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Grenzlandtheater: 11.000 Euro Spenden für Flüchtlinge

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Spendenübergabe: 11 000 Euro hat das Ensemble des Grenzlandtheaters um Intendant Uwe Brandt (2.v.l.) und die Schauspieler Timo Hübsch und Marthe Römer (hinten, 2. u.. 3. v.r.) für Flüchtlinge gesammelt. Darüber freuen sich die Vertreter der Bürgerstiftung Lebensraum und des Psychosozialen Zentrums. Foto: Ralf Roeger

Städteregion. Stolze 11.000 Euro sind bei der Spendenaktion zusammengekommen, die das Grenzlandtheater der Städteregion für Flüchtlinge initiiert hat. In der Vorweihnachtszeit hatten die Schauspieler ihr Publikum erstmals dazu aufgerufen, einen kleinen Beitrag für die Flüchtlinge zu leisten. Das Geld geht an die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen und das Psychosoziale Zentrum Aachen.

Im Gespräch mit Martina Stöhr erzählen Intendant Uwe Brandt und die Schauspieler Marthe Römer und Timo Hübsch von ihren Beweggründen für diese Aktion und den Erfahrungen, die sie dabei gemacht haben.

Die Flüchtlingssituation beschäftigt Deutschland schon seit geraumer Zeit. Warum haben Sie die Spendenaktion gerade jetzt ins Leben gerufen?

Römer: Angefangen hat alles mit einer kleinen Spende für Flüchtlingskinder. Statt uns wie gewohnt als „Toi, toi, toi“ untereinander kleine Geschenke zur Premiere von „Hello, Dolly!“ zu machen, haben wir Kinder in einem Flüchtlingsheim in Eschweiler beschenkt. Als wir unsere Malstifte und Hefte dort verteilt haben und die Dankbarkeit der Kinder gesehen haben, haben wir gemerkt, dass wir noch mehr machen wollen. Daraus entwickelte sich dann eine ganz spontane Aktion.

Was hat Sie beim Kontakt mit den Flüchtlingen am meisten bewegt?

Römer: Sie sind so voller Hoffnung. Und sie wollen das Erlebte erzählen, aber sie wollen kein Mitleid. Sie haben uns Fotos auf dem Handy von ihrer Flucht gezeigt. Das ging uns ganz besonders unter die Haut. Man kennt die Bilder der Flucht ja aus dem Fernsehen, aber es ist noch mal etwas anderes, das so direkt zu sehen. Brandt: Aber die Flüchtlinge erzählen nicht alles. Die wirklich grausamen Erfahrungen behalten sie für sich. Es gab einen Mann, der immer wieder angefangen hat zu erzählen, sich dann selbst unterbrochen hat und sagte, das könne man einfach nicht erzählen.

Wie haben die Menschen auf Ihre Spendenaktion reagiert?

Römer: Wir haben nach jeder Vorstellung eine Ansage gemacht, dass wir für die Flüchtlinge sammeln. Da haben die Menschen schon geklatscht. Die fanden das toll. Und wir waren überrascht, wie viel Geld zusammen gekommen ist. Es gab Leute, die haben mit einem Fünfziger gewedelt und den dann tatsächlich in den Hut geworfen. Und reingeschmissen hat jeder was. Dafür sind wir sehr, sehr dankbar.

Haben Sie das Gefühl, dass sich die Haltung Flüchtlingen gegenüber gerade ändert?

Hübsch: Ich glaube nicht, dass sich die Leute von dem beeinflussen lassen, was Silvester in Köln passiert ist. Denn nur, weil ein paar Leute auffällig geworden sind, kann man ja nicht alle über einen Kamm scheren. Pauschalisierungen sind immer schlecht. Brandt: Viel mehr als das, was da in Köln passiert ist, beunruhigt mich das braune Gedankengut. Ich denke, das ist die viel größere Gefahr. Und dagegen kämpfen wir mit unseren Mitteln an.

Wie werden die Spendengelder nun eingesetzt?

Brandt: Die 11.000 Euro gehen zu gleichen Teilen an die Bürgerstiftung und das Psychosoziale Zentrum. Es war uns wichtig, kleinere Organisationen zu unterstützen. Die Stiftung plant Sprachkurse für junge Flüchtlinge und Integrationskurse speziell für Frauen. Das Pädagogische Zentrum legt sein Augenmerk auf Flüchtlinge, die gerade 18 geworden sind und dann nicht mehr die Unterstützung erfahren wie Jugendliche. Beide Organisationen sind hocherfreut über die unerwartete Spende.

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