Hans Winnen: Elektro-Handwerk 44 Jahre lang geprägt

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Das hat noch keiner geschafft! 44 Jahre lang war Hans Winnen Obermeister der heutigen Fachinnung für Elektrotechnik Aachen, dazu 20 Jahre Kreishandwerksmeister. Foto: Ebbecke-Bückendorf
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Herbert May, sein Nachfolger im Amt bei der Kreishandwerkerschaft, würdigt seine Verdienste. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Das sei doch alles „leicht übertrieben“, was der Festredner da über ihn gesagt habe, wehrte Hans Winnen das viele Lob ab. Doch die Gäste des Empfangs, zu dem die Fachinnung für Elektrotechnik Aachen ins Restaurant „Schemme‘s“ am Haus Kambach eingeladen hatte, waren anderer Meinung.

Die Würdigung der Verdienste des langjährigen Obermeisters der Innung sei wohlverdient, versicherten seine Wegbegleiter, Kollegen und Freunde. Nach 44 Jahren Tätigkeit als Obermeister der Innung wurde Winnen von seinem Nachfolger Marco Herwartz aus Aachen der Ehrenobermeisterbrief überreicht.

Vor 50 Jahren, am 1. April 1964, gründete der frisch gebackene Handwerksmeister Hans Winnen seinen Betrieb, 1970 wurde er als 30-jähriger Obermeister der damaligen Elektro-Innung Aachen-Land. Damit begann ein für das Handwerk in der Region segensreiches ehrenamtliches Wirken, dessen Fülle bei dem Empfang kaum ausgeschöpft werden konnte. Herwartz, vor wenigen Wochen zum Nachfolger von Winnen zum Obermeister der Fachinnung für Elektrotechnik Aachen gewählt, hat nachgeforscht und sogar beim Landesinnungsverband in Berlin angerufen. Das Ergebnis: „Du bist mit 44 Jahren Obermeister der Fachrichtung Elektrotechnik derjenige, der diese Amtszeit deutschlandweit am längsten inne hat. 44 Jahre Obermeister – das hat noch keiner geschafft!“

Einige der Positionen, auf denen sich Hans Winnen ehrenamtlich engagierte, zählte als Festredner des Abends Lothar Hellmann auf, der Vizepräsident des Zentralverbandes der deutschen elektro- und informationstechnischen Handwerke und Vorsitzende des Fachverbandes auf Landesebene: Winnen war 44 Jahre lang Delegierter seiner Innung beim Fachverband in Dortmund, Mitglied in der Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen, Vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer für das Elektrotechniker-Handwerk, Vorsitzender im Verwaltungsausschuss des Arbeitsamtes Aachen, jahrzehntelang engagiert auch in der Selbstverwaltung der handwerklichen Krankenkasse, der heutigen IKK Classic.

Seit 1976 zudem ehrenamtlicher Richter, zunächst am Arbeitsgericht Aachen, ab 1982 beim Landesarbeitsgericht in Köln. „Dieses Engagement ist Resultat von Beharrlichkeit, Fleiß, Weitsicht, Können.“ Der Fachverband, so berichtete Hellmann, zeichnete Hans Winnen bereits 2002 mit seiner höchsten Ehrung aus, der Goldenen Ehrennadel: „Mehr geht nicht!“ Hellmann würdigte Winnen als jemanden, „der sich als Diener an einer großen Sache, nämlich der Sache des Handwerks, versteht und der wie wenige andere in der Lage ist, den Laden zusammenzuhalten“. Eine gehörige Portion Mut und Glück gehörten dazu. Und die passenden Charaktereigenschaften: „Sie sind einer, der ehrlich, fleißig, solide und geerdet ist, der Stil hat und dem jede Form des Egotrips fremd ist!“

Dass Hans Winnen bei seinem ehrenamtlichen Wirken die Interessen des Handwerks und seiner Kollegen über alles gehe, betonte auch sein Nachfolger Herwartz: Winnen habe „nahezu keine Gelegenheit ausgelassen, um sich für faire Verhältnisse in seinem Gewerke einzusetzen und seinem Handwerk den Rücken zu stärken.“

Apropos Rücken stärken: Den Rücken des Obermeisters Hans Winnen hat stets seine Frau Renate gestärkt, die seinen Einsatz für das Handwerk immer mit getragen und gefördert hat. Ihr wurden von vielen Freunden Dankesworte ausgesprochen. Auch vom Kreishandwerksmeister Herbert May. Der erinnerte an viele Jahre gemeinsamen Wirkens mit Hans Winnen und würdigte dessen Organisationstalent und Führungsgeschick: „Hans hat auf allen Gebieten der Kreishandwerkerschaft dafür gesorgt, dass es läuft wie am Schnürchen.“ Dass dieser ehrenamtliche Einsatz nun aufhört, glaubt May nicht so recht: „Sicherlich werden wir auch in Zukunft noch manche Berührungspunkte haben und sicher auch einige Dinge gemeinsam stemmen.“

Winnen dankte den Laudatoren, dankte besonders herzlich seiner Frau und seiner Familie und hob dann in launigen Worten einige seiner Weggefährten, Mitarbeiter und Freunde hervor. Dass sich das Handwerk den gesellschaftlichen und technologischem Wandel stellen müsse – und bisher auch gestellt habe –, machte er mit einem Zeitraffer-Überblick der 44 Jahre deutlich, in denen er Obermeister der Elektro-Innung war.

In dieser Zeit habe sich die Telekommunikation von den Telefonen mit Wählscheiben zu elektronisch gesteuerten Großanlagen entwickelt. In der Rundfunk- und Fernsehtechnik gab es damals terrestrische Antennen und zwei bis drei Fernsehprogramme, heute geht man mit Breitbandanschluss ins Internet. In der Beleuchtungstechnik ging die Entwicklung von der Glühbirne über die Halogenleuchte zu LED, und in der Gebäudetechnik von einfachen Schaltungen zu einem komplett vernetzten „intelligenten Haus“. Sich dem Wandel zu stellen und doch der Handwerkstradition treu zu bleiben, sei ein Erfolgsrezept des Handwerks. Da waren sich die Gäste mit dem Geehrten einig.

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