Würselen - Flugplatz Merzbrück: Seit 40 Jahren Standort für Rettungshubschrauber

Flugplatz Merzbrück: Seit 40 Jahren Standort für Rettungshubschrauber

Von: Jutta Geese und Rene Benden
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Gestern und heute: Bernd Brendel, Ralph Rollinger, Mario Rader, Rudolf Stollenwerk und Markus Jochen von der aktuellen Crew posieren vor dem SAR-Rettungshubschrauber. Foto: Ralf Roeger
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Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Thomas Burkhardt, ADAC-Vizepräsident für Technik, vor „Christoph Europa 1“. Foto: Ralf Roeger
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Blick ins Cockpit: Beim Jubiläum der Luftrettung auf Merzbrück ist der Rettungshubschrauber der Bundeswehr aus Nörvenich zu sehen. Der kann auch nachts fliegen, sagt Bordtechniker Bernd Brendel. Foto: Ralf Roeger

Würselen. Bis zum gestrigen Tage ist der Rettungshubschrauber mehr als 57 000 Mal von Merzbrück gestartet, um Menschen zu helfen. Was im August 1974 als SAR-Stützpunkt (SAR=search and rescue=Suchen und Retten) der Bundeswehr begann, ist heute einer der ADAC-Luftrettungsstützpunkte mit den jährlich meisten Einsatzflügen bundesweit.

An diesem Wochenende feiert die Luftrettung in der Städteregion ihr 40-jähriges Bestehen, eingebettet in die Aktionen zum 100. Geburtstag des Flugplatzes Merzbrück.

Die Einsatzschwerpunkte der Luftretter haben sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verschoben. In der Anfangszeit war es ihre Hauptaufgabe, Unfallopfer im Straßenverkehr zu versorgen. „Damals gab es jährlich 20 000 Verkehrstote in Deutschland. Heute sind es noch 4000“, sagte Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik des ADAC, gestern beim offiziellen Festakt zum Jubiläum. Dies sei auch eine Folge der professionellen Luftrettung, fügte Burkhardt an. Heute sei die Luftrettung ein moderner medizinischer Dienstleister mit einem breiten Spektrum an Einsätzen.

Christoph Europa 1 fliegt auch Einsatzorte im benachbarten Ausland an. „Mit seinen Einsätzen in den Niederlanden und Belgien leistet die Luftrettung einen Beitrag zur europäischen Einheit“, sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU). Doch immer noch gebe es bürokratische Hürden. Etschenberg forderte die Landesregierungen auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen endlich anzupassen.

Zwar stellte ADAC-Mann Burkhardt fest: „Euregional klappt die Zusammenarbeit oft besser als bundeslandübergreifend.“ Dennoch wünscht sich Marlis Cremer, Leiterin des städteregionalen Amtes für das Rettungswesen, eine „formale Absicherung dessen, was hier grenzüberschreitend seit 40 Jahren pragmatisch geregelt wird“. Das betonte sie bei dem von An-dreas Müller, Geschäftsführer des Zeitungsverlages Aachen, moderierten Podiumsgespräch mit den weiteren Experten Dr. Frank Eschwede (Chefarzt am Medizinischen Zentrum und Leitender Hubschrauberarzt), Markus Heim (Prokurist der DRK-Rettungsdienstgesellschaft), Dr. Rudolf Stollenwerk (Oberfeldarzt der Reserve) und Susanne Matzke-Ahl, Geschäftsführerin der ADAC-Luftrettung gGmbH. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich das Nothilfesystem samt Luftrettung verändert hat und sich noch verändern wird.

Ein Stichwort hatte Dr. Frank Stollwerk, Leitender Ministerialrat im NRW-Gesundheitsministerium, geliefert: die neue Ausbildung von Notfallsanitätern, die die Qualität der Hilfe weiter verbessern soll. Die Praktiker begrüßten diese Neuerung durchaus, drängten aber darauf, dass die Finanzierung klar geregelt wird. Zugleich betonten sie, dass trotz aller Professionalität in der Notfallhilfe Laienhelfer unverzichtbar seien. Denn es dauere in der Regel acht, neun Minuten, ehe der Rettungsdienst bei einem Notfall vor Ort sei, und noch einmal drei Minuten, bis der Notarzt eintreffe. „Das zeigt schon die Bedeutung der Laienhelfer“, sagte Dr. Eichwede. Dass die Zahl der Hubschraubereinsätze in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, obwohl es flächendeckend ein bodengebundenes Notarztsystem gibt, ist laut Marlis Cremer auch dem demografischen Wandel geschuldet. Mit der älter werdenden Bevölkerung steige die Zahl der internistischen Notfälle.

Würselens Bürgermeister Arno Nelles betonte unter anderem die wirtschaftliche Bedeutung des Luftrettungsstützpunktes auf Würselener Stadtgebiet: „Die Luftrettung trägt entscheidend zur Existenzsicherung des Medizinischen Zentrums der Städteregion bei.“ Das sei der größte Arbeitgeber in der Stadt und von Anfang an Partner in der Luftrettung.

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