Eschweiler/Städteregion - Gesucht: Kommunikativ, teamfähig und hilfsbereit

Gesucht: Kommunikativ, teamfähig und hilfsbereit

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler/Städteregion. Wenn Alexandra Tesch über sich und ihren Beruf spricht, fallen Worte wie kommunikativ, teamfähig und offen. Und hilfsbereit natürlich.

„Ganz ehrlich”, sagt die angehende Altenpflegerin, „solche Eigenschaften muss man für unseren Beruf auf jeden fall mitbringen. Sonst kann man es gleich sein lassen.”

Ein Beruf, der heute ein großes Problem hat: Es gibt nicht genug Bewerber. „Der Fachkräftemangel ist kritischer als bisher angenommen”, sagt Bernhard Müller, Verwaltungsdirektor des Senioren- und Betreuungszentrums (SBZ) der Städteregion. „Und das trotz guter Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.”

In dem Haus an der Johanna-Neuman-Straße, wo zurzeit 240 Senioren stationär betreut werden, wurde nun die Initiative „Aktionsplan Altenpflege 2010” vorgestellt, um die Personalprobleme wenigstens einzudämmen.

Kern des landesweiten Plans ist, dass in NRW bis Ende des Jahres 1000 arbeitssuchende Personen eine dreijährige Ausbildung als Altenpflegefachkraft beginnen, 50 davon in der Städteregion. „Wir begreifen uns als Gesunheits- und Pflegeregion”, sagt Günther Schabram, Sozialdezernent der Städteregion. „Aber dafür müssen wir eben auch personell gut aufgestellt sein.”

Alexandra Tesch erzählt, dass sie durch ein persönliches Schicksal den Weg zum Beruf der Altenpflegerin gefunden hat: „Mein Opa war sehr krank und brauchte Hilfe. Dieses Erlebnis hat sich bei mir eingebrannt.” Im September 2009 fing sie an, nun geht sie bald in ihr zweites Lehrjahr. „Ich habe mich anfangs schon gefragt, ob ich das alles auch wirklich schaffe.” Mittlerweile fühlt sie sich sehr wohl. „Und das ist in einem so fordernden Beruf auch wirklich nötig”, ergänzt Marion Pöppinghaus, Leiterin des Fachseminars für Altenpflege der Städteregion. „Es geht nicht nur darum, die Menschen mit Blick auf die Hygiene zu versorgen, sondern auch, dass es ihnen psychisch gutgeht.”

Der Aktionsplan wurde vom NRW-Arbeitsministerium, der Agentur für Arbeit, den Argen sowie kommunalen Trägern ins Leben gerufen „um die Schere zwischen Arbeitslosigkeit und gleichzeitigem Fachkräftemangel zu schließen”, sagt Schabram. Für die Stellen kommen übrigens nicht nur junge Menschen in Frage. „Natürlich brauchen wir qualifizierten Nachwuchs, gleichzeitig aber auch die Lebenserfahrung von Menschen jenseits der 40”, sagt Ruth Mertens, von der Deutschen Angestellten Akademie.

Und was sind die Voraussetzungen? „Soziale Kompetenz und das Bewusstsein, dass es eine sehr körpernahe Arbeit ist, sind erste Voraussetzung”, sagt Fachseminar-Leiterin Pöppinghaus und schränkt ein: „Nicht jeder ist dafür geeignet. Es ist ein Beruf mit einem hohen gesellschaftlichen Anspruch, bei dem man Tag und Nacht 100 Prozent geben muss.”

Alexandra Tesch nickt, sie kann das mittlerweile nur bestätigen.
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