Fachkonferenz fordert Anlaufstellen für Senioren in allen Kommunen

Von: Lars Odenkirchen
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Aachen. Ärger mit der Krankenkasse, Probleme mit dem Bus oder Hilfe bei der Entrümplung der Wohnung: Die Sorgen und Nöte, mit denen Paul Schäfermeier Tag für Tag konfrontiert wird, sind so vielfältig wie die Menschen, die er berät.

Schäfermeier ist seit Ende 2008 hauptamtlicher Seniorenbeauftragter der Stadt Stolberg und hat alle Hände voll zu tun. Doch die Mühe lohnt: Seine Arbeit stößt auf positive Resonanz und entwickelt sich zur kleinen Erfolgsgeschichte. Es ist eine Geschichte, von der er nun auch im Rahmen der Fachkonferenz „Zukunft der Seniorenarbeit” Vertretern aus Politik, Verbänden und Vereinen aus der Städteregion berichtete.

Neben Schäfermeier lieferten auch Referate des Diplom-Pflegewissenschaftlers Christoph Bräutigam (siehe „Zwei Fragen an”) sowie des Ex-Staatssekretärs im Bundesbauministerium, Achim Großmann (SPD), genügend Stoff für konstruktive Diskussionen.

Großmann machte deutlich, dass es keine einfachen Lösungen für die mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen gibt, sondern dass nur gesamtgesellschaftlich Lösungen gefunden werden können. Zudem ging er auf städtebauliche Aspekte ein: Bei der Planung von Seniorenheimen und betreuten Wohneinheiten sei es etwa wichtig, auch auf die richtige Infrastruktur zu achten, zum Beispiel mit Erzählcafes und Geschäften.

Welche Bedürfnisse Senioren sonst noch haben, davon berichtete Schäfermeier lebhaft. 2008 wurde in Stolberg das Senioren-Infocenter eröffnet, in dem er tätig ist. Was das Infocenter macht, ist einfach erklärt: Es hilft älteren Menschen bei allen Problemen, die das Älterwerden mit sich bringt.

Dabei wird Schäfermeier nicht nur selbst tätig, sondern hat auch allerlei Experten zur Hand, an die er die Ratsuchenden vermitteln kann. Auch einen 60 Seiten starken Ratgeber „Älter werden in Stolberg”, in dem alle Informationen zu Angeboten für ältere Menschen zusammengetragen wurden, hat Schäfermeier auf den Weg bringen können.

Zugleich hat er aber auch einige Probleme kennengelernt: Sei es die Unwissenheit über bestehende Angebote, uneingestandene Altersarmut oder auch eine klassische Rollenverteilung bei Ehepaaren. Schäfermeier: „Wenn etwa ein Mann ein Leben lang nie Hausarbeiten erledigt hat, ist es für ihn schwer, diese noch im Alter zu erlernen.”

Einig waren sich die Konferenzteilnehmer, dass das Stolberger Infocenter oder ähnliche Anlaufstellen in Aachen, Eschweiler oder Herzogenrath anderen Kommunen ein Vorbild sein kann. Einstimmig wurde ein Appell mit zwei Zielrichtungen beschlossen.

Zum einen sei es wichtig, dass alle Kommunen hauptamtliche Mitarbeiter für die Seniorenarbeit anstellen. Zum anderen ging ein deutlicher Wunsch an die Politik: Seniorenarbeit müsse zur Pflichtaufgabe erklärt werden, damit der Rotstift auch in klammen Kommunen nicht alle Bemühungen zunichte machen kann.
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