Hans Peter Schmitz aus Baesweiler wird 75 Jahre alt

Von: Bernd Mathieu
Letzte Aktualisierung:
Würdigung des großen Einsatz
Würdigung des großen Einsatzes für die Region: Im Januar 2010 wurde Hans Peter Schmitz (l.) von Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens mit dem Ehrenlöwen der statt ausgezeichnet. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Er wollte nie - wie die meisten anderen Politiker - jeden Tag in den Nachrichten und Schlagzeilen erscheinen. Nie politische Bedeutungsschwere inszenieren. Das hatte er, ein tatsächlich politisches Schwergewicht, auch gar nicht nötig.

Heute steht Hans Peter Schmitz, ganz gegen seinen ausdrücklichen Willen, dann doch im Mittelpunkt eines Porträts in dieser Zeitung. Seines Porträts.

75 Jahre alt zu werden ist an und für sich keine Aufsehen erregende Leistung. Da hat er wohl Recht. Aber es ist ein echtes Jubiläum in einem Menschenleben, eine Zäsur, die wie in jeder persönlichen Retrospektive neben einigen wahrscheinlich eher bedrückenden Erinnerungen sehr viele positive, gestaltete, erreichte, schöne Stationen, manchmal sogar Meilensteine wieder aufblitzen lässt.

Entscheidender Gestalter

Bei Hans Peter Schmitz würde man oberflächlich sagen können, er sei langjähriger Bundestagsabgeordneter der CDU gewesen. Statistisch betrachtet waren das beachtliche 30 Jahre, von 1972 bis 2002, die weitaus meisten davon im rheinischen Bonn und die letzte Legislaturperiode im von ihm mit einer gewissen geografischen, historischen und politischen Distanz betrachteten preußischen Berlin. So kann man es beschreiben, wenn man das Wort Skepsis ganz vermeiden möchte.

Dieses Etikett „Rheinisch” war und ist bei ihm auch stets mit einem Programm, einer Linie, einem ernsthaften Bemühen um Lösungen, Kompromisse, Fortschritte verbunden gewesen. Es ging ihm nicht um billige und kleinkarierte parteipolitische Rechthaberei, sondern um Ergebnisse, vor allem für die Aachener Region. Wer heute objektive und kompetente Zeitzeugen des Strukturwandels im Aachener Bergbau nach diesen schwierigen Jahren, in denen in einigen Städten die schwarzen Fahnen gehisst wurden, fragt, wird schnell den Namen Hans Peter Schmitz hören. Er war ein wesentlicher, manche sagen sogar der entscheidende Gestalter dieses Wandels. Warum war das so?

Mit der Region tief verwurzelt

Zum einen ist Schmitz mit dieser Region tief verwurzelt. Er stamme, sagt er nicht ansatzweise kokettierend, sondern in authentischer Bodenständigkeit, aus „einfachen Verhältnissen”. Diese frühe Erfahrung harter Arbeit der ganzen Familie auf dem Bauernhof in Puffendorf, dem heutigen Stadtteil von Baesweiler, hat sein Leben geprägt, natürlich auch sein politisches.

Das verhindert das Abgleiten in abgehobene Parallelwelten wichtigtuerischen Polit-Schickimickis. Zum anderen hatte dieser Abgeordnete einen ziemlich direkten Zugang zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, und, noch wichtiger, er war Bestandteil eines in den 80er Jahren noch völlig normal und mit dem richtigen Selbstbewusstsein ausgestatteten Parlamentarismus.

Kompetenter Netzwerker

Als Vorsitzender der NRW-Landesgruppe und stellvertretender Fraktionsvorsitzender wusste Schmitz mit anderen starken Landesgruppen, etwa den Baden-Württembergern, die Macht der Legislative gegenüber der exekutierenden Bundesregierung durchaus zu organisieren. Davon wagen die heutigen „Parlamentarier”, die Kauders der Merkel-Ära, nicht einmal mehr zu träumen.

Sie sind ihren jeweiligen Koalitionen treu ergeben als nicht widersprechende Mehrheitsbeschaffer. So ist die politische Laufbahn von Hans Peter Schmitz geprägt von dieser Karriere als klassischer Parlamentarier, der vor allem im Haushaltsausschuss und im Vermittlungsausschuss die hohe Kunst des gesunden Kompromisses lernte und anwendete.

Dazu gehören Rückgrat, Kompetenz und ein vernünftiges Netzwerk. Schmitz hatte es natürlich neben seiner Fraktion auch in seiner Partei, deren Stadtverbands-, Kreis- und Bezirksvorsitzender er lange Jahre neben seiner Mitgliedschaft im Landesvorstand war.

Zur Persönlichkeit des Ehemanns und des Vaters von drei Kindern gehört seine wirklich liebevolle Verbundenheit zu dieser Landschaft, die ihm mit dem Kreis Heinsberg, der Region Aachen und vor allem auch mit dem niederländischen Limburg Heimat ist. Dass er Politik am Ende auch immer eng verbunden mit dem christlichen Menschenbild sieht, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit von früher Jugend an, als er im Diözesanvorstand der Landjugend ebenso engagiert arbeitete wie in der Bundesführung des Bundes der deutschen katholischen Jugend.

Ausgezeichnet wurde er mit mehreren hochkarätigen Orden. Der Baesweiler Bürger ist dabei gewiss besonders stolz auf den Baesweiler Ehrenlöwen - eben auch ein Stück Bodenständigkeit und typisch „HP”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert