Handwerkskammer: Ein reibungsloser Wechsel ist das Ziel

Letzte Aktualisierung:
14656163.jpg
Ziehen zufrieden Bilanz: Nicolas Walter (v.l.), Friedhelm Souren, Roland Schreiber (Sparkasse Aachen) und Kurt Krüger (Handwerkskammer Aachen). Foto: Nina Krüsmann

Aachen/Würselen. Als Friedhelm Souren vor über zehn Jahren einen Nachfolger für seinen Betrieb suchte, hätte er sich wohl kaum vorstellen können, dass er heute immer noch in seinem alten Unternehmen tätig ist. „Ich war bereit loszulassen“, erklärt der heute 72-jährige Karosseriebaumeister, der über 40 Jahre die Autolackierung und Unfallinstandsetzung Souren an der Industriestraße in Würselen führte.

„Dass ich heute immer noch jeden Tag im Unternehmen sein kann, freut mich natürlich sehr.“ Die Geschichte des Vorzeigebeispiels einer Unternehmensnachfolge nahm bereits im Jahr 2005 ihren Anfang als Friedhelm Souren begann, einen Nachfolger für sein Unternehmen zu suchen und sich an die Handwerkskammer Aachen wandte.

„Unsere Tochter wollte den Betrieb nicht übernehmen“, berichtet Souren. „Also entschied ich mich frühzeitig für diesen Weg.“ Über die Kontaktbörse der Handwerkskammer lernte Souren 2006 den damals 39-jährigen Nicolas Walter kennen.

„Wir waren uns von Anfang an sympathisch, die Chemie stimmte einfach“, erinnert sich Walter, der zuvor 18 Jahren in einem Aachener Karosseriebau-Betrieb tätig gewesen war. Schnell wurde man sich einig und die Betriebsübergabe konnte mit der Unterstützung der Handwerkskammer und der Sparkasse Aachen am 2. April 2007 unter dem neuen Namen „Souren-Walter“ offiziell erfolgen.

Auf Expansionskurs

Friedhelm Souren und seine Frau Barbara wohnten zu diesem Zeitpunkt noch über der Werkstatt und planten auszuziehen. „Wir wollten nicht, dass der neue Chef das Gefühl hat, dass ihm der ehemalige Inhaber auf die Finger schaut“, sagt Souren.

„Es kam dann aber doch alles anders.“ Das Verhältnis zwischen dem ehemaligen und dem Jung-Unternehmer entwickelte sich so gut, dass bald vom Auszug keine Rede mehr war. „Friedhelm kommt auch heute fast täglich in den Betrieb, bastelt an seinen Oldtimern und steht bei Bedarf zur Verfügung“, sagt Walter. „So konnte er auch hautnah miterleben, wie das Unternehmen immer moderner und größer wurde.“

Nicolas Walter und sein Team nahmen 2016 eine neue Halle mit hochmoderner Spritz-Kabine in Betrieb. Die Gesamtfläche des Betriebes konnte verdoppelt werden. Mit einer generellen Modernisierung nach 2007 wurden auch die Materialien, Techniken und Arbeitsweisen an die geltenden Umweltbestimmungen angepasst. Mit dem Stand der Technik stieg auch die Mitarbeiterzahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre von fünf auf heute 14 Mitarbeiter und Auszubildende.

Was Vater und Sohn oft schwerfällt, ist Friedhelm Souren und Nicolas Walter gelungen: Die Übergabe eines Unternehmens an die jüngere Generation – ohne Konflikte.

Mittlerweile haben Souren und Walter sich sogar gemeinsam einen Oldtimer gekauft. Eine Anschaffung, die beide auch über das Berufliche hinaus ganz privat verbindet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert