„Gaunerzinken“ lösen Angst vor Einbrechern aus

Von: red/pol
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Kreidezeichen Gaunerzinken
Geheime Markierungen von kriminellen Banden? Nein: Von Kindern gemalte Kreidebilder. Symbolfoto: dpa
cmb sternsinger kreide
Ebenfalls keine „Gaunerzinken“: Mit Kreide an eine Tür gemalter Segensspruch der Sternsinger Caspar, Melchior und Balthasar. Foto: dpa

Aachen/Städteregion. Die Angst vor Einbrechern geht um: In den vergangenen Tagen meldeten sich zahlreiche besorgte Bürger bei der Polizei in der Städteregion, die sogenannte „Gaunerzinken“ an Hauswänden bemerkt haben wollten. Doch wie zuletzt in Eschweiler stecken oft andere Erklärungen hinter den Kreidemarkierungen.

Mit dem Begriff „Gaunerzinken“ werden angeblich von Straftätern an ausgekundschafteten Häusern angebrachte Markierungen bezeichnet, die Mittäter auf das Objekt oder auf dessen Besonderheiten hinweisen sollen. „Die Ermittler gehen jedem dieser Hinweise nach - auch aktuell in Eschweiler“, betonte ein Sprecher der Polizei Aachen am Donnerstag.

Dort entpuppten sich die angeblich von Kriminellen angebrachten Kreidezeichen allerdings buchstäblich als Segen: Es handelte sich um das Segenskürzel der Sternsinger (C+M+B mit dem entsprechenden Kalenderjahr) sowie um harmlose Kreidestriche auf Gehwegen.

Auch sonst sind die berüchtigten Zeichen zumindest in unserer Region offenbar eher zum Mythos geronnen: „In den vergangenen Jahren konnten im Bereich des Polizeipräsidiums Aachen keine Anhaltspunkte dafür gewonnen werden, dass Straftäter ausgewählte Objekte mit ,Gaunerzinken' markieren“, heißt es von der Polizei.

Und das ist wohl kein Zufall, denn die Serieneinbrecher des 21. Jahrhunderts nutzen lieber moderne Technik statt mittelalterlicher Geheimschrift: „Aufgrund der mittlerweile gewonnenen Erfahrungen setzen Täter vielmehr verstärkt digitale Fotografie, GPS-Ortungsdienste und verschiedenste Internet- bzw. GSM-Netz-basierte Kommunikationsdienste für ihre Zwecke ein.“

Die Polizei Aachen ruft die Bevölkerung grundsätzlich auf, wachsam zu sein. „Insbesondere auswärtige Fahrzeuge und fremde, oftmals auch sehr junge Personen sollten das Misstrauen von Anwohnern wecken.“ Im Verdachtsfall sollten sich Zeugen nicht scheuen, möglichst zeitnah den Notruf der Polizei 110 zu wählen.

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