Aachen - Heimat zwischen Bergbau, Tempelruine und Printen

Heimat zwischen Bergbau, Tempelruine und Printen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Schauten sich die Kunstwerke der kleinen Künstler an: Kreisdirektor Helmut Etschenberg (hinten, v.l.), Landrat Carl Meulenbergh. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Heimat, was ist das überhaupt? Der Begriff ist ziemlich abstrakt, und jeder verbindet etwas anderes damit. Um mehr über ihre Heimat zu erfahren, nahmen zwölf Schulen, Kindertagesstätten und Einrichtungen aus Stadt und Kreis Aachen am Kunstprojekt „Heimat” des Kreises Aachen teil.

Die Ergebnisse präsentierten sie im Inda-Gymnasium in Kornelimünster. Die Kinder und Jugendlichen gingen vor die Tür, um sich die Straßen, die Tiere, die Pflanzen, Spielplätze oder die Brunnen und Denkmäler ihrer Region anzusehen - und das alles aus ihrer ganz individuellen Perspektive. Mit dabei war immer ein Künstler, der die Kinder unterstützte.

Der große Reiz bei dem Projekt ist für Projektleiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier der kreative Umgang mit dem eigenen Zuhause: „Die Kinder setzen sich vorbehaltlos mit so einem Begriff wie Heimat auseinander. Das schafft Identifikation mit den Plätzen, Straßen und Nachbarn.”

Was dabei herausgekommen ist, ist beachtlich: Die Schüler der Städtischen Gesamtschule Herzogenrath stellten zum Beispiel Elemente der ehemaligen Zeche in Merkstein nach. Damit illustrierten sie die verblassenden Erinnerungen an die Industrie, die Region über Generationen hinweg geprägt hat.

Schüler des Inda-Gymnasiums bauten die Ruine der Tempelanlage Varnenum in beeindruckender Detailtreue dar. „Zu Beginn des Projekts hatten die Schüler Bedenken, ob sie das hinbekommen”, erinnert sich Schulleiter und Lateinlehrer Arthur Bierganz an das anfänglich mangelnde Vertrauen der jungen Leute in ihre eigenen handwerklichen Fähigkeiten. „Sie wurden immer enthusiastischer, je länger das Projekt dauerte.”

Nur wer seine Heimat kennt, der kann auch sagen, was ihm passt und was nicht. Das stellte Landrat Carl Meulenbergh beim Blick auf die Resultate der künstlerischen Arbeit fest. „Unsere Heimat prägt uns. Und wir können sie mitprägen. Dafür müssen die Kinder ihren Heimatort mit allen Sinnen erleben.”

Die Kinder der Grundschule Laurensberg erkundeten Aachen der Nase nach. Sie folgten immer dem Geruch von Printen und Marzipan und landeten schließlich in der Backstube eines Aachener Printenbäckers. Sie formten selbst Printen und bildeten bekannte Aachener Brunnen in süßem Marzipan nach. Die Leckereien stellten die kleinen Bäcker im Inda Gymnasium aus. „Nur zum Angucken”, wie die neunjährige Jessica bemerkte. Das Original-Rezept für Printen durfte die Backstube übrigens nicht verlassen. „Das behält der Printenbäcker wie einen Schatz”, sagt die achtjährige Franka.
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