Hightech-Blitzer machen Jagd auf Temposünder

Von: Udo Kals
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Neuer Blitzer: Im kommenden Jahr wird eine Radarfalle dieses Typs auch im ehemaligen Aachener Kreisgebiet aufgestellt. Foto: Jenoptik AG

Aachen. Zwar ist vor einigen Wochen nach Protesten der Politik der Deckel auf die „Radarfalle in der Mülltonne” gemacht worden. Dennoch müssen sich die Autofahrer im ehemaligen Kreis im kommenden Jahr an einen neuen Anblick am Straßenrand gewöhnen.

Dann hält mit dem „Traffi-Tower” die neue Knipser-Generation Einzug ins Straßenbild. Nachdem vergleichbare Modelle bereits im Autobahnkreuz Jackerath, auf der B56 bei Düren oder an der Kreuzung Wilhelm-/Lothringerstraße in Aachen Tempo- und Rotsünder gestochen scharf ablichten, will die Städteregion jetzt auch in einen Blitzer investieren, der den klassischen Starenkasten ablöst. Rund 55.000 Euro sind für die insgesamt rund drei Meter hohe Anlage samt Kamera im Haushalt 2011 angesetzt.

Keinen zusätzlichen Standort

Wo der Blitzer aufgebaut wird, ist noch nicht bestimmt. Wobei Städteregionssprecher Holger Benend erläutert, dass es „keinen zusätzlichen Standort geben wird”. Vielmehr werde eine alte Anlage durch den Traffi-Tower ersetzt. Derzeit misst das Ordnungsamt der Städteregion an 51 Standorten die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Dabei biete der neue Blitzer technische Vorteile, sagt Benend. So können Besonderheiten - wie zeitlich begrenzte Tempolimits vor Schulen oder Kindergärten - programmiert werden.

Dabei besitzt das Gerät nicht so viele High-Tech-Besonderheiten wie etwa die Blitzsäule bei Düren. Während diese über eine schleifenlose Messtechnik verfügt und mit einem scannenden Laser arbeitet, wird beim städteregionalen Modell der Firma Jenoptik weiterhin mit Induktionsschleifen in der Fahrbahn gearbeitet.

Zudem kann der Traffi-Tower den Verkehr „nur” einseitig überwachen, während in Düren die Verkehrsteilnehmer wahlweise in die eine oder andere Richtung überwacht werden können. Wobei die Technik ihren Preis hat: Der Kreis Düren investierte im Jahr 2009 rund 70.000 Euro in die Anlage und damit etwa 15.000 Euro mehr als die Städteregion.

Die Verwaltung an der Aachener Zollernstraße ist jedoch durchaus bereit, weiteres Geld für die Verkehrsüberwachung auszugeben. Im vergangenen Jahr etwa wurde die Verkehrsüberwachung auf Digitaltechnik umgerüstet - Kostenpunkt 120.000 Euro. Und für den Fall, dass eine der beiden mobilen Radarblitzen kaputtgehen sollte, sind 60.000 Euro für eine Ersatzanlage eingeplant.

Geld, dass Politik und Verwaltung als gut angelegt ansehen dürften. Zum einen wird betont, dass die Zahl der überführten Temposünder trotz verstärkter Kontrollen rückläufig ist. Dies belegt für die Verwaltung, „dass die Überwachungsmaßnahmen positiven Einfluss auf das Geschwindigkeitsverhalten der Verkehrsteilnehmer” habe.

Zum anderen sorgten die neun Kameras in den stationären und die beiden mobilen Anlagen allein im vergangenen Jahr dafür, dass rund 196.000 geblitzte Temposünder etwa 4,67 Millionen Euro an Verwarn- und Bußgeldern an die Städteregion zahlen mussten.
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