Großes Festival mit Schultheatergruppen aus ganz NRW

Von: Kristina Toussaint
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Laden zum „Maulhelden“-Festival: sitzend von links Jutta Kröhnert, Gabi Roentgen, Olaf Müller, Brigitte Schorn und Andreas Beitin – und das ganz offensichtlich zur großen Begeisterung von Jenny und Ricarda. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das „Maulhelden“-Festival bringt Schultheatergruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. Alle zwei Jahre fand das Landes-Treffen bislang in Düsseldorf statt, dort veranstaltet vom FFT (Forum Freies Theater). 2017, im „Zwischenjahr“ des bisherigen Turnus, gehen die „Maulhelden“ nun zum ersten Mal auf Tournee.

Rund 500 Schülerinnen und Schüler werden ab dem 13. Juni eine Woche mit viel Theater im Ludwig Forum, dem zugehörigen „Space“ und im Theater 99 verbringen. Aachen hat sich als erste Station außerhalb der Landeshauptstadt geradezu aufgedrängt: Die seit bald 20 Jahren bestehenden Schultheatertage der Städteregion sind landesweit eine der größten Veranstaltungen ihrer Art.

Das „Maulhelden“-Programm bietet eine breite Abbildung der Schultheaterszene, so Jutta Kröhnert vom Mitveranstalter Akut e.V, der Aachener Kultur- und Theaterinitiative. Neben den für das Festival typischen, eher experimentellen Stücken spielen einige der ausgewählten Gruppen Theater im eher klassischen Sinne. Auch Musik- und Tanztheater sind vertreten. Während die Grundschüler oft wilde Fantasiewelten darstellen, beschäftigen sich die Stücke der Älteren mit Themen wie Mobbing, Gewalt und Zivilcourage.

Ausgewählt hat eine Expertenjury neun Theatergruppen, drei davon stammen aus der Städteregion. Die Stücke jetzt schon bühnenreif zu bekommen, sei für die Schüler eine große Herausforderung – normalerweise präsentieren die Gruppen das Erarbeitete erst am Jahresende, so Studentin Jenny Schnier, deren Engagement für die Schultheatertage mit einem Sitz in der Jury belohnt wurde. „Das Material, das wir im Zuge der Entscheidung gesichtet haben, zeigt aber, dass sie das meistern werden“, so Schnier.

Als „Best of“ des regionalen Schultheaters haben sich bei der Jury „Ein Großmaul kommt selten allein“ der Gemeinschaftsgrundschule Schönforst, „Pipistrella und die Rettung Fledusiens“ der Montessori-Grundschule Eilendorf und die Maria-Montessori-Gesamtschule mit „Eins auf die Fresse“ durchsetzen können.

Außerdem als Gäste dabei: die Gruppe „rohestheater“ der Mies-van-der-Rohe-Schule und das Agora Theater aus St. Vith. „Das regionale Andocken des Festivals unterstützt unseren Impuls, zu zeigen, was schon hier ist“, so Brigitte Schorn von der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW, die das Projekt mit dem Landesverband Theater in Schulen überregional koordiniert.

Und es ist einiges da. Unzählige aktive Theatergruppen, regionale und grenzüberschreitende Strukturen – kurz: Das Schultheater ist Teil des regionalen kulturellen Profils, so Jutta Kröhnert. Das soll auch in der Region bekannter gemacht werden. Die ausgewählten „Leuchtturmprojekte“ des regionalen Schultheaters erhielten im Ludwig Forum als „Haus der ersten Klasse“ eine angemessene Würdigung, so Olaf Müller vom Kulturbetrieb der Stadt. Außerdem erfülle das Festival genau das, was Peter Ludwig wollte: Raum bieten nicht nur für bildende Kunst, ergänzte Dr. Andreas Beitin, Direktor des Ludwig Forums. Nebenbei bringe man so die künftige Besuchergeneration ins Haus.

Die teilnehmenden Schüler werden sich im Laufe des Festivals gegenseitig ein Publikum sein, im Rahmen von gemeinsamen Aktivitäten soll aber auch ein echter Austausch stattfinden. Know-how austauschen können auch die theaterpädagogisch tätigen Lehrer im Rahmen von Workshops und Fortbildungen – diese stehen auch Lehrern offen, deren Schüler nicht am Festival teilnehmen.

Von der Erfahrung aus den Schultheatertagen können nicht nur die lokalen Veranstalter – neben Akut das Bildungsbüro der Städteregion – profitieren, sondern auch die künftigen Ausrichter. Der nächste Tournee-Ort steht schon fest: 2019 treffen sich die „Maulhelden“ in Gelsenkirchen.

Das Festival soll nicht nur den Austausch unter einander stärken: Alle Vorstellungen sind für Publikum geöffnet. Die Kartenkontingente sind jedoch begrenzt – für jede Aufführung im Space sind maximal 50 Plätze verfügbar. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung über jutta.kroehnert@akut-theater99.de jedoch notwendig. Das gesamte Programm kann unter www.maulhelden-nrw.de eingesehen werden.

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