Städteregion - Grenzlandtheater zeigt ab Mittwoch „Cyrano de Bergerac“

Grenzlandtheater zeigt ab Mittwoch „Cyrano de Bergerac“

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Ein Wechselbad der Gefühle zwischen Sehnsucht, heißer Liebe, Verzweiflung und Hoffnung: Das bietet das Grenzlandtheater mit „Cyrano de Bergerac“. Foto: Andreas Schmitter

Städteregion. „Und dennoch lieb’ ich!“ Cyrano de Bergerac steht entschlossen, fast schon ein bisschen trotzig, auf der Bühne. Der Blick fest. Dennoch ahnt man als Zuschauer, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, dass diesem Mann noch einiges bevorsteht: Ein Wechselbad der Gefühle zwischen Sehnsucht, heißer Liebe, Verzweiflung, Wut und Hoffnung.

Das bekannte Schauspiel, welches denselben Namen wie sein Hauptdarsteller trägt und 1897 von dem Franzosen Edmond Rostant verfasst wurde, ist nach unzähligen Aufführungen und Verfilmungen nun im Aachener Grenzlandtheater zu sehen. „Neben Romeo und Julia ist ‚Cyrano de Bergerac‘ eine der schönsten, wenn auch traurigsten Liebesgeschichten auf der Bühne“, schwärmt auch Ulrich Wiggers, der Regie führt.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die beiden Männer Cyrano der Bergerac (Thomas Ziesch) und Christian de Neuvillette (Jan Stapelfeldt) verbindet etwas: Sie lieben beide die schöne Roxane (Birthe Gerken). Die Kontrahenten könnten unterschiedlicher nicht sein. Cyrano leidet unter seiner übergroßen Nase, kann dafür aber ausgezeichnet dichten.

Christian hingegen ist ein wahrer Beau, aber weder ein geistreicher Redner noch ein Romantiker. Roxane fühlt sich zwar zu dem schönen Christian hingezogen. Dieser fürchtet jedoch, dass sein gutes Aussehen allein die Auserwählte auf Dauer nicht glücklich machen wird.

Und so beschließt Cyrano, Christian zu helfen, indem er seine Dichtkunst für die Liebesbriefe Christians einsetzt – und so der Geliebten wenigstens auf diese Weise nahe sein kann. Die ungewöhnliche Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf. Roxane verliebt sich in Christian und erkennt erst viel zu spät, wessen Handschrift die poesievollen und romantischen Briefe tatsächlich tragen.

„Cyrano de Bergerac“ ist aber nicht nur eine große Liebesgeschichte, sondern auch in sprachlicher Hinsicht ein Meisterwerk. Das Textlernen war für das zehnköpfige Ensemble eine große Herausforderung, aber auch eine einmalige Erfahrung. „Ich liebe diese poesievolle Sprache! Besser kann man diese wunderschöne Geschichte nicht erzählen“, gesteht etwa Birthe Gerken.

Überhaupt erwartet die Zuschauer in Aachen eine durch und durch klassische Inszenierung, wie Intendant Uwe Brandt verrät. Die Darsteller treten allesamt in zeittypischen und aufwendig geschneiderten Kostümen auf, die verschiedenen Bühnenbilder von Leif-Erik Hein wirken raffiniert spartanisch, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken. „Ein roter Vorhang als Inbegriff der Theaterbühne darf dann natürlich auch nicht fehlen“, bemerkt Wiggers schmunzelnd am Rande.

Und selbstverständlich wird es Fechtkunst vom Allerfeinsten aus allernächster Nähe zu sehen geben. Für die atemberaubenden Choreografien, die trotz aller Härte fast tänzerisch daherkommen, konnte niemand Geringeres als der „Grandseigneur des deutschen Bühnenkampfs“, Klaus Figge, gewonnen werden. Die gute Nachricht für alle Theaterfans: Noch gibt es Karten für dieses großartige Theaterstück!

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