Hautkrebs: Eine Behandlung ist auch im hohen Alter oft möglich

Von: ath
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Simmerath. Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es, und worauf muss ich achten? Die meisten Fragen der teilnehmenden Leser im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ zum Thema „Hautkrebs“ bezogen sich auf Therapiemöglichkeiten.

„Gleich zwei Anrufer mit aktinischen Keratosen, einer Vorstufe des hellen Hautkrebs, haben nach Behandlungsalternativen gefragt“, berichtet Dr. Knuth Rass, Chefarzt des Zentrums für Venen und Haut an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Er hatte die Aktion, in der ersten halben Stunde unterstützt von seiner Oberärztin Dr. Sandra Förster, am Telefon betreut. „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich auch nach der Hartnäckigkeit und Ausbreitung der aktinischen Keratosen sowie der Verträglichkeit beim Patienten richten“, erläutert der Hautspezialist.

Möglich ist eine oberflächliche Behandlung mit speziellen Cremes oder Gelen sowie mit Medikamenten, die die Zellteilung bremsen bzw. das Immunsystem bei der Tumorabwehr unterstützen. Auch die operative Entfernung ist möglich. Entscheidend sei, aktinische Keratosen in jedem Fall zu behandeln, da sie zu zehn Prozent später zu hellem Hautkrebs werden. Ganz wichtig für Betroffene ist, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten.

Muss ein Basaliom am Ohr unter Vollnarkose entfernt werden?, hatte ein weiterer Anrufer wissen wollen. „Nein, in der Regel werden solche Eingriffe unter örtlicher Betäubung vorgenommen“, klärt Dr. Rass auf. Das ermöglicht, Hauttumore auch im fortgeschrittenen Lebensalter noch behandeln zu lassen. Eine 87-jährige Anruferin hatte gefragt, ob sie ein Basaliom am Auge in ihrem Alter noch operieren lassen kann.

„Wenn der Patient noch in einem guten Allgemeinzustand ist, sollte man das auch in einem höheren Lebensalter angehen. Der Eingriff ist meist nicht belastend. Tumore können jedoch gerade im Gesicht zerstörerisch in tiefere Schichten, zum Beispiel in Nasenknorpel oder Knochen, einwachsen. Dem sollte man rechtzeitig entgegenwirken.“

Wer im Erwachsenenalter Veränderungen an der Haut bemerkt, sollte sie gerade auch bei braun pigmentierten Flecken mit Verdacht auf ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) untersuchen lassen. Je früher Hauttumore erkannt würden, desto besser seien die Heilungsaussichten, so Rass.

Ab dem 35. Lebensjahr haben Patienten Anrecht auf eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge. Dafür müssten sie nicht unbedingt zu einem Hautarzt. „Ein erstes Screening können auch Hausärzte übernehmen, die eine entsprechende Schulung haben. Bei Auffälligkeiten überweisen sie dann zur eingehenderen Kontrolle an den Facharzt.“ Bei Betroffenen, die unter hellem Hautkrebs leiden und in ihrem Beruf viele Jahre starker Sonnenstrahlung ausgesetzt waren, kann dieser unter Umständen auch als Berufskrankheit anerkannt werden.

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