönegräs
Letzte Aktualisierung:
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Sie übernehmen größtenteils ehrenamtlich eine große Aufgabe: Die neuen Notfallseelsorger der Städteregion wurden jetzt bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter in Aachen „beauftragt“. Foto: Ralf Roeger

Städteregion. Am Leid eines anderen Menschen teilhaben und es ein Stück weit mittragen – so beschreibt Dagmar Swoboda die wahrscheinlich größte Herausforderung ihres Ehrenamtes. Zusammen mit sieben weiteren ehrenamtlichen Notfallseelsorgern und einer hauptamtlichen Notfallseelsorgerin ist sie jetzt alle im Rahmen eines Gottesdienstes in der Aachener Kirche St. Peter beauftragt worden.

Insgesamt 47 Notfallseelsorger sind nunmehr in der Städteregion im Einsatz. Sie werden bei Notfällen jeglicher Art gerufen, um beispielsweise den Zeugen eines Unfalls, den Angehörigen der Opfer oder auch den Rettungshelfern seelischen Beistand zu leisten und Trost zu spenden. Auch die Hilfe bei anderweitigen seelischen Problemen, wie zum Beispiel Suizidgedanken, gehört zu ihrem Aufgabenspektrum. Die Träger der Notfallseelsorger Aachen sind das Bistum Aachen und der Evangelische Kirchenkreis.

Rolf Berard ist seit knapp 15 Jahren als Notfallseelsorger tätig und tritt nun aus diesem Amt aus. Beim Gottesdienst in St. Peter wurde er offiziell verabschiedet. „Ich habe als Notfallseelsorger gearbeitet, weil ich im Laufe meiner vorherigen Tätigkeit als Sozialpädagoge gelernt habe, wie wichtig es ist, für andere Menschen da zu sein, wenn man gebraucht wird“, berichtete er. Und er fügt hinzu: „Bei einem Unfall ist der Rettungsdienst immer als erstes zur Stelle, dafür aber auch schnell wieder fort, zum nächsten Einsatz. Wir als Notfallseelsorger kommen etwas langsamer auf die Menschen zu, bleiben dafür aber länger – so lange, wie wir gebraucht werden.“

Gefeiert wurde der Gottesdienst von Pfarrer Frank Ertel, Leiter der Notfallseelsorge der Städteregion. Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral/Schule/Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, und Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, beauftragten die neuen Helfer offiziell. Anschließend gaben einige bereits aktive Notfallseelsorger den Neulingen sowohl ihre Einsatzkleidung als auch einige warme Worte mit auf den Weg.

Sie haben eine neunmonatige Ausbildung hinter sich gebracht, die unter anderem ein Praktikum beim Rettungsdienst beinhaltete. Es habe stets die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch mit den Ausbildern gegeben, sagt Dagmar Swoboda. Trotzdem seien einige der Auszubildenden vorzeitig ausgestiegen: „Es kann sehr schwer sein, die Sorgen anderer Menschen nicht zu nah an sich selber heranzulassen.“

Dennoch scheinen alle neuen Notfallseelsorger eine große und gemeinsame Motivation zu teilen: Sie möchten anderen Menschen in den schlimmsten Lebenslagen beizustehen. Karim Steins gehört ebenfalls zu den neu Beauftragten und hat diese persönliche Überzeugung während seiner Zeit als Sanitäter bei der Bundeswehr entdeckt. „Ich habe damals festgestellt, dass bei ärztlicher Hilfe der Fokus oftmals nicht nur auf dem Körper liegt“, erklärt er. „Viele Verletzungen sind nämlich seelischer Natur.“

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