Städteregion - Finanzielle Probleme: Diakonisches Werk will sich mit einer Sanierung retten

Finanzielle Probleme: Diakonisches Werk will sich mit einer Sanierung retten

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
15555148.jpg
Sie dürfte von den Kürzungen nicht betroffen sein: Die Bahnhofsmission in Aachen betreibt das Diakonische Werk gemeinsam mit dem Verein „In Via“. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Am Freitag, 20. Oktober, findet im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Aachen wieder eine Mitarbeiterversammlung statt. Es gibt eine Menge Informationsbedarf, und das ist kein gutes Zeichen. Denn nachdem in dieser Woche die Mitgliederversammlung und der Evangelische Kirchenkreis zusammengekommen sind, möchte die Belegschaft noch einmal nachfragen können.

Beide Gremien haben ihre Zustimmung für die Umsetzung eines Sanierungskonzeptes erteilt, das den Verein aus einer sich seit 2015 verschärfenden Finanzkrise führen soll. Bereits im Juli hatte der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung grünes Licht für die Erstellung des Sanierungskonzeptes gegeben. In dieser Woche nun ging und geht es um die Details.

Alle Bereiche auf dem Prüfstand

Nach Informationen unserer Zeitung sind alle Tätigkeitsbereiche auf den Prüfstand gestellt worden. Und weitergeführt werden sollen nur diejenigen, die sich wirtschaftlich betreiben lassen. Intern ist die Rede von Einsparungen im siebenstelligen Bereich. Und davon, dass von der Trennung von einzelnen Geschäftsbereichen bis zur Hälfte der derzeit 147 Mitarbeiter betroffen sein könnten – wenn es denn nicht gelingen sollte, zusätzliche Einnahmequellen zu generieren oder Partner zu finden, die mit der Übernahme von Aufgaben und Personal für eine Entspannung sorgen können.

Wie weit das Diakonische Werk schon gekommen ist bei seinen Bemühungen in diese Richtung, wollte der geschäftsführende Vorstand Marion Timm am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung nicht sagen. Timm kündigte aber an: „Wir werden am Freitag zu dieser Angelegenheit ausführlich Stellung beziehen.“

In den vergangenen Jahren hat sich die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter geöffnet. Das liegt wohl vor allem daran, dass steigenden Personalkosten rückläufige Erlöse und stagnierende Zuschüsse gegenüberstehen. Die daraus resultierende Unterfinanzierung macht sich dem Vernehmen nach vor allem in der Suchtberatung, in der Schuldnerberatung und in der Beratungsstelle „Anker“ in Alsdorf bemerkbar, aber wohl auch in der auf den Pflegebereich spezialisierten Diakoniestation Nord in Baesweiler. Offizielle Bestätigungen hierfür gibt es bis dato nicht, auch dazu wollen sich Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag äußern.

Einige Hoffnungsschimmer

Immerhin: Es gibt offenbar noch einiges Hoffnungsschimmer für das Diakonische Werk und ihre Mitarbeiter. Einer soll am Freitagnachmittag in Person von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Sozialdezernentin Edeltraud Vomberg gesichtet werden können, die sich zu einer Unterredung mit dem Vorstand verabredet haben. Gespräche laufen auch mit den betroffenen Kommunen darüber, ob und in welchem Umfang deren Unterstützung aufgestockt werden könnte. Und mit den schon erwähnten Partnern, die in die Bresche springen könnten.

Positive Signale würden sicher dankbar aufgenommen. Denn die Unruhe in der Belegschaft ist groß, seitdem sie Ende September bei einer Betriebsversammlung darauf eingestimmt worden ist, dass es beim Diakonischen Werk im Zuge des Sanierungskonzeptes Einschnitte geben wird. „Die Kollegen sind verunsichert und haben Zukunftsängste“, berichtet ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Gleichzeitig sei dringend eine Versachlichung erforderlich, um auch für die Kunden spürbare Auswirkungen auf die tägliche Arbeit zu minimieren.

Dass es aus Sicht des Vorstandes keine Alternative zu der Sanierung gibt, geht aus einer Mitteilung: von Ende September hervor: „Ohne entsprechende Einschnitte wäre das gesamte Diakonische Werk in seinem Bestand gefährdet.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert