Heftige Grippewelle überrollt die Städteregion

Von: René Benden und Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Grippewelle Schweinegrippe
Eine heftige Grippewelle überrollt die Städteregion Aachen. Symbol-Foto: dpa Foto: dpa

Aachen. Die Städteregion Aachen ist von der Grippewelle besonders hart getroffen worden. Nicht nur ist die Zahl der Grippe-Kranken in diesem Jahr höher als üblich. Die Mediziner in den örtlichen Krankenhäusern beobachten auch eine deutlich höhere Zahl an schweren Krankheitsverläufen bis hin zu Todesfällen, die auf eine Influenza-Infektion zurückzuführen sind.

Auffällig sei auch, dass nicht nur die sogenannten Risikopatienten wie chronisch Kranke schwer getroffen würden. „Wir beobachten, dass auch junge gesunde Menschen schwer erkranken“, sagt Marcus Gatzen, der Chefarzt der medizinischen Kliniken im Marienhospital Aachen.

Einige Krankenhäuser müssen ihren medizinischen Betrieb aufgrund der großen Zahl an Influenza-Fällen umstellen. „Wenn die Welle weiter anschwillt, bekommen wir Pro-bleme“, sagt Markus Graf, Leiter der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie im Medizinischen Zentrum (MZ) der Städteregion. Derzeit müsse man regelmäßig Patienten entlassen, um aktiv bleiben zu können. Das betreffe vor allem Patienten mit Erkrankungen aus den Bereichen Unfallchirurgie, Orthopädie und Innere Chirurgie. Oberste Prämisse sei in allen Fällen, Patienten nicht zu gefährden.

Ein Grund für die Heftigkeit der diesjährigen Grippewelle ist vermutlich die Mutation des Influenza-Erregers. „Alle drei bis vier Jahre kann man beobachten, dass der Virus seine Oberflächenstruktur verändert“, sagt Björn Schwick, medizinischer Leiter des St. Franziskus Krankenhauses in Aachen. Das sei für das Immunsystem des Menschen problematisch, weil es Zeit brauche, um die passenden Antikörper gegen den Virus zu entwickeln. Ist das Immunsystem durch den Influenza-Virus geschwächt, kann es durch bakterielle Erreger zu sogenannten Superinfektionen kommen.

Die Spitze der Grippewelle scheint aber erreicht. Seit einigen Tagen blieben die Fallzahlen kon-stant, sagt Graf vom MZ. Das sei ein gutes Zeichen. Wenn die Witterung sich verändere sei mit einem Abflachen zu rechnen.

Allerdings hat die Grippewelle auch noch ein anderes gravierendes Problem mit sich gebracht: Die Blutreserven in Deutschland sind deutlich geschrumpft. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als weitaus größter Versorger registrierte im Februar bislang fast 20 Prozent weniger Blutspenden als in den vergangenen Jahren. Im Januar war es bereits ein Minus von 16,5 Prozent, sagte der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes, Friedrich Düppe. Auch die Staatlich-kommunalen Blutspendedienste (StKB) als zweitgrößter Versorger und der private Blutspendedienst Haema sprachen von Engpässen.

Engpässe bei Blutkonserven gebe es vor allem im Osten Deutschlands, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und im südlichen Nordrhein-Westfalen.

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