Fusion: Würselen erste Wahl für Hauptstandort

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Nach der Zusammenführung von Euregio-Kolleg und Abendgymnasium soll der Hauptstandort der neuen städteregionalen Einrichtung in der Würselener Friedrichstraße liegen. Foto: Markus Bienwald

Städteregion. Dann war die Katze plötzlich aus dem Sack. Und das sorgte doch für erhebliche Irritationen. Denn eigentlich stand die Frage, welchen Hauptstandort es nach der angestrebten Zusammenführung von Euregio-Kolleg und Abendgymnasium ab dem kommenden Schuljahr geben wird, gar nicht auf der Tagesordnung des städteregionalen Schulausschusses.

Sie sollte vielmehr, so wurde ausdrücklich in der Vorlage vermerkt, zu einem späteren Zeitpunkt thematisiert werden. Nach und nach aber wurden im Laufe der emotionalen Diskussion immer mehr – eigentlich noch interne – Details preisgegeben. Und so wussten am Ende alle Anwesenden: Der Hauptstandort der neuen Weiterbildungseinrichtung in Trägerschaft der Städteregion wird in Würselen liegen.

Das ist die Schlussfolgerung aus dem Vergleich der beiden bisher eigenständigen Einrichtungen, den die Verwaltung mit Blick auf den von den Schulleitungen bezifferten Raumbedarf für die zukünftig gemeinsame Schule angestellt hat. Demnach verfügt das Euregio-Kolleg an der Würselener Friedrichstraße über ausreichenden Platz und die passende Ausstattung.

Auf das Aachener Abendgymnasium aber trifft das nicht zu, weshalb der Betrieb am Hander Weg im kommenden Sommer eingestellt werden soll. „Das ist jetzt aber alles sehr überraschend“, stellte die offenbar überrumpelte Ausschussvorsitzende Elisabeth Paul (Grüne) fest. „Wir haben darüber noch nicht politisch beraten können. Deshalb ist für uns die Frage des Standortes weiter offen.“

Ist sie aber wohl nicht mehr. Das betonte zumindest Markus Terodde, der auf Pauls Forderung, weitere Gespräche mit der Stadt Aachen zu führen, mit aller Deutlichkeit reagierte: „Es gibt nichts nachzuverhandeln. Die Stadt Aachen hat sich sehr eindeutig positioniert.“ Und das bedeutet nach Aussage des städteregionalen Bildungsdezernenten folgendes: „Der Hander Weg ist als Hauptstandort nicht geeignet. Und eine Alternative hat Aachen nicht.“

Immerhin soll die Kaiserstadt aber nicht gänzlich leer ausgehen, wenn es um die neue Weiterbildungseinrichtung geht: Der innerstädtische Nebenstandort in der Eintrachtstraße, an dem derzeit rund 40 Studierende das „Abendgymnasium“ tagsüber besuchen, soll nach dem Willen der Verwaltung erhalten bleiben.

All das sollte eigentlich erst zur Sitzung des Städteregionstages am 8. Dezember auf den Tisch kommen. „Denn“, so führte Terodde aus, „wir wollten eine ganz fundierte Vorlage erstellen, in der unter anderem auch die Frage der Erreichbarkeit der zukünftigen Standorte berücksichtigt wird.“ Gespräche mit dem AVV sollen in den nächsten Tagen und Wochen Klarheit schaffen, inwieweit bestehende Buslinien an die veränderten Bedarfe, die der Abendbetrieb in Würselen mit sich bringen wird, angepasst werden können.

„Es muss in jedem Fall eine Infrastruktur geschaffen werden, die es den Studierenden ermöglicht, nach dem Unterricht in einer angemessenen Zeit nach Hause zu kommen“, forderte Wolfgang Königs (CDU). Notfalls müsse ein zusätzlicher Schülerspezialverkehr eingerichtet werden.

„Das gleiche Angebot“

Dass die Zusammenführung von Euregio-Kolleg und Abendgymnasium, wie sie aus Kostengründen im Strukturkonzept von Städteregionsrat Helmut Etschenberg vorgeschlagen worden war, notwendig ist, darüber herrschte im Schulausschuss Einigkeit. „Wir können es uns nicht mehr leisten, Bildungseinrichtungen vorzuhalten, die im Grunde das gleiche Angebot haben“, brachte es Doris Harst (SPD) auf den Punkt.

Rein formal wird der bisherige (private) Trägerverein Weiterbildungskolleg (WbK) den Betrieb am Euregio-Kolleg zum 31. Juli 2017 einstellen und die Städteregion den Bildungsgang „Kolleg“ ab 1. August zusätzlich an seinem (öffentlichen) Abendgymnasium anbieten. Beides setzt die noch einzuholende Genehmigung der Bezirksregierung Köln voraus.

Dem nicht pädagogischen Verwaltungspersonal des WbK soll ein nahtloser Übergang in die städteregionale Verwaltung ermöglicht werden. Außerdem wird die Übernahme möglichst aller Lehrkräfte angestrebt. Ob das gelingen wird, ist allerdings noch offen, betont Markus Terodde: „In diesem Punkt wird erst kurz vor den Sommerferien Klarheit herrschen.“

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