Großkontrolle im Kampf gegen Einbrecher

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
7111045.jpg
Grenzüberschreitende Kooperation: Bei den Kontrollen im Kampf gegen Einbrecherbanden arbeiten deutsche (links) und niederländische Beamte (hinten rechts) am Übergang Horbach Hand in Hand. Foto: Ralf Roeger
7111049.jpg
Da hilft nur Geduld: Strichprobenartig kontrollierten die Beamten auch Fahrzeugscheine der Grenzpendler.

Städteregion. Und wieder geht die Kelle raus. Michael Seidel fährt seinen schwarzen Wagen auf den Seitenstreifen an der Horbacher Straße – nur ein paar Meter vorm Grenzübergang. Er wechselt ein paar Worte mit den Polizeibeamten, steigt aus und wartet dann auf seinen Führerschein.

Für Seidel ist so eine Kontrolle nichts Neues. „Ich pendele seit 25 Jahren jeden Tag beruflich zwischen Deutschland und den Niederlanden“, sagt der Aachener. „Das hier habe ich schon hundert Mal mitgemacht.“

Mit „das hier“ meint er grenzüberschreitende Polizeikontrollen – zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. Auch am Mittwoch gab es so eine groß angelegte Schwerpunktaktion. Im kompletten Regierungsbezirk Köln hatte sich die Polizei ganztägig mit 2000 Einsatzkräften vor allem auf Fernstraßen und Autobahnen positioniert. Ihre Zielgruppe: „mobile Intensivtäter“, also Banden, die in der Region Wohnungseinbrüche, Taschendiebstähle und Metallklau begehen. Rund 500 Beamte waren in der Städteregion im Einsatz, obendrein viele Beamte von der Bundespolizei sowie aus Belgien und den Niederlanden.

Etwa in Horbach. Während Michael Seidel das Okay zur Weiterfahrt bekommt, erklärt Polizeipressesprecher Werner Schneider, warum diese Aktion – in der Städteregion wird an zwölf Stellen kontrolliert – so wichtig ist. „Die Banden sind straff organisiert. Sie kommen nicht selten aus dem südeuropäische Raum rein, brechen ein und sind schnell wieder weg. Sie nutzen die offenen Grenzen und die gut vorhandene Infrastruktur.“ Deshalb, so Schneider, sei eine vernetzte Zusammenarbeit auch über Ländergrenzen hinweg unabdingbar.

Die Polizei erhofft sich davon, Erkenntnisse über Strukturen und Netzwerke der Täter zu bekommen. Und dadurch in Zukunft schneller Festnahmen in die Wege leiten zu können und die Aufklärungsquote langfristig zu steigern.

Hier läuft die Polizei den Entwicklungen hinterher. Weil die Banden immer professioneller werden, steigen die Einbruchszahlen. In den vergangenen vier Jahren in Nordrhein-Westfalen um satte 50 Prozent. In der Städteregion wurde 2012 in 1818 Gebäude eingebrochen, für 2013 geht die Polizei von einem Anstieg um etwa 20 Prozent aus. Die aktuellen Zahlen werden am 10. März veröffentlicht.

Die Kontrollen in Horbach und anderswo sollen helfen, dem endlich einen Riegel vorzuschieben. Dazu sammeln die Beamten alle relevanten Daten von Tätern, um künftig Spuren und Ermittlungsergebnisse verknüpfen und austauschen zu können. Nach welchen Kriterien Autos überprüft werden, darf Schneider nicht verraten. „Ich kann nur sagen: Wir schauen genau hin, wen wir anhalten.“ Mütter etwa, die ihre Kinder zur Oma fahren, seien da in der Tat seltener dabei. Doch selbst wenn, hätten die meisten durchaus Verständnis.

Bis zum Einsatzende am Mittwochabend kontrollierte die Aachener Polizei 390 Fahrzeuge und 720 Personen in der Städteregion. Zwei Autofahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, weil sie unter Drogeneinfluss standen. Am Grenzübergang Köpfchen hat die Polizei in einem Wagen aus Belgien technische Geräte gefunden, die zum Auslesen von Fahrzeugdaten und zum Überbrücken von Wegfahrsperren geeignet sind. Der Fahrer wurde festgenommen, die Ermittlungen laufen.

Am Hauptbahnhof in Aachen hat die Bundespolizei zwei Iraner festgenommen. Gegen einen 27-Jährigen liefen, neben dem Verdacht auf unerlaubten Aufenthalt, zwei Haftbefehle wegen gefährlicher Körperverletzung und Ausweisung. Ein 29-jähriger Iraner war von den französischen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben.

Bereits im Vorfeld des Großeinsatzes hatten Zivilfahnder um Mitternacht in der Aachener Innenstadt vier Personen festgenommen. Ein am Straßenrand geparktes Auto war ihnen verdächtig vorgekommen. Bei der Kontrolle der vier Insassen, die aus dem süddeutschen Raum und dem Kosovo stammten, kam heraus, dass sie 14 000 Euro mit sich führten. Auch ein gestohlenes Handy hatten sie dabei. Beim Durchsuchen des Wagens kamen zudem mehrere Pässe zum Vorschein, die keinem der Insassen zuzuordnen waren. Auch konnten diese nicht nachweisen, wem das Auto überhaupt gehört. Alle vier wurden festgenommen – die Ermittlungen stehen noch aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert