Städteregion - Gemeinsame Zukunft der Schulen wird jetzt greifbar

Gemeinsame Zukunft der Schulen wird jetzt greifbar

Von: Jutta Geese
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Die meisten Studierenden des „Weiterbildungskollegs der Städteregion“, das im August eröffnet wird, werden in den Räumen des bisherigen Euregio-Kollegs in Würselen unterrichtet werden. Foto: Markus Bienwald
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Beim ersten gemeinsamen Tag der offenen Tür von Euregiokolleg und Abendgymnasium, die zum „Weiterbildungskolleg der Städteregion“ fusionieren, beantworteten auch die beiden Schulleiter Martin Sayer (v.l.) und Matthias Herrmann Fragen von Interessierten. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Bis zum Sommer sind sie noch zwei selbstständige Schulen, das Abendgymnasium Aachen und das Euregio-Kolleg in Würselen. Doch ab dem Wintersemester 2017/18 fusionieren sie – nach langen politischen Diskussionen – und bilden das „Weiterbildungskolleg der Städteregion Aachen“.

Jetzt veranstalteten sie erstmals gemeinsam einen Tag der offenen Tür am künftigen Hauptsitz in Würselen und informierten über die Möglichkeiten, die das Weiterbildungskolleg bietet.

Und das Angebot wurde rege genutzt. Es gab ein ständiges Kommen und Gehen. Viele junge Erwachsene hatten konkrete Fragen zu konkreten Bildungsgängen an die Lehrenden und die Studierenden. Andere wollten sich erst einmal einen Überblick verschaffen, wie ihr Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife nach einer beruflichen Ausbildung oder neben ihrer Berufstätigkeit aussehen könnte.

Zudem schauten sich viele bisherige Abendgymnasiasten zum ersten Mal das Gebäude an, in dem sie ab dem Wintersemester lernen werden. Bisher sind sie im Schulzentrum am Hander Weg in Aachen-Laurensberg untergebracht, für das die Städteregion den Mietvertrag jedoch zu Sommer gekündigt hat.

120 Schüler ziehen um

Die etwa 120 Abendschülerinnen und -schüler werden deshalb im August ins Würselener Kolleg umziehen. Für die anderen etwa 110 Lernenden am Abendgymnasium ändert sich dagegen nichts: Sie büffeln entweder wie gehabt online fürs Abitur oder am Vormittag in der Schule Eintrachtstraße in Aachen.

Auch für die rund 340 Studierenden am Euregio-Kolleg ändert sich durch die Fusion eigentlich nichts – abgesehen davon, dass der Träger des Kollegs nicht mehr der Verein Weiterbildungskolleg sein wird, sondern die Städteregion, und dass sich demnächst mehr Lehrkräfte und lernbegierige Erwachsene im Kolleggebäude an der Friedrichstraße in Würselen tummeln werden.

Noch arbeiten die beiden Träger der Schulen emsig an der Zusammenführung. In mehreren Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Schulträger, die beiden Kollegien und die beiden Studierendenvertretungen mit ganz pragmatischen Dingen wie den Aufbau eines gemeinsamen Internetauftritts und der Entwicklung gemeinsamer Werbemittel. Stundenpläne und Lerninhalte müssen abgestimmt und aneinander angeglichen werden. Der Umzug des Abendgymnasiums nach Würselen muss geplant werden. Und man muss sich kennenlernen...

Es ist gar nicht so einfach, zwei Schulen innerhalb von nur einem Jahr zu einem neuen Institut zusammenzuführen. Und ein bisschen dränge jetzt auch die Zeit, sagen Matthias Herrmann, kommissarischer Leiter des Abendgymnasiums Aachen, und Martin Sayer, Leiter des Euregio-Kollegs.

Der politische Grundsatzbeschluss sei erst im Hebst vergangenen Jahres gefasst worden, und dann habe es „einige Verzögerungen“ gegeben. Und so sei noch vieles zu tun. Aber Sayer und Herrmann sind zuversichtlich, dass alles bis August stehen wird und das Weiterbildungskolleg mit dann knapp 600 Studierenden und fast 50 Lehrkräften gut aufgestellt sein wird.

Externe Beratung erhalten die Akteure bei der Gestaltung des Fusionsprozesses vom Bildungsbüro der Städteregion, dessen Leiter Sascha Derichs auch beim Tag der offenen Tür vorbeischaute. „Mit Walther Kröner, dem früherer Leiter der Gesamtschule Brand, haben wir einen wirklich erfahrenen Kolegen an unserer Seite“, sagt Sayer.

Es habe schon gemeinsame Fachkonferenzen der beiden Kollegien gegeben und vor gut zwei Wochen eine erste große Lehrerkonferenz. „Und da haben wir gesehen, wir sprechen alle die gleiche Sprache“, stellt Sayer fest, und Herrmann ergänzt: „Alle haben gemerkt, wir können zusammenarbeiten.“

Die ein oder andere Erwartung müssen die beiden Schulleiter aber auch dämpfen. Etwa die, dass das Angebotsspektrum jetzt deutlich erweitert werden könnte. Die Zahl der Kurse werde sich nicht wesentlich ändern, wohl aber die Durchlässigkeit „Bislang war es schon etwas kompliziert, wenn etwa Studierende des Abendgymnasiums Kurse am Euregio-Kolleg besuchen wollten“, berichtet Herrmann.

„Das werde nach der Fusion einfacher. Voraussetzung dafür sei, dass die Stundentafeln entsprechend gebaut werden. „Da müssen wir noch ziemlich puzzeln“, räumt der kommissarische Leiter ein.

Keine Selbstverständlichkeit

Auch wenn sie noch viel Arbeit vor sich haben: Sayer und Herrmann halten die Fusion für sinnvoll und sind froh, dass die Städteregion ein deutliches Bekenntnis für die Erwachsenbildung abgegeben habe.

„Im Grunde ist das eine politische Garantie für den zweiten Bildungsweg“, freut sich Sayer. Und das sei keinesfalls selbstverständlich. „In Süddeutschland etwa gibt es solche Angebote nicht. Und auch in den Niederlanden oder in Belgien gibt es nichts Vergleichbares.“

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