Fans bewerfen Polizeibeamte mit Flaschen und Steinen

Von: Holger Richter
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Nach dem Spitzenspiel zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiß Oberhausen kam es zu Fanausschreitungen. Archivfoto: Marcel Decoux

Aachen. Auf dem Tivolirasen hatten sich die Teams der Alemannia und von Rot-Weiß Oberhausen am Montagabend nach sportlich intensiven 90 Minuten noch vor 11.600 Zuschauern schiedlich, friedlich 0:0 getrennt. Anschließend ging es auf dem Gäste-Parkplatz hinter dem Stadion allerdings weniger friedlich zu.

Wie die Aachener Polizei am Dienstag mitteilte, gerieten zunächst rund 100 RWO-Anhänger mit den eingesetzten Polizeibeamten aneinander, bevor sich zu allem Überfluss auch noch etwa 100 Aachener Fans hinzugesellten, um mitmischen zu wollen. Petra Wienen von der Polizeipressestelle zog am Montagmittag eine traurige Bilanz: „Sechs Fans und sechs Polizeibeamte wurden leicht verletzt. Wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte und versuchter Gefangenenbefreiung sind mehrere Strafverfahren eingeleitet worden.“ Die Alemannia droht den Tätern außerdem mit Stadionverboten.

Nach dem Schlusspfiff des Regionalligaspiels auf dem Tivoli war es gegen 22.30 Uhr im Bereich der rückwärtigen Parkplätze zu tumultartigen Szenen gekommen, beschrieb Wienen die Situation. Auslöser war offenbar, dass Polizeibeamte die Personalien eines Oberhausener Fans festellen wollten, „weil eine Straftat im Raume stand“, so Wienen. Darauf reagierte eine Gruppe von Gästefans plötzlich mit fliegenden Flaschen, die sie auf die Beamten warfen.

Zudem bedrängte die Gruppe nach Darstellung der Polizei die Beamten sehr aggressiv, woraufhin sich die Einsatzkräfte unter zu Hilfenahme ihres Einsatzstockes und dem Einsatz von Pfefferspray zur Wehr setzen. Doch damit noch nicht genug: Denn zeitgleich versuchten rund 100 randalierende Alemannia-Fans sich an dem Tumult zu beteiligen und warfen ebenfalls Flaschen und Steine in Richtung der Beamten.

„Auf dem Tivoli nicht erwünscht“

„Es gelang der Polizei jedoch mit sofort herbeigerufener Verstärkung der Situation Herr zu werden; die aggressiven Fangruppierungen kamen nicht zusammen, weitere Ausschreitungen wurden somit verhindert“, bilanzierte Wienen.

Die Alemannia verurteilt das „inakzeptable Verhalten aufs Schärfste“, teilte der Verein am Montag in einer Stellungnahme mit. „Für diejenigen, die das Umfeld der Alemannia-Spiele für kriminelle Handlungen benutzen, gibt es bei der Alemannia keinen Platz“, heißt es darin wörtlich. Fans und ihre Gruppen trügen eine Verantwortung für den Klub. „Wer dieser Verantwortung nicht gerecht werden will oder kann, ist auf dem Tivoli nicht erwünscht.“ Der Klub kündigte an, bundesweite Stadionverbote gegen die ermittelten Täter einzuleiten.

Gegen 23.30 Uhr seien die Fanbusse der Oberhausener dann abgereist, das Schlimmste sei zu diesem Zeitpunkt überstanden gewesen, sagte Petra Wienen abschließend. Die Polizei konnte ihren Einsatz rund um das Regionalligaspiel schließlich um 0.35 Uhr am frühen Dienstagmorgen beenden.

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