Für die Städteregion ein „Landrat plus”

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Städteregion
Das Haus der Städteregion Aachen. Foto: Jaspers

Aachen. Heimlich, still und leise ist die Städteregion Realität geworden. Ab Mittwoch ist der Kreis Aachen mit Ablauf der Wahlperiode Geschichte, gibt es mithin den Posten eines Aachener Landrates nicht mehr.

An die Stelle des Kreises ist die Städteregion Aachen getreten mit dem Städteregionsrat als neuem Chef. Oder wie es Amtsinhaber Helmut Etschenberg formuliert: dem „Landrat plus”.

Denn: „Die Städteregion ist die Fortentwicklung des Kreises, indem wir nun noch enger mit unseren Freunden aus Aachen zusammenarbeiten”, erläutert Etschenberg, der zugleich weiß, dass die Städteregion auch heutzutage noch vielen Menschen unbekannt ist.

Und daher gilt weiterhin das Ziel, das er bereits am Wahlabend vorgegeben hatte: „Vor allem will ich, dass die Menschen am Ende meiner Amtszeit in sechs Jahren wissen, was die Städteregion ist.” Da hat der 62-Jährige mit Sicherheit noch viel Arbeit vor sich.

Bildungsregion als Ziel

Doch auch inhaltlich verfolgt Etschenberg, der zuvor Aachener Kreisdirektor war, große Ziele: Sowohl als Bildungsregion als auch in Sachen Klimaschutz will er die Städteregion bundesweit in die erste Reihe bringen.

Zudem soll „das kleine Labor Europas im Dreiländereck mit möglichst vielen praktischen Erfahrungen” weiterentwickelt werden. Und nicht zuletzt mit Blick auf den geplanten RWTH-Campus soll mit Aachen auch die Städteregion als vitale und attraktive Zukunftsregion gestärkt werden.

„Wir müssen erreichen, dass die Menschen mit der Städteregion ein positives Gefühl verbinden, dass sie es toll finden, in dieser Region zu leben”, sagt Etschenberg, der in der starken Position des Städteregionsrates eine große Chance sieht: „Erstmals in der Geschichte sprechen Stadt und Kreis Aachen mit einer Stimme, wenn es darum geht, Fördermittel zu akquirieren oder die Position der Region gegen Konkurrenten zu behaupten.”

Dass die Städteregion das nicht alleine bewältigen kann, auf Partner angewiesen ist, das weiß Etschenberg natürlich. Und so ist es auch kein Zufall, dass sich der Städteregionsrat bereits am Mittwoch mit den neun Bürgermeistern der nun ehemaligen Kreiskommunen und dem Aachener Oberbürgermeister erstmals trifft - „zum Kennenlernen und um den weiteren Weg abzustecken”, sagt Etschenberg und betont, dass „jeder der zehn die gleiche Bedeutung” habe.

Doch wenn es wie beim TH-Campus um die Entwicklung des Aachener Raumes geht, dann nimmt Marcel Philipp natürlich eine besondere Rolle ein”, der am Mittwoch als Nachfolger von OB Jürgen Linden seinen ersten Arbeitstag hat.

Auch mit den Landräten der Nachbarkreise - Wolfgang Spelthahn (Düren) und Stephan Pusch (Heinsberg) - hat Etschenberg bereits zusammengesessen und eines deutlich gemacht: „Wir wollen als Städteregion niemanden dominieren. Das wäre töricht.” Vielmehr werde man gemeinsam auf Augenhöhe weiterarbeiten.

Das sieht auch Spelthahn so, der Stadt und Kreis Aachen zur Gründung der Städteregion beglückwünscht. „Das war ein mutiger Schritt in die richtige Richtung, denn durch den Zusammenschluss erhöhen unsere Nachbarn ihre Wahrnehmbarkeit im internationalen Wettbewerb der Regionen ganz klar”, sagt er und betont: „Wir arbeiten seit Jahren sehr eng mit Stadt und Kreis Aachen zusammen. Davon haben wir alle profitiert. Dieses Miteinander wollen und müssen wir weiter ausbauen.”

Startschussparty, Familientag und Fachtagung in Aachen

Gleich an drei Tagen wird unter drei verschiedenen Gesichtspunkten am kommenden Wochenende die Gründung der Städteregion. Den Beginn macht am Freitag, 23. Oktober, eine Fachtagung, die sich im Haus der Städteregion (ehemals Kreishaus), den Ergebnissen der EuRegionale 2008 und der Zukunft der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit widmet.

Die Startschussparty steigt am Samstag, 24. Oktober, im Aachener Kapuzinerkarree, bei der die Coverband „Wheels” für Stimmung sorgt. Karten (7,50 Euro) gibt es - solange der Vorrat reicht - im Haus der Städteregion, Zollernstraße 10 in Aachen (Zimmer C144), oder unter 0241/5198-2133.

Ein Bürger- und Familienfest schließt sich am Sonntag, 25 Oktober, an. Der sogenannte Dreiländermarkt findet von 12 bis 18 Uhr ebenfalls im Kapuzinerkarree statt. Bei freiem Eintritt werden unter anderem Mitmachaktionen für Kinder und ein buntes Bühnenprogramm geboten.

Zudem hat Jutta Geese, Redakteurin dieser Zeitung, auf der Bühne viele interessante Talkgäste zu Themen rund um die Städteregion am Mikrofon. Ein besonderer Höhepunkt wird der Auftritt des Comedian Jürgen B. Hausmann aus Alsdorf sein, der um 14 Uhr erwartet wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert