Gesundheitsbranche: Fachkräfte heiß begehrt

Von: Rolf Hohl
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Von der Altenbetreuung bis zur Medizinaltechnologie präsentiert sich ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen. Foto: Harald Krömer
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Kommt die Gesundheitsbranche als berufliche Perspektive infrage? Knapp 1000 Jugendliche informieren sich bei der Messe im Technologiezentrum. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Gesundheitsbranche hat aus wirtschaftlicher Sicht ein Luxusproblem: Sie wächst konstant und stark. Das wiederum führt zu einem gesellschaftlichen Problem, denn für das Wachstum fehlt immer häufiger der notwendige Nachwuchs.

Seit sieben Jahren veranstalten der Zweckverband Region Aachen, die Stadt Aachen und die Arbeitsagentur Aachen-Düren deshalb gemeinsam die Gesundheitsberufemesse. Im Technologiezentrum am Europaplatz treffen dann – wie am Dienstag – Ausbildungsbetriebe auf Ausbildungssuchende, und das Konzept zeigt allmählich Wirkung.

33.000 Beschäftigte in der Region

„Wir werden immer gefragt, welche Branche denn die beste für eine sichere Zukunft sei“, so Ulrich Käser, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Mit jährlichen Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent und aufgrund des demografischen Wandels gehöre die Gesundheitsbranche da auf jeden Fall dazu. Schon heute seien in der Region Aachen rund 33.000 Beschäftigte in diesem Sektor tätig – und dennoch bleiben jedes Jahr viele Ausbildungsplätze unbesetzt.

Die Messe hat bisher zumindest schon eines erreicht: mehr Interesse und Aufmerksamkeit bei den meist noch unentschlossenen Schülern. Knapp 1000 von ihnen kamen am Dienstag zum Technologiezentrum, um sich bei den 36 Ausstellern zu informieren – ein neuer Rekord. „Es geht vor allem darum, aufzuzeigen, welche Bandbreite an Berufen es in der Gesundheitsbranche gibt, und auch das duale Ausbildungssystem zu festigen“, sagte Elke Breidenbach, Leiterin der Stabstelle Wirtschafts- und Strukturentwicklung bei der Region Aachen.

Gleichzeitig werden aber auch die Berufe moderner und verlangen nach höheren fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Das Gesundheitszentrum Walheim ist dafür ein Beispiel: Zur Ausbildung im Betrieb kommt bei allen drei derzeitigen Auszubildenden parallel das Studium. Nur so könnten diese später etwa die anspruchsvollen Gesundheitsberatungstermine in Unternehmen übernehmen, sagt Thomas Jacobi, Sportwissenschaftler in der Leistungsdiagnostik des Zentrums.

Empathie und Fürsorge

Unter den Ausstellern fanden sich denn auch die großen Namen der Städteregion wieder, wie etwa das Medizinische Zentrum in Würselen, das Seniorenpflegeheim Haus Anna oder die Uniklinik. Von der Altenbetreuung bis zur Medizinaltechnologie zeigte sich ein Spektrum, das für Schülerinnen und Schüler interessant sein könnte, wenn es um die Wahl des beruflichen Werdegangs geht.

Eines jedoch, betonte Elke Breidenbach, müssten alle mitbringen, die später einmal mit Menschen arbeiten wollen: Empathie und Fürsorge.

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